Riefenstahl - Instinkt

Review

Während ich RIEFENSTAHL’s Debüt-Album „Seelenschmerz“ noch als eine düstere und teilweise kantige Variante von OOMPH meets SUCH A SURGE meets PARADISE LOST zu schätzen gelernt habe, klingt „Instinkt“ sehr viel reifer. Zwar wird nach wie vor ein Crossover aus Rock, Gothic und Nu Metal gespielt, allerdings versucht die Band mit diesem Album mehr in Richtung Mainstream zu gehen, Gitarrenmusik mit deutschen Texten zu spielen, einfach runder zu klingen. Das muss sicherlich nicht falsch sein, doch während SILBER diesen Schritt mit ihrem Zweitwerk „Hier Und Jetzt“ gemeistert und ein Feuerwerk an erstklassigen Melodien mit Hitpotential entfacht haben, fehlt es RIEFENSTAHL’s Album etwas an Abwechslung, Drive und einem positiven Vibe, der umgehend zum Mitsingen animiert.

Musikalisch geht es auf „Instinkt“ beherzt zu Werke, wobei die Texte tiefsinnig sind und niemals platt wirken, wie dies oft bei RAMMSTEIN der Fall ist. Der Grossteil der Songs spielt sich im Midtempo-Bereich ab mit einem guten Gespür für griffige Hooks und einfachen aber wirksamen Songstrukturen. Nach dem streckenweise mitreissenden Opener „Es ist vorbei“ folgt das schwer groovende „Augen auf“, bei dem auch der Chorus durchaus begeistern kann, doch es fehlt das überzeugende I-Tüpfelchen, genauso wie dem fetzigen „Die Zeit heilt nicht alle Wunden“ und der schönen Ballade „(Ich) halt dich fest“, die irgendwie an die BÖHSEN ONKELZ erinnert. So ist „Instinkt“ insgesamt ein zwiespältiges Album geworden. Auf der einen Seite steht die überaus professionelle Produktion und Texte, die wirklich etwas aussagen wollen, auf der anderen Seite fehlen Melodien, die tatsächlich haften bleiben, um im Mainstream, im Pool mittlerweile tausender Gitarrenmusik spielender Bands mit deutschen Texten, überleben zu können und nicht unterzugehen.

Dieses Album ist weder besser noch schlechter als „Seelenschmerz“, aber auf jeden Fall etwas reifer und lässt auf ein drittes Album hoffen, auf dem uns dann hoffentlich auch richtige Granaten um die Ohren geschlagen werden. Wer es etwas schwermütiger und dunkler mag, greift zu „Seelenschmerz“, wer etwas leichtere Kost bevorzugt hört „Instinkt“. Auf jedem Fall beweisst RIEFENSTAHL mit diesem Album, dass man auch in Zukunft mit der Band rechnen sollte.

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21.05.2007

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2 Kommentare zu Riefenstahl - Instinkt

  1. blitz sagt:

    Ich finde die Band einfach Kreativ , so eine geile Deutschsprachige Band habe ich bis jetzt noch nicht gefunden. Sie machen ihr eigenes Ding und hören sich nicht gleich an wie viele andere Band´s. Ich habe sie zufällig auf ein Konzert gehört und war erstaunt das es so eine gute deutschsprachige Band gibt. Das neue Album ist sehr gut geworden, ich freue mich schon auf das nächste aber da muss ich wohl noch ne weile warten.

    10/10
  2. blackchest sagt:

    Unter "kreativ" verstehe ich etwas anderes, zB tatsächlich Kreativität, die vielleicht noch auf "Seelenschmerz" vorhanden war, auf "Instinkt" aber nicht einmal im Ansatz vorhanden ist. Mal schauen, was sich in einem dritten Album ergibt…

    6/10