Raintime - Psychromatic

Review

Ich kann mich noch immer bestens an “Flies And Lies“ erinnern, praktisch das Album, mit dem RAINTIME vor vier Jahren erstmals richtig Aufmerksamkeit bekamen, und das nicht ganz zu unrecht. Die Mixtur aus Power Metal der wahrhaftig allerkitschigsten Sorte und Melodic Death Metal trieb mir seinerzeit bereits beim Lesen der Promoinformation die Tränen in die Augen – in negativer, absolut befürchtender Hinsicht. Letztlich sind die Italiener bis Heute jene Band geblieben, die mich trotz übertrieben kitschigem Keyboard vollkommen überzeugen konnte. Kreativität war allemal mehr als nur im Ansatz zu spüren, doch mit “Psychromatic“ sprengen die Jungs den Rahmen nochmals um Welten.

Eigentlich gibt es überhaupt keine andere Alternative, der erste Durchlauf dieses Albums kann nur enttäuschend, verwirrend und desorientiert ausfallen, denn mit den RAINTIME von 2007 hat das rein gar nichts mehr zu tun. Allerdings meine ich langsam verstanden zu haben, dass die Mannschaft um den äußerst variablen Sänger Claudio Coassin keine Band ist, die jemals auf der Stelle treten wird. Eine Bewegung, ob nach vorne oder nach hinten, wird vermutlich immer zu verzeichnen sein. Auf ihrer neusten Scheibe zeigt der Trend aber eindeutig in die richtige Richtung.

Dabei sind die Melo-Death-Elemente irgendwo in dem Sog von unglaublich breit gefächertem Alternative Metal, Core-Einflüssen und tollen Progressive-Einlagen aus Rock und Metal in den Hintergrund gedrängt worden. Hinzu gesellt sich ein dermaßen präsentes Tasteninstrument, das von ruhigen Begleiterscheinungen, bis hin zum Alleinunterhalter jegliche Spektren abdeckt, dabei aber nie nervig, aufgesetzt oder plastisch wirkt. Stattdessen untermalt es die mörderische Vielseitigkeit von RAINTIME grandios.

Hinsichtlich ihrer Einflüsse tangieren die Südeuropäer viele ganz große Nummern der Rock- und Metalgeschichte. Neben DREAM THEATER, CHILDREN OF BODOM oder IN FLAMES, fallen immer wieder kurze Passagen auf, die hier mal an Bands wie EVERGREEN TERRACE erinnern, um dann wieder mit einer Portion Devin-Townsend-Wahnsinn zu überraschen. Mal heavy, mal rockig, dann wieder ein wenig punkig – RAINTIME verfügen über ein großes Arsenal musikalischer Möglichkeiten, welches sie nahezu optimal zu ihrem Vorteil nutzen.

Letztlich macht auch die atmosphärische Schlagfertigkeit “Psychromatic“ zu einem extrem hochklassigen Album, denn über wüste Aggro-Nummern wie “Beaten Roads“ bis zu fast schon ein wenig melancholischer Düsternis a la KATATONIA verbreitend (“Shift“), ist die Platte vollgepackt mit süßen Überraschungen. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste italienische Bescherung!

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26.04.2011

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2 Kommentare zu Raintime - Psychromatic

  1. Anonymous sagt:

    Das ist wirklich eine Empfehlung zum Abgewöhnen. Langweilig und mit schrecklichem Gesang. Die meiste Zeit eben gewöhnlicher MDM mit Power Metal untersetzt, der einem wirklich aus dem Hals hängt. Was soll denn hier bitte „Progressive Rock“ sein? Auch schon das als Progressive Metal zu nennen. Egal ganz schreckliches Teil.

    3/10
  2. Christian sagt:

    Ok, ich sehe es ein wenig anders. Habe jetzt mal drei Durchläufe gehabt und mittlerweile gefällt mir die Scheibe sehr gut. Ohne das jetzt groß im einzelnen analysieren zu wollen bin ich heilfroh, dass ich durch dieses Review auf diese starke Band gekommen bin.

    9/10