Lullacry - Crucify My Heart

Review

Die finnische Band „Lullacry“ veröffentlicht mit „Crucify My Heart“ bereits ihr drittes Album seit ihrem Debüt 1999. Zierte auf dem 2001 Release „Be My God“ noch die blonde Frontfrau Tanya das Cover, hat man sich mittlerweile aufgrund musikalischer Differenzen getrennt und stattdessen Tanja als neues Rockkehlchen angeheuert. Schon sehr fanfreundlich, wenn die Sängerinnen fast identische Namen haben. Wo ich gerade bei Namen bin. Wer findet außer mir, dass „Heavy“ selbst für einen Bassisten ein selten dämlicher Name ist? Vielleicht sollten hin da seine Bandkollegen auch mal drauf hinweisen. Aber genug des Geschwafels. Musiktechnisch ist man hörbar bestrebt, den selben Zug Richtung Charts zu nehmen wie Bands wie „Lambretta“ oder auch die deutschen „Die Happy“. Passend dazu gibt es mit „Don’t Touch The Flame“ eine Singleausskopplung. Warum man aber gerade auf eines der schwächsten Stücke der Platte setzt, bleibt mir ein Rätsel. Der eher lahm rockenden Ballade, fehlt so gut wie jeglicher Biss und Wiedererkennungswert. Da drängt sich mir schon der Gedanke auf, dass man hier auf Teufel komm raus auf Chartstauglichkeit getrimmt hat und im Niemandsland gelandet ist. Die Stärken liegen, ähnlich wie schon beim Vorgänger, in den aggressiveren, an Hard Rock angelehnten Stücken, die zuweilen etwas in Richtung Crossover und (Pop-)Punkrock gehen. Hier vermischt sich ein sehr druckvoller Bass mit schwer rockenden Gitarren und beatlastigen Drums. Die treibende Rhythmusabteilung und die effektbeladenen Gitarren erinnern mich ansatzweise ein klein wenig an Michael Amotts „Spiritual Beggars“ zu ihren Stoner Rock Zeiten. Vom Songaufbau her setzt man bei „Lullacry“ im Wesentlichen auf einfache, sich wiederholende Strukturen, die mit sich leicht im Ohr festsetzenden Melodien verbunden werden und eine schnelle Eingängigkeit garantieren. Gerade letzter Punkt gelingt den Finnen ganz gut, was eindeutig an Sängerin Tanja liegt, deren Stimmchen doch eine recht interessante Färbung hat – gut, mag vielleicht der finnische Akzent sein – aber es wirkt. Wo ich allerdings etwas genauer hingehört habe, ist dass sie ihre Stimme sehr oft doppelt, um mehr Volumen zu erziehlen. Nichts Ungewöhnliches an sich, dennoch ist es mir bei „Lullacry“ besonders aufgefallen, weshalb ich gerne mal einen Livecheck machen würde – nur wegen der Stimme natürlich. Zieht man drei lahme Balladen ab, bleibt ein nettes, chartstaugliches Rockalbum mit hängen bleibenden Melodien, das man sich entspannt immer wieder anhören kann.

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21.03.2003

Der metal.de Serviervorschlag

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