RPWL - World Through My Eyes

Review

Für Freunde gepflegter Prog-Abfahrten beginnt das Jahr 2005 durchaus viel versprechend. InsideOut veröffentlicht unter anderem neues Material der Genregiganten Arena und SPOCK’S BEARD. Doch den Trip des Monats beschert uns der Vertrieb mit dem Werk von Stephan, Yogi, Manfred und Karlheinz aus Freising (Bayern).

Das Quartett konnte bereits für seine ersten drei Studioalben gute Kritiken einsacken und sich so als eine der ganz wenigen heimischen Hoffnungen im progressiven Rockbereich etablieren. Mit „World Through My Eyes“ liefert man nun erneut einen Strauß, ach was, einen ganzen Garten bunter Melodien, Klänge und Hooklines ab. Der orientalische Einstieg erinnert kurz an das göttliche „The End“ von den DOORS, wobei schon nach wenigen Sekunden relativ hart gerockt wird, bevor dann pünktlich zum einsetzenden Gesang klar wird, warum RPWL eine starke PINK-FLOYD-Schlagseite nachgesagt wird. Diese bildet aber auf dem neuen Output nur die Basis für Ausflüge in einen vielfältigen Klangkosmos. Weicher, warmer Sound umhüllt die wunderschönen, weiten Tonlandschaften. Abwechslungsreiche Synthie- und Gitarreneffekte verbinden sich zu einem sanft treibenden Kunstwerk für Genießer, das raum- und zeitlos zwischen Himmel und Galaxis schwebt.

Zwischendurch veredelt Ray Wilson (ex-GENESIS) das vergleichsweise straighte „Roses“. Das Herzstück des Rundlings ist jedoch der großartige Titeltrack, bei dem man der Experimentiersau völligen Freigang gewährt. Soundfetzen, Halleffekte, Sitarklänge und treibende Rythmen werden zu einem harmonischen Weltklassespektakel verwoben, bevor man sich spätestens bei den Refrains von „Wasted Land“ oder „Bound To Reach The End“, welche den gelungenen Ausklang der Reise bilden, in der relaxten Beobachterposition wiederfindet. Für Sammler und Soundfetischisten gibt es außerdem eine erweiterte Version im Pappschuber, mit 5.1-Mix und zehnminütigem Bonustrack.

„World Through My Eyes“ hat es verdient in einem Atemzug mit Tiamats „A Deeper Kind Of Slumber“ und den Werken von PORCUPINE TREE genannt zu werden. Okay, sicherlich könnte die Band Tempo und Härtegrad gelegentlich deutlicher variieren. Sänger Yogi Lang sollte außerdem an seinem deutschen Akzent arbeiten, welcher an einigen Stellen leicht störend wirkt. Diesen Minimakeln zum Trotz ist „World Through My Eyes“ ein erstklassiges Album, das ein großes Bündel Sonnenstrahlen in den wintergeplagten Herzen der Hörerschaft zurücklässt.

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25.01.2005

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1 Kommentar zu RPWL - World Through My Eyes

  1. Anonymous sagt:

    Wirklich ein klasse entspanntes (Prog-) Rock-Album, dass nicht selten verteufelt stark nach PINK FLOYD klingt. RPWL sind aber ein wenig vielseitiger was ihre Einflüsse angeht und so werden neben indischen Sounds auch Klänge anderer Kulturen verwendet, welche das Album deutlich aufwerten. Ein klarer Punktabzug ist jedoch die teilweise etwas dürftige englische Aussprache. Da hat der Sänger definitiv Nachholbedarf. Ansonsten ist "World Through My Eyes" ein klasse Album zum zurücklehnen und genießen.

    8/10