Savage Master - Myth, Magic And Steel

Review

Galerie mit 11 Bildern: Savage Master - Hell Over Hammaburg 2018

Seit ihrem Debüt „Mask Of The Devil“ sind SAVAGE MASTER fast schon so etwas wie Everybody’s Darling im Underground und natürlich so etwas wie Vorreiter für die neue Welle traditioneller Metal-Klänge aus den US of A. Klar, eine gewisse Authentizität und sympathische Kauzigkeit kann man Stacey Savage und ihren bemützten Begleitern nicht absprechen. Nicht wenige, einschließlich der Verfasser dieser Zeilen, hielten die Band aber bislang auch für gnadenlos überbewertet und keinesfalls für die Retter des traditionellen Stahls. Schauen wir also, ob der dritte Longplayer „Myth, Magic And Steel“ etwas an dieser Meinung ändern kann.

SAVAGE MASTER – Von Pappeimern und Metal-Königen

Ok, das war irgendwie zu erwarten. Der Sound klingt äußerst rumpelig. Besonders die Drums tönen furztrocken und klingen ein bisschen so, als ob jemand auf Pappeimern herumtrommelt. Ok, muss wohl so sein, weil retro, authentisch und so. Zumindest etwas weniger dumpf dürfte der Mix dennoch sein. Zugegebenermaßen gewöhnt man sich aber auch relativ schnell daran, was uns zum eigentlichen Songmaterial bringt.

Der eröffnende Titeltrack ist ein solider Rocker, der so klingt, als wäre Stacey Savage als Kind in ein Fass mit alten MERCYFUL FATE und KING DIAMOND-Platten gefallen. Zumindest versucht sie sich an Falsettgesang im Stile des Königs, was mäßig gut gelingt und eher den Stempel „gewöhnungsbedürftig“ erhält. In der schnellen Metal-Nummer „The Devil‘s Ecstasy“ verzichtet die Frontdame aber nicht nur auf unnötige Höhenflüge, sondern auch auf die, auf den vorigen Alben exzessiv eingesetzten, ständigen Schlenker und Kiekser. Das kommt dem Song an sich durchaus zu Gute und wirkt nicht mehr so erzwungen kauzig.

Denkt zu Beginn von „The Owl“ eigentlich noch jemand an die Angst vor Dunkelheit? Nicht? Hmm, dann liegt es wohl an mir. Aber Spaß beiseite, der Gitarrensound klingt hier besonders authentisch und fängt gelungen die Atmosphäre der späten Siebziger ein. Ein stimmungsvoller Mix aus MAIDEN und BLACK SABBATH mit coolem, hier mal tieferem Gesang, der der Band gut zu Gesicht steht. Der Abwechslungsreichtum von „Myth, Magic And Steel“ zeigt sich auch in einer Nummer wie „Flyer In The Night“, die den Punk-Vibe früher NWOBHM-Releases gekonnt referenziert.

Die folgenden Nummern zitieren häufig IRON MAIDEN, witzigerweise klingt einiges sogar nach deren nach wie vor aktuellem Album „Book Of Souls“, das ja in der Produktion auch wieder ein paar Schritte zurück gegangen ist und auf einen warmen Analog-Sound setzt. Ein etwas gefährliches Experiment wagt die Band in „Lady Of Steel“, da die Gäste am Mikrofon die Hauptprotagonistin stimmlich teilweise ganz schön alt aussehen lassen, auf der anderen Seite die Nummer aber ordentlich aufwerten.

Auch im finalen „Warrior vs. Dragon“ gibt es sie natürlich, die Stellen, an denen ganz klar Töne verfehlt werden und Stacey ganz objektiv schief singt. Da so etwas aber offenbar ganz bewusst nicht korrigiert wird, muss jeder für sich entscheiden, ob sich damit leben lässt oder eben nicht. Ansonsten passt auch der psychedelische Einschlag der ersten Songhälfte sehr gut zur Band. Sobald die Nummer Fahrt aufnimmt, bewegt man sich ohnehin auf gewohntem Terrain und lässt nichts anbrennen.

Besseres Songwriting, weniger Kauzigkeit – „Myth, Magic And Steel“

Mit „Myth, Magic And Steel“ hauen SAVAGE MASTER ein Album raus, das vermutlich einige, die die Band bislang für überbewertet hielten, von ihrer Qualität überzeugen kann. Ganz besonders in den Bereichen Abwechslung, Gitarrenarbeit (echt klasse Soli!) und vor allem Songwriting kann man im Vergleich zu den beiden Vorgängern einen deutlichen Schritt nach vorn beobachten. Die Konzentration auf die eigenen Stärken geht aber ein Stück weit auch zu Lasten der von vielen so geliebten Kauzigkeit. Der bisherige Rohdiamant wird also langsam in Form geschliffen.

Trotzdem brauchen bisherige Fans der Formation keine Angst zu haben, Stacey Savage bleibt sie selbst und singt zwar nicht unbedingt technisch besser, aber definitiv variantenreicher. Wer Bock auf klassischen Metal mit hohem Trveness- und Old-School-Faktor hat, kommt auch an Album Nummer drei von SAVAGE MASTER nicht vorbei, auch wenn der Sound selbst für deren Verhältnisse arg rumpelig ausgefallen ist.

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16.10.2019

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7 Kommentare zu Savage Master - Myth, Magic And Steel

  1. royale sagt:

    Scheibe schon lange vorbestellt! Kann nur geil sein, wie die Kracher zuvor! 2019 ist einfach bis jetzt grossartig.

    1. BlindeGardine sagt:

      Für oldschool-zeug auf jeden. Ram, riot city, screamer, atlantean kodex, crypt sermon und und und. Der priest, maiden und manowar worshipper in mir ist hoch erfreut. Und dann steht demnächst ja noch das livealbum von cirith ungol an und dieses schmucke teil hier. Was bisher zu hören war gefiel mir wieder seht.

  2. nili68 sagt:

    Wenn die Sängerin mal ’nen Ton treffen würde vielleicht. So ist das schlecht zu beurteilen. Kann aber auch an der stümperhafen Komposition liegen. Naja, muss wohl so, der Auzität wegen..

    1. BlindeGardine sagt:

      Geh halt wieder Babymetal hören ^^

      1. nili68 sagt:

        Nee, ich hör‘ jetzt erstmal das neue Album von Lana Del Rey. Die darf auch SJW sein..

  3. BlindeGardine sagt:

    Hmm, ein wenig entäuscht bin ich schon, das album kling in vielen belangen wie ein rückschritt. Klar weiß ich, dass die bewusst oldschool, etwas trashy und recht simpel daher kommen wollen, das macht ja den charme aus. Im vergleich zu den vorgängern fehlt aber irgendwie was und teilweise klingen sie dann doch etwas zu amateurhaft. Ein paar coole songs sind trotzdem drauf und es lässt sich auch gut nebenbei hören, aber so richtig toll ist es halt nicht.

    7/10
  4. Hammerfallter sagt:

    Echt geiles Teil, vielleicht ihr bestes Album bisher. Vor allem die NWOBHM-Einflüsse bei „The Owl“ sind super.
    Wenn man damit klar kommt, dass Stacey viele Töne einfach nicht trifft, ist das für Retrofans mehr als ein Ohr wert.

    8/10