Red Aim - Niagara

Review

„Never heard metal sound like this before?“ Diese Eingangsfrage hätte man bisher bei jedem RED AIM-Album uneingeschränkt mit Ja beantworten können. Bei ihrem neuen Werk „Niagara“ funktioniert dies leider nur noch mit Abstrichen. Die fünf Jungs sind ernster geworden, was ich persönlich sehr schade finde. Vorbei sind die Zeiten, als das andere Geschlecht noch mit einem Augenzwinkern gebeten wurde, niederzuknien und um Vergebung zu blasen. Vorbei sind die Zeiten, als Frontmann Dr. Don Rogers mit seinen brutal hohen Vokaleskapaden für einen positiven Schockzustand sorgte. Haben RED AIM Angst, in die „Spaßband-Schublade“ gesteckt zu werden? Hoffentlich nicht, denn sonst fehlen auf dem nächsten Album vielleicht gänzlich die Reminiszenzen an ihre durchgeknallte Vergangenheit. Diese schimmern auf „Niagara“ zum Glück in Form von Songtiteln wie „Matula“ (Hommage an den legendären Komissar aus „Ein Fall für Zwei“), „Crying Is Blackmail“ oder „Burnout In Israel“ immer noch durch. Auch die Idee, bei den Tracks „Salamander“, „Niagara“ und „Burnout In Israel“ (übrigens die besten der Platte) einen Kinderchor hinzuzuziehen, würde dem geneigten Hörer in Zukunft schmerzlich abgehen. Hat ihnen früher ihre Abgefreaktheit samt der ungewöhnlichen Einfälle das gewisse Etwas verliehen, deutet sich jetzt der Weg hin zu einfach nur guten Metal-/Rocknummern mit einer im Vergleich zu den letzten Alben stark verminderten Stoner-Schlagseite an. Dass RED AIM damit immer noch weit oberhalb des durchschnittlichen Einheitsbreis musizieren, ist dank den immer noch schweinecoolen Vocals von Dr. Don Rogers, einer effizient eingesetzten Hammond-Orgel und Ohrwurm an Ohrwurm (man nehme nur das in gelösterer Form an MASTERS OF REALITYs „Deep In The Hole“ erinnernde „Hard 16“) unausweichlich. Trotzdem haben mir abgefahrene Ideen wie „Aprilfuckers“, „My Lovely Mr. Singingclub“, „Bupp, The Tasmanian Devil“, „My Jonaise“ oder „Em Zabbebabba Sai Bou“ besser gefallen. Die Welt ist ernst genug, weswegen RED AIM dies nicht auch noch sein müssen.

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24.11.2003

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