Naumachia - Callous Kagathos

Review

Und wieder eine Melodic Black/Death Metal-Band aus Polen. (Anscheinend gibt’s da mittlerweile ein Nest.) Allerdings geht es diesmal noch moderner und sogar unmelodischer zu, als bei SAMMATH NAUR.

Seit ihrer Erstveröffentlichung „Wrathorn“ im Jahre 2004 hat sich in Sachen Songwriting im Hause NAUMACHIA Einiges getan. Geblieben sind die CATAMENIA-ähnlichen Teile, die hier und dort mal durchsickern, hinfort sind die Melodic Death-Einflüsse a la IN FLAMES oder DARK TRANQUILLITY, gekommen sind dafür Anleihen aus dem Jazz-, Progressive-, Prügel-Black- und Brutal Death-Bereich. Und als wäre das nicht genug, tönt darüber noch ein Keyboard in sphärisch-futuristischen Klängen, disharmonisch bis zum Gehtnichtmehr. Betrachtet man jedes Lied für sich, mag es vielleicht spannend oder genial sein, was die drei Polen da zaubern, aber auf Dauer (gerade bei knapp 50 Minuten) geht diese Mischung einem, gelinde gesagt, auf den Wecker. Aus diesem ganzen Wust an modernem, progressivem Melodic Black/Death-Geprügel sticht einzig und allein der Bonus Track „Deadly Threshold“ heraus, der sogar mit einer weiblichen Sängerin glänzen kann. Wundervolle Harmonien mit sattem Unterbau und reinem, klaren Gesang. Könnte glatt ein Cover sein, aber meinen Nachforschungen zufolge ist es doch keines. Da fragt man sich, was ein solcher Song mit den restlichen Liedern der Band zu tun hat.
Allerdings hat auch dieser Song seine kleinen Macken. Beispielsweise beginnt die mir unbekannte Sängerin an manchen Stellen dermaßen in die Höhe zu schnellen, dass sie merklich und hörbar die Töne nicht mehr trifft. Hinzu kommt eine äußerst grausige Englisch-Aussprache beider Vokalisten – mit Ruhm hat man sich da wahrlich nicht bekleckert. Trotzdem ist der Bonus Track meines Erachtens der beste Song auf dem gesamten Album – aber über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich streiten.

Halten wir also fest: NAUMACHIA sind definitiv vertrackter/progressiver und aggressiver geworden. Ob das allerdings so toll und der Band zuträglich ist, sei mal dahingestellt. Was aber positiv zum Vorgänger auffällt, ist das definitiv bessere Songwriting. Wirkte bei „Wrathorn“ noch alles irgendwie aneinander gekittet, kommen die Lieder bei „Callous Kagathos“ wie aus einem Guss. Allerdings hilft das alles nichts, auf Dauer ist die Musik einfach zu anstrengend. Wer auf vertrackte und anstrengende Sachen steht, wird hier sicher seinen Spaß haben. Der Otto-Normal-Melodic-Black(/Death)-Verbraucher sollte allerdings lieber erst einmal ein Ohr riskieren.

02.07.2008

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