LLNN - Unmaker

Review

„Unmaker“ ist mittlerweile schon das dritte Album der dänischen Post-Metaller LLNN. Seit 2014 versteht sich die Band als Weiterführung des Vorprojektes THE PSYKE PROJECT und kombiniert tief gestimmte Gitarren mit Hardcore-Einflüssen aber auch Filmsoundtrack-Ästhetik. „Unmaker“ hat auch etwas von Djent und Deathcore abbekommen, hauptsächlich was das Rumreiten auf den tiefen Saiten angeht. Es gab für die Field-Recordings und die Modulation, die auf „Unmaker“ genutzt wurden, sogar schon prominentes Lob von Peter Albrechtsen, der an den Soundtracks von „Antichrist“ oder  auch“Dunkirk“ mitgewirkt hat. Adelung von oben garantiert aber noch kein tolles Album, was kann also „Unmaker“?

„Unmaker“ macht seinem Namen alle Ehre

„Imperial“ steigt gleich mit tonnenschwerem Riffing ein, ehe der Song eher sphärisch wird und sich zum Ende hin eigentlich eher dem atmosphärischen Post-Metal verschreibt. Auch Nachfolger „Desecrator“ hält sich am Marianengraben stimmungsmäßig auf, ist dabei in seinen asozialen Riffs aber noch überaus eingängig geraten. „Division“ und „Forger“ geben ebenfalls volles Pfund und lassen nicht ab. Wären das ständige Gebelle von Gitarrist Christian Bonnesen und das Downtuning nicht und die Songs ein wenig mehr  in die Länge gezogen, kämen LLNN unter Umständen durchaus wie eine typische Post-Metal Band daher. Allerdings loten LLNN solche Extreme aus, die sie dann stimmungsmäßig von den eher atmosphärischen und bedachteren Vertretern im Genre dann wieder voll entfernen.

Allein schon das Kombinieren industrieller Werkzeuge und Produkte in den Field Recordings mit der scheinbar tiefsten Stimmung die ging in Sachen E-Gitarren verrät, was die Intention der Soundästhetik bei LLNN ist: den Hörer möglichst erdrücken und kalt, schroff, sehr unmenschlich agieren. Somit wird dem Titel „Unmaker“ alle Ehre gemacht. Gratulation, Operation gelungen, Patient tot!

LLNN sind (noch) ein One-Trick-Pony

Denn so überaus brutal das ganze auch daher kommt, der Trick ist auch relativ schnell auserzählt. Wenn LLNN nicht auch noch großen Wert auf Atmosphäre legen würden, die eben nicht nur über die Synthies und Field-Recordings aufgebaut wird, sondern auch Gitarren („Interloper“, „Forger“, „Tethers“). Stellenweise erinnern hier Riffs an den DOOM-Soundtrack, manchmal an die angeschwärzten französischen Hardcoreler CELESTE, aber es bleibt immer im Dienste der Songs. Keine Kopie von Genrevorgaben oder Vorbildern, vielmehr sind hier lediglich ähnlich gelagerte Stimmungen zu vernehmen. Leider sind diese Momente in den Songs zu spärlich gesät, so dass sich der Großteil des Albums doch schon sehr ähnelt und im Schema gleich bleibt.

So macht „Unmaker“ kurzfristigen Spaß zum Schwelgen in Melancholie angesichts einer immer apokalyptisch werdenderen Welt oder auch wahlweise zum Vermöbeln des Sandsacks, hat darüber hinaus aber keine besonders hohe Langzeitwirkung. Ansätze zu mehr sind aber definitiv vorhanden. Daher lässt sich LLNN nur noch wünschen, diese beim nächsten Album auch zu nutzen und besser auszuspielen. So taugt „Unmaker“ sonst nur als der Beweis, Hände aus Stahl zu haben, um diese Tunings spielen zu können.

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18.09.2021

"You can't spell Funeral without Fun!"

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1 Kommentar zu LLNN - Unmaker

  1. Schraluk sagt:

    Richtig finsteres Brett der Dänen. Und auf Albumlänge das beste Ding bisher. Schöner Mix aus der neuen Erdve, alten All Else Failed und Botch und so n Kram. Schade, dass bei Metal.de anscheinend keiner wirklich Bock auf so ne Art Krachkunst haben.

    8/10