Leningrad Cowboys - Buena Vodka Social Club

Review

Galerie mit 33 Bildern: Leningrad Cowboys - Rock Of Ages 2013

Na klar, die LENINGRAD COWBOYS sind erstmal als ulkige Band aus den kultigen Filmen des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki bekannt, deren Mitglieder unglaubliche Haartollen und ellbogenlange, spitze Schuhe tragen. Unvergessen auch ihre Coverversion des DOORS-Klassikers „L.A. Woman“ – und aus anderen Gründen auch ihre Version des MODERN-TALKING-Quälers „You’re My Heart, You’re My Soul“ auf ihrem 2006er-Album. Dabei geht ein wenig unter, dass die LENINGRAD COWBOYS eine mehr als passable Band sind, die auch mit eigenen Kompositionen überzeugt – allerdings ist ihr neuer Longplayer „Buena Vodka Social Club“ ihr erstes Album mit ausschließlich eigenen Songs seit dem Jahr 2000.

Warum eigentlich? „Buena Vodka Social Club“ mag zwar eine Ansammlung von Zitaten aus den letzten 50 bis 60 Jahren Rockmusik sein, aber dabei so gekonnt in Szene gesetzt, dass allein die Musik überzeugt: Da gibt es Achtziger-Jahre-Hardrock im Titeltrack. Da werden Rock’n’Roll- und Beat-Elemente mit Nu-Metal-Einsprengseln gekreuzt, Latin Music mit Don-Kosaken-Chören, mexikanische mit russischer Schwermut. Und Weltmusik mit rotzigem Rock („Drill-A-Hole“). Und da bei den LENINGRAD COWBOYS seit neuestem der ehemalige KYYRIA-Vortänzer Ville Tuomi singt, gibt es mit „All We Need Is Love“ einen netten Crossover-Track, der auch seiner alten Kapelle gut zu Gesicht gestanden hätte. Zudem passt seine übertrieben liebliche Stimme perfekt zu den ulkigen Texten: „Gimme Your Sushi“, „I Kill The Dog!“, „Gasolina“, „Mule“ – alles klar.

Wer also seine nächste Party mit „Buena Vodka Social Club“ bestreiten möchte – gerne, eine bessere Wahl könnte es kaum geben. Die Scheibe macht ziemlich Spaß, nicht zuletzt durch ihren gekonnten Stilmix. Dabei ist „Buena Vodka Social Club“ aber keine reine Comedy-Platte, sondern musikalisch durchaus ernstzunehmen. Nur sollte niemand die Musik zu ernst nehmen und irgendwelche falschen Ansprüche daran stellen: Hier wird nichts Unerhörtes gespielt und nichts Neues erfunden. Die Platte macht genau den Spaß, den sie verspricht: Haartolle auftoupiert, die Sonnenbrille aufgesetzt, den Wodka gekippt, und dann ab auf die Tanzfläche! Reicht doch.

15.11.2011

- Dreaming in Red -

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