L'ame Immortelle - 10 Jahre

Review

Galerie mit 6 Bildern: L'ame Immortelle - M'era Luna 2015

Über 10 Jahre existieren L’AME IMMORTELLE nun schon, Grund genug ein Best-Of-Album mit den größten Erfolgen des Duos zu veröffentlichen. Ein ganz normaler, überwiegend auch kommerziell geleiteter Vorgang im Musikgeschäft, doch selten zeigt solch eine Compilation den enormen Wandel einer Band auf und löst – zumindest bei mir – eher Gefühle der Traurigkeit als der Freude aus.

15 der insgesamt 17 Songs findet man 1:1 auf den bisherigen Alben des Duos, zwei neue Tracks sollen trotzdem auch alte Fans zum Kauf von „10 Jahre“ bewegen. Ob sich das für diese lohnt, ist leider etwas fraglich.

Zum einen sind „Best Of“-Veröffentlichungen schon alleine von der Auswahl der Songs immer diskussionswürdig, zum anderen haben sich L’AME IMMORTELLE vor allem in den letzten Jahren sehr verändert. So liefen Musikvideos des Duos auf VIVA & Konsorten und aus ehemals treibendem EBM-Gothic wurde seichter Gothic-Kinderkram, der ein möglichst breites Publikum ansprechen soll. So gehen für meine Ohren belanglose Songs wie „5 Jahre“ oder „Tiefster Winter“ fast spurlos an mir vorüber, auch Songs wie „Phönix“ oder das rockige „Nur du“ haben meines Erachtens nur bedingt eine qualitative Daseinsberechtigung auf dieser „Best Of“-Compilation.

Erst mit dem Song „Stumme Schreie“ bin ich erstmals einigermaßen zufrieden gestellt, wirklich gut wird „10 Jahre“ meiner Meinung erst, wenn man einen rückblickenden Einblick in die elektronische Zeit von L’AME IMMORTELLE erhält und als ein gewisser Hannes Medwenitsch noch Einfluss auf den Sound von L’AME IMMORTELLE hatte – ja, liebe Pseudo-Gothic-Kiddies von VIVA & CO, L’AME IMMORTELLE haben einmal richtig guten Elektro gemacht ! Beste Beispiele sind Tracks wie „Gefallen“, „Stern“ – wobei beispielsweise „Changes“ jedoch 100x besser ist als dieser Song – und natürlich auch „Bitterkeit“, das eine gehörige Portion Wehmut aufkommen lässt. Schade, dass sich L’AME IMMORTELLE so ganz von ihren Wurzeln entfernt haben, was einem in diesen Momenten wieder schmerzhaft bewusst wird. Gerade im Vergleich zu „Bitterkeit“ wirken viele der neuen Songs einfach nur noch wie lebloses, kommerziell orientiertes Gothic-Gedudel. Wer L’AME IMMORTELLE durch Songs wie „5 Jahre“ oder „Tiefster Winter“ zu seiner neuen Lieblingsband erklärt hat, den dürfte bei „Bitterkeit“ völlig zurecht der Schlag treffen.

Zu den beiden neuen Songs – „Come closer“ ist ein überdurchschnittlicher, schnellerer und gitarrenorientierter Song, der durchaus hörbar ist. „No tomorrow“ ist mal wieder genau eine dieser Piano-Balladen, die man von L’AME IMMORTELLE die letzen Jahre schon x-mal gehört hat und die mir persönlich inzwischen einfach nur noch zum Hals raushängen.

Und wenn wir gerade so schön am Rummosern sind: Neben „Changes“ fehlen auch „Epitaph“ und „Ich gab dir alles“ – aber nur selten deckt sich ja eine offizielle „Best Of“ mit einer persönlichen „Best Of“.

So ist „10 Jahre“ für die „neuen Fans“ durchaus interessant, für alle anderen lohnt sich diese „Best Of“ wenn überhaupt dann nur, um mit den beiden neuen Songs die eigene Sammlung zu komplettieren.

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28.06.2007

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