On thorns i lay - Threnos

Review

So manche Bandbiografie schlägt Haken um Haken, ohne irgendwo anzukommen. Im Fall von ON THORNS I LAY dauert die Reise schon 25 Jahre. Einige Einträge im Lebenslauf erinnern entfernt an die Irrungen und Wirrungen von PARADISE LOST. Wie den englischen Doomern wurden auch ON THORNS I LAY die Grenzen ihres Genres zwischenzeitlich zu eng.

Nach einem eher kurzen Ausflug in experimentellere (Gothic-)Rockgefilde herrschte über zehn Jahre Funkstille. 2015 besannen sich die Griechen auf ihre Wurzeln und kehrten zur ehemaligen Mixtur aus Death und Doom zurück.

Allerdings suchten Album Nummer sieben und acht nach einem griffigem Mischverhältnis. Für den neunten Streich, ”Threnos”, konnte die Band dazu die Expertise des Mixmeisters Dan Swanö gewinnen.

ON THORNS I LAY – auf der Suche nach der zünden Mischung

Mit dem an NAILED TO OBSCURITY erinnernden Opener startet das Sextett eher unspektakulär. Nach austauschbarem Midtempo-Riffing und einem Refrain mit wenig Sogwirkung bekommt der Song in der zweiten Hälfte die Kurve. Keyboards und Gitarren heben zu einer epischen Melodie an. MY DYING BRIDE und vor allem SATURNUS lassen grüßen. Damit steht ”Song of Sirens” stellvertretend für den Rest des Albums.

ON THORNS I LAY steht der Doom eindeutig besser als der Deatheinschlag. Immer wenn die Gitarren (wahlweise auch die Geige) in schwermütigen Melodien schwelgen, zeigt sich ganz klar die Stärke von ”Threnos”. Doom-Perlen wie ”Cosmic Silence” oder ”Erynies” klagen gekonnt ihr Leid. Die knappen Ausbrüche fügen sich hier auch harmonisch ins Gesamtbild.

Wenn die Band aber ausnehmender dem Death Metal huldigt, wird´s zäh. Die handwerkliche Qualität steht nicht nur wegen der Produktion durchweg außer Frage. Besondere Highlights sind dann aber nicht zu erwarten.

Dergestalt rumpelt ”Misos” recht unmotiviert vor sich hin. Hinzukommt, dass die tiefen Growls von Stefanos Kintzoglou in solchen Momenten besonders monoton vor sich hin pöhlen.

”Threnos“ – Klagen im Sekundenschlaf

”Threnos” hinterlässt auch oder gerade nach mehrmaligen Hören einen Eindruck, der schwer zu fassen ist. Am besten lässt es sich wie ein Sekundenschlaf beschreiben.

Die todesbleiernen Passagen lullen einen immer wieder ein. Die flehenden Melodieläufe holen einen dann wieder zurück und belohnen die neu aufkommende Aufmerksamkeit.

Im Vergleich zum Vorgänger ”Aegean Sorrow” scheinen ON THORNS I LAY eine genauere Ahnung davon zu haben, wie der Spagat zwischen Tod und Verhängnis, Death und Doom gelingen könnte. Mit etwas mehr Mut zur Schwerpunktsetzung könnten sie ihre Stärken noch besser ausspielen.

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15.02.2020

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