Maamuut - W.A.R.

Review

Hoppla – da trudelt als Nachzüglerin die Debüt-Scheibe der Chemnitzer MAAMUUT ein und beantwortet gleich mehrere Fragen. Funktionieren fette, bluesige Riffs in Kombination mit Mike-Patton-artigen Vocals? Werden die Ansprüche an Musik erfüllt, wenn ein überragend gestaltetes Cover-Artwork auf die neue AHAB-Platte schließen lässt, inhaltlich aber Alternative-Metal und Heavyrock warten?

„Aus Alt mach Neu!“

Setzt die Band nach einem etwas zu langatmig ausgefallenen Intro („Extinctio Generis Humani“) mit den beiden ersten Stücken („Skyfall“, „W.A.R.“) noch auf die Grundlagen-Karte, veredelt sie die schweren Riffs mit moderneren Arrangements, die nicht jedem schmecken werden. Im Gesamtergebnis macht diese Vorgehensweise aber Sinn.

Letztlich entwickelt sich beispielsweise „Karma“ vom Banger mit einem wunderbar organischen Gitarren-Lick am Anfang zu einer Nu-Metal-Stadion-Nummer. Ein balladeskes Intermezzo kommt mit „If We Knew“, dass einige Dekaden zuvor auch aus dem DEF LEPPARDschen Proberaum erklungen haben könnte.

„W.A.R.“ ist nur streckenweise düster

Thematisch verarbeiten MAAMUUT auf ihrem Erstling natürlich Themen, die aus den menschlichen Abgründen erwachsen sind. Die Songs werden aber nur teilweise von einer Schwere getragen, die nicht immer gut verdaulich ist. Hören wir „Blue Lights And Sirens“, regt sich sogar das Tanzbein und wir stellen uns den Song während einer durchgeschwitzten Clubnacht vor. Der Mittelteil ist dynamisch mit einem wunderbaren Downer in Szene gesetzt und wieder erklingen HENDRIX-Gitarren, die anschließend alle LINKIN-PARK-Fans zu einer Siegespose veranlassen (aber nur für einen ganz kurzen Moment).

Stellen wir also fest, dass MAAMUUT vielfältig sind und „W.A.R.“ neben gutem Songwriting, in erster Linie beweist, dass die junge Band weiß, wie sie klingen will. Das klangliche Finish kommt souverän, passgenau und macht Spaß.

MAAMUUT auf dem Zettel behalten

Für ein Debüt bietet „W.A.R.“ wirklich kaum Angriffsflächen und auch wenn der versierte Gesang doch noch etwas mehr Abwechslung vertragen kann (zum Beispiel ein gelegentlicher Ausflug in die Harsh-Vocals-Abteilung), beschreiben fast alle Songs eine Spannungskurve, die einem Höhepunkt, in Form eines dicken Riffs, eines gekonnten Solos oder einem breit angelegten Refrain zustrebt.

Classic-Rock-Anhänger:innen, Blues-Freund:innen und Grunger:innen werden mit „W.A.R.“ sicherlich ein paar vergnügliche Stunden haben.

19.05.2026

Left Hand Path

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