Malsain - The Disease

Review

Die Norweger von MALSAIN haben mich wirklich überrascht. Denn „The Disease“ tönt druckvoll, dynamisch, gemein, gut produziert, wartet mit metallischen Riffs auf und schneidet dabei deutlich besser ins Fleisch als die Wurfsterne neulich, die Schalker Fans lachhafterweise gegen mein Dortmund-Shirt schleuderten und dabei die Widerstandskraft von schwarz-gelb kläglich unterschätzten.

Denn schon das Opening-Trio „An Old Asylum“, „Cement Forest“ (der beste Track des Albums) und „The Disease“ zeigt gutklassige, unheimliche tönende Arrangements, ein Faible für Verzierungen, die jedoch immer die Eigenart betonen und keineswegs den Vordergrund bilden. Der hämmernde Bass fällt besonders ins Ohr; das Instrument wird durchaus führend eingesetzt und treibt stets vorwärts. Das Tempo hält zumeist die Mitte; das passt auch ganz ausgezeichnet. Der Gesang erklingt keifend, dabei kraftvoll, ähnlich KEEP OF KALESSIN wird hier gute Musik UND guter Gesang dargeboten, aber das kennen wir ja von den Norwegern.

Das Instrumental „Memories From The Past“ Fährt Loops auf, sehr strange und sehr geglückt, das Intermezzo. „Chambers Of The Sick“ spielt wieder mit Endneunziger-Black der hallenden Art, allerdings schneiden sich dann schräge Riffs durchs kaum mehr belaubte Geäst; der traurige Unterton passt, ein unheimliches Break filmreifer Art, äußerst gut plaziert (dafür gibts wirklich die volle Punktzahl) fräst sich durch den Song. In „Mechanical Rain“ sieht es kurz so aus, als würden gleich sämtliche Schrauben und Nieten des auf Tauchfahrt sich befindlichen U-Boots sich nach innen gegen die arglose Besatzung wenden, indem sie munter aus den Nähten springen. Die Gitarren werden untypisch für BM eingesetzt, metallisch, hart, nicht wespenhaft, sondern mit hallendem, klaren Groove.

„Isolation“ beginnt akustisch, dann schreddern Gitarren: MALSAIN sind nicht so experimentuierfreudig wie KROHM oder KEEP OF KALESSIN, dennoch sind auch sie nicht nur in der reinen Lehre des Black heimisch. Das macht sie interessant. Denn sie sind gut. Das monotone Midtempo schafft eine unheimlich-anmutende Atmosphäre. „Intruder“ und „The Marsh 2: Unexpected Visit“ führen diese Linie fort, auch modernere Elemente wie eckiges Riffing halten vorsichtig Einzug, dennoch bleiben die Songs im Fluss. „Hell On Earth“ bietet zum Abschluss nett krächzende Vocals zu beinahe postrockigem Soundgewaber, das allerdings immer noch zu sehr mit Licks dursetzt ist, um wirklich Post Rock zu sein. Aus dieser Band kann etwas werden, soviel ist klar.

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14.10.2007

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