Sinner - Touch Of Sin 2

Review

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Mit einer kleinen Unterbrechung sind SINNER veröffentlichungstechnisch schon seit 1982 am Start und haben dabei einen kleinen Teil der deutschen Hard Rock/Heavy Metal-Geschichte mitgeschrieben. Mit “Touch Of Sin 2” – angelehnt an den Titel des ‘85er Albums – stellt das Urgestein nun ein Album in die Regale, das neben drei neuen Songs noch elf Stücke beinhaltet, die von der Band neu eingespielt wurden. Wer jetzt sofort an Geldmacherei oder Ausverkauf denkt, dem sei gesagt, dass die regulären Alben der Band nicht mehr offiziell erhältlich sind und SINNER selbst nicht die Rechte an dem Material besitzen.

Da lag es wohl auf der Hand, einige der Bandklassiker in ein modernes Gewand zu kleiden und sie so auch jüngeren Fans zugänglich zu machen. Keine schlechte Idee, bedenkt man, dass sich der klassische Hard Rock gerade auch bei jüngeren Musikliebhabern wieder steigender Beliebtheit erfreut. Wenn man sich Nummern wie “Comin’ Out Fighting”, “Knife In My Heart”, “Concrete Jungle” oder “Danger Zone” wieder anhört, stellt man fest, dass diese Nummern auch Jahrzehnte nach Veröffentlichung absolut ihre Daseinsberechtigung haben und es wert sind wiederentdeckt zu werden. Ein Stück wie “Masquerade” gehört einfach zu jeder guten Hard-Rock-Party genauso dazu wie Songs von DEEP PURPLE oder LED ZEPPELIN. Einigen der alten Songs steht das neue Soundgewand auch gut zu Gesicht. Dank aktueller Produktionstechniken gewinnen die Klassiker an Härte und klingen hierdurch moderner, was vor allem jüngeren Fans zusagen dürfte.

Auf der anderen Seite ist das Neuaufnehmen von Klassikern immer mit einem gewissen Risiko verbunden, denn allzu leicht verlieren Kompositionen in einem neuen Soundgewand ihr typisches Flair. Auch SINNER haben mit diesem Problem zu kämpfen, da einigen der Stücke ihre charismatische Note abgeht. Das bereits erwähnte “Masquerade” büßt durch die differenzierte Produktion einiges von dem Charme des Originals ein. Gleiches gilt für “Lost In A Minute” und “Concrete Jungle”, bei denen die prägnanten Keyboards weggelassen worden sind und man so während des Hörens immer das Gefühl hat, die Songs seien nicht vollständig. Leider stören genau solche minimalen Änderungen in den Stücken den Hörspaß.

Ganz anders verhält es sich hingegen mit den drei brandneuen Songs “Heat Of The City”, “Blood On The Sand” und “Don’t Believe A Word”. Die beiden erstgenannten Songs stehen ganz in der bekannten SINNER-Tradition und können durch Ohrwurmrefrains und schönes Riffing überzeugen. “Don’t Believe A Word” hingegen ist eine Coverversion von THIN LIZZY, die die Band um Gründer Mat Sinner ganz ihrem Sound angepasst hat, ohne dabei den Spirit des Originals zu vernachlässigen. Jetzt könnte man natürlich fragen, warum die Band das bei einer Coverversion hinbekommen hat, aber nicht bei einigen ihrer eigenen Songs.

Machen wir an dieser Stelle nicht, denn das Review soll hier sicherlich nicht zu negativ klingen. Wirklich viel zu meckern gibt es auch gar nicht. Mir persönlich gefallen einige der Nummern in ihrem ‚klassischen‘ Aufzug und mit dem alten Achtzigercharme einfach besser. Für Fans, vor allem der jüngeren Generation, ist “Touch Of Sin 2” dann doch sinnvoll, auch wegen der drei Bonustracks. Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung gibt es aber trotzdem nicht.

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29.09.2013

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