Place Of Skulls - As A Dog Returns

Review

Seit dem letzten Lebenszeichen „The Black Is Never Far“ sind vier Jahre in den Süden gezogen. Nun melden sich die Südstaatler PLACE OF SKULLS mit „As A Dog Returns“ zurück. Die Mischung ist erdig, kernig, auch brachial zum Teil. Im Opener „The Maker“ regiert Doom, und zwar der der besten Sorte. Die Gitarren sind tief gelegt, sensen langsam, aber effektiv. „Breath Of Life“ eröffnet akustisch, atmosphärisch; immer hallt dumpfes Gebrumme hinter den stählernen Akkorden. Der Gesang gefällt mir sehr, denn weder haben wir es mit einem Kastrat noch einem Messiah Marcolin-Epigon zu tun.

Stattdessen ackert sich Vocalist Victor Griffin (auch PENTAGRAM) durch staubigen Stoner-Doom mit Southern-Vibes. Der Instrumentalabteilung sind auch Ausflüge in psychedelische Sphären erlaubt. Schön schweres Tonnenriffing drückt; die ausgeklügelten Soli entführen auf den Beifahrersitz des Pontiac Firebird. Das Tempo ist nicht hoch, dafür lehnen wir uns aus dem Seitenfenster und genießen die Gebirgslandschaft und inhalieren den Wind, den Staub, öligen Dunst. Christlich gestimmt schlittern wir durch die Halbballade „Though He Slay Me“.

Ziemlich lässig, mit welch schwerem Sound wir hier zugenebelt werden. Die Retro-Woodstockwelle ist nicht aufzuhalten. „Psalm“ erinnert an friedlichere Zeiten. Die druckvollen Bassläufe treiben Schlangen und Scorpione aus ihren Verstecken. Etwas erinnert mich das schräge Riffing an CATHEDRAL. Die Musik würde auch fein zu ST. VITUS passen. Und, wir erinnern uns kurz, Old „Wino“ war ja einmal Gesangesakrobat bei PLACE OF SKULLS. „Dayspring“ entstand unter Volldröhnung, nehme ich mal an. Es schillert, mäandert, wabert. Die Gitarrenlicks wandern angenehm durch die Endsechziger. Wer sich an Iommis Soloalbum „Seventh Star“ erinnert und dabei besonders an den Titelsong, „No Stranger To Love“ und „Heart Like A Wheel“, müsste sich den Sound PLACE OF SKULLS ganz gut vorstellen können.

Gut, die US-Boys sind härter, man muss es sagen. Die zuckrigen Linien in Gesang und Leads fehlen. Dadurch wird das Album auch interessanter. Der Überlängesong „Timeless Hearts“ mit einer Starkstromspannungshookline, welche WHITESNAKE leider nicht mehr aus dem Ärmel zu schütteln in der Lage sind, mutiert zu einem richtig geilen Hit. Überhaupt, man muss es sagen, diese Platte ist richtig gut, fett, schwer. Das Harmonika-Solo schafft eine Anspannung, als würde gleich Bronson im Saloon auftauchen und misstrauisch seine Blicke nach Fonda ausrichten. „Timeless Hearts“ ist grandios geglückt. „He’s God“ entschwebt wieder in Acid, um sodann mit locker aus dem Halfter geschüttelten Leads und einer sehr traurigen Chorusline aufzuwarten. Auch ziemlich cool.

„Desperation“ ist ein STEPPENWOLF-Cover. Mit dem tiefenverstellbaren Auspuff-Gitarrensound blasen PLACE OF SKULLS jede Doom-Kapelle vom Gottesacker. Das heavy-as-fuck tönende „As A Dog Returns“ beschließt ein feines Rockalbum einer ziemlich guten Südstaaten-Band, welche David Coverdale mit derartigen Songs angemessen den Boden vermisst. Immer, wenn PLACE OF SKULLS Fahrt aufnehmen wie CATHEDRAL, sind sie unschlagbar.

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12.12.2010

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