Origin - Entity

Review

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Wer Lust hat, sich mal wieder von einem gnadenlosen, unberechenbaren Hochgeschwindigkeitszug überrollen zu lassen, der sollte “Entity”, das neue Album der amerikanischen Brutal-Tech-Deather ORIGIN diese Aufgabe übernehmen lassen. Für die Band ist es die erste Veröffentlichung beim Branchenriesen Nuclear Blast, was jedoch keinerlei Einbußen in punkto Durchschlagskraft zur Folge hat. “Entity” ist eine der wahnwitzigsten, technisch anspruchsvollsten und zugleich eingängigsten Death Metal-Walzen, die mir seit Langem untergekommen ist. Stumpfheit und ermüdende Simplizität sind hier Fehlanzeige. ORIGIN klingen modern, haben es aber nicht nötig, mit Breakdowns und anderen typischen Elementen die Deathcore-Schublade zu bedienen. Ihre Songs sind mal knackig kurz und mal sieben Minuten lang, immer aber voller Adrenalin, Aggression und Hass, Boshaftigkeit und Zorneslust gepaart mit technischem Anspruch.

Von der ersten bis zur letzten Sekunde regiert hier der Dampfhammer, man kann es sich sowohl gehörig dem dem Knüppel besorgen lassen, wie auch interessiert zuhören, wenn überraschende Wendungen und technische Details den musikalischen Wert dieses herrlich fiesen Gewaltausbruchs erhöhen. Die Growls und Screams dringen durch Mark und Bein, die Gitarren schneiden scharfe Kanten in den glattegebügelten Alltag, die Drums donnern mit Präzision, Wahnsinn und Doublebass den Kalk von der Wand. Kleine Kinder laufen schreiend davon, Eltern sind besorgt, die Bevölkerung panisch, die Sicherheitsstufe auf leuchtend rot. Die Atmosphäre ist bedrohlich, morbide und vernichtend, Vögel zwitschern nicht mehr, die Sonne verdunkelt sich freiwillig. “Saliga” ist ein annspruchsvolles, schwer greifbares Bollwerk, dem man sich nur zögerlich nähert, dessen Gestalt aber mehr Faszination ausstrahlt, je mehr man sich überwindet. “Fornever”, “Comitted” und “Banishing Illusion” machen gar nicht erst den Eindruck als kannten sie die Bedeutung des Wortes “Gnade”.

“Entity” ist Death Metal, wie ich ihn am liebsten habe, eine Energie verströmende Melange aus CANNIBAL CORPSE, DYING FETUS und NAPALM DEATH, die das innere Biest moralisch fragwürdig zum Leben erweckt. Sie schmerzt, befreit, erlöst, schafft ehrfürchtige Blicke und befeuert nie gekannte Misanthropie. Sie tötet. Und sie weckt Tote wieder auf. ORIGIN verleihen Macht. Ohne Rücksicht auf Konventionen. Denn heute regieren nur sie.

01.06.2011

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