Seagulls Insane and Swans Deceased Mining Out the Void - Seagulls Insane And Swans Deceased Mining Out The Void

Review

Nihil (u.a. CSSABA, FURIA, MASSEMORD, MOROWE) ist vermutlich der umtriebigste Geselle der ohnehin alles andere als faulen Let the World Burn-Gruppierung. Mit SEAGULLS INSANE AND SWANS DECEASED MINING OUT THE VOID (den Namen soll sich einer merken!) gesellt sich nun ein weiteres Projekt dazu. Laut Promozettel entstand es, als sich Nihil und sein Mitstreiter Havoc (ex-BEHEMOTH, BLINDEAD) auf einer sieben Tage andauernden Wanderung befanden. Herausgekommen ist beim selbstbetitelten Debütalbum, wie der Name schon erahnen lässt, kein allzu leicht verdauliches und ein alles andere als gewöhnliches Album.

Von Post Black Metal kann man vermutlich sprechen, was auch immer das schlussendlich heißen mag. Jedenfalls setzt das Duo auf eine makabre Inszenierung von Klängen, die am Ende jedes Stückes mit 2-3 Minuten Störgeräuschen auch gern ins Unerträgliche abdriftet. Dabei sind die Polen aber leider nicht so faszinierend wie BLUT AUS NORD auf ihrer Ekel-Platte „Mort“. Nein, davor, in den Songs selber legt die Band viel wert auf Minimalismus, mit Erfolg und doch leider ohne durchgehend zu begeistern. Häufig schleppt sich das Album in langsameren Tonlagen dahin, selten bricht mal etwas wütend hervor. Die Leads, sichtlich bemüht, die weltfremde Stimmung des restlichen Werks einzufangen, glänzen leider nur in wenigen Momenten. In „III“ beispielsweise gelingt es der Band zu mir vorzudringen, mich mit der abweisenden, erdrückenden Stimmung einzufangen, und das gerade dann, wenn die Hoffnung auf einen wirklichen Höhepunkt beinahe vergangen ist. Hier schielt es um die Ecke, das dunkle, ätzende Etwas, blecherne Drums, monotones, aber eindringliches Riffing, das verstörend und einnehmend zugleich ertönt. Dazu gibt es die vorherrschenden hervorgepressten Vocals und ein paar dissonante Keyboards – funktioniert! Leider aber nicht durchweg, zu in sich gekehrt und kopflastig gehen die beiden Musiker zur Sache, vermutlich einfach zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um ein grandioses Album zu erschaffen.

Aber das muss ja gar nicht immer sein. SEAGULLS INSANE AND SWANS DECEASED MINING OUT THE VOID ist sicherlich das am wenigsten zugänglichste Werk, an dem Nihil bisher beteiligt war (abgesehen von der reinen Elektro-Platte „Like a see e ea gull“ die er mit CSSABA veröffentlichte, die mich aber begeistert hat). Also, aufgeschlossene Gemüter mit einem Hang zu Klangexperimenten können gern mal ein Ohr riskieren, denn anspruchsvoll und interessant ist das Album, nur unter Garantie nicht jedermanns Sache – meine auch nur zum Teil.

18.02.2012

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