Ride For Revenge - Thy Horrendous Yearning

Review

Hells Headbangers bringen das sechste Album von RIDE FOR REVENGE als LP raus und wollen auch weitere Titel des Backkatalogs auf Vinyl veröffentlichen. Also mal reingehört. Nach einem etwas befremdlich klingenden Intro, das an extraterrestrische Verdauungsprobleme denken lässt, setzt eines der wohl stupidesten Riffs der Metal-Geschichte ein. Ja, es gibt diese Oldschool-Attitüde, vollends auf Monotonie und simple Strukturen zu setzen – erinnert mich in Auszügen an „Hell’s Teeth“ von CULTFINDER, die das auch nicht gut, aber immerhin noch besser als RIDE FOR REVENGE machen. Primitives Chaos funktioniert, das beweisen Kapellen wie BESTIAL RAIDS – zuletzt eindrucksvoll in Form von „Master Satan’s Witchery“. Gegen „Thy Horrendous Yearning“ agieren die War-Metal-Polen aber geradezu filigran.

„Thy Horrendous Yearning“ von RIDE FOR REVENGE für den Plattenteller

„Soul Abortion“ ist als erster richtiger Song auch der erste monumentale Ausfall. Unfassbare 14 Minuten Downtempo-Geschrubbe, das sich im hinteren Teil zu etwas entwickelt, das kaum noch beschreibbar ist. Experimentelle Züge in allen Ehren, nur ansatzweise sinnig darf es doch sein. RIDE FOR REVENGE wollen hier wohl ihre Noise-Neigung zelebrieren, liefern stattdessen aber Skip-Argumente am laufenden Band. Als würde man einen Radiosender suchen, nachdem man vorher die Antenne abgeschraubt hat. Natürlich ist diese Art von Musik nicht für die Massen gedacht. Trotzdem: erst mal die Lautstärke drosseln, das tut ja schon weh.

Schneckentempo-Metal alter Schule und als Noise getarnte Störgeräusche

In „Sexual Rhythm Of Death“ hört man im psychedelischen Teil einen Funken Interessantes, auf Dauer ist auch das aber viel zu eintönig. Der Titelsong geht endlich mal über „langsam“ hinaus, hier liefern die Finnen den geradlinigsten Track auf ihrem sechsten Studioalbum. „Secrets Of Cryptic Metal“ ist vielleicht ein gelungener Titel, letztlich aber gar kein richtiges Lied – und das fast neun Minuten lang. „Thy Horrendous Yearning“ ist wie Treibsand: ein unerträglich langsamer Gehörtod. Eilt herbei, ihr Trven, und beschimpft mich!

27.01.2017

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