Red Aim - Flesh For Fantasy

Review

„Ladies and Gentlemen, that’s Rotz & Roll!“ Mit diesen Worten startet der flotte Opener „The Golden Nonstop“ von Red Aims neuem Output „Flesh For Fantasy“ und gibt dabei genau die passende Marschrichtung vor: Es wird gerotzt und gerockt, was das Zeug hält, wobei sich die Mannen um Shouter Dr. Don Rogers aber von ihren früheren Stoner-Kyuss-Wurzeln etwas losgelöst haben und anno 2002 eher dem rauhen, harten, dreckigen Rock ergeben sind. Herausgekommen sind dabei äußerst coole Abgehnummern, die sich vor allem durch ihren wummerndem Bass, ihre erdigen, knackigen Riffs mit vereinzelten orientalischen Spielereien und durch den abgedrehten, abwechslungsreichen Gesang des Doktors, der von quietschend hohen über rockig-lässige bis hin zu Elvis-artigen Tönen alles aus seinen Stimmbändern herausholt, auszeichnen. Hört euch mal Songs wie „My Lovely Mr. Singingclub“, „Aroma“ oder „Goodbye Sam, Hello Samantha“ an und ihr werdet euch ein dickes, breites Grinsen nicht verkneifen können. Das liegt zum einen an der abgefahrenen Gesangsperformance, zum anderen aber auch an Red Aims nicht immer ganz jugendfreien, freizügigen, lustigen Texten, in denen Ironie und fehlende Ernsthaftigkeit groß geschrieben werden. Andernfalls würde man auch bei großspurigen Ankündigungen wie „Ladies and Gentlemen, we present the best band in the world!“ oder Songtiteln wie „Kneel Down And Blow For Forgiveness“ verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Noch dazu haben sich drei Bonbons auf „Flesh For Fantasy“ eingefunden: Da wäre einmal das gelungene Scorpions-Cover „Rock You Like A Hurricane“, dessen Titel Red Aim auf diesem Silberling alle Ehre machen. Desweiteren haben die vier Saarländer ihren 99er-Song „Aprilfuckers“, der sich textlich auf die etwas andere Art mit dem Dreigestirn aus Knight Riders Foundation für Recht und Verfassung (Michael Knight, Devon Miles und eben April) befasst, in verbessertem Soundgewand aufgenommen. Diesem schließt sich als Hidden-Track noch ein Stück an, das ich jetzt einfach mal „Johnny The Trucker“ nenne, in dem uns Dr. Don Rogers (v), Benni (g), El Davide (b) und Gemb (d) Nachhilfe in Englischdeutsch (oder Deutschenglisch?) geben. Kultig! Somit ist „Flesh For Fantasy“ ein Album geworden, das gnadenlos rockt, viel gute Laune verbreitet und einfach nur Spaß macht. Unbedingt anchecken, denn Red Aim sind cool, machohaft und verrückt bis in die Spitzen ihrer Bikerstiefel!

24.04.2002

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1 Kommentar zu Red Aim - Flesh For Fantasy

  1. Tormentor sagt:

    für das ultratolle artwork vergebe ich gleich mal fette 4 punkte…

    4/10