Slegest - Vidsyn

Review

Ich glaube nicht, dass die Welt wirklich auf ein neues SLEGEST-Album gewartet hat, doch die Hörerschaft, die schon „Løyndom“ vor drei Jahren cool fand, wird wohl auch „Vidsyn“ feiern. Dabei hat sich Stig Ese noch weiter von seiner VREID-Vergangenheit entfernt, ohne dem Black ’n‘ Roll gänzlich den Rücken zu kehren.

SLEGEST überzeugen nur in Momentaufnahmen

Im Grunde spielt das norwegische Quintett diesen Stil in Reinkultur. Schmissiger Rock, ein bisschen 70er-Flair und allen voran bei den kratzigen Vocals Black-Metal-Einflüsse. Letztere finden sich dann auch in ein paar Gitarrenläufen wie im eher gediegenen „Du“. Das hat grundsätzlich natürlich ordentlich verruchten Charme, der an Kneipenabende mit Zigarettenrauch und Whiskey in einer süffigen Bar erinnert. Auf Platte geht SLEGEST aber vor allem auf voller Albumlänge viel Faszination verloren, sodass „Vidsyn“ nur in einzelnen Momenten wirklich überzeugt.

Einerseits mag es daran liegen, dass der doch recht eintönige Gesang auf Dauer nervt, andererseits weil die Songstrukturen sehr simpel, aber nur teils schmissig sind. Momente, wie sie die Leadgitarre kurzzeitig in „Komfortabelt nommen midtvekes“ aufbaut, bleiben eine Seltenheit – ebenso Dramaturgie und Spannung. Das machen SLEGEST im doomig-düsteren „The Reanimator“ deutlich besser, hier kommen schwere Gitarren und wehmütige Leads zum Vorschein, die dem Klangbild deutlich mehr Tiefe verleihen – bestes Stück der Platte!

Mehr Staubigkeit hätte „Vidsyn“ gut getan

Ohnehin ist es, abgesehen vom coolen „Som i eit endelikt“, bei dem Grutle Kjellson (ENSLAVED) mit von der Partie ist, ohnehin eher das letzte Albumdrittel, das überzeugt. Wenn SLEGEST nämlich den schwungvollen Rock verlassen und eher gen Staubigkeit schielen, kommt wirklich Stimmung auf.

„Vidsyn“ löst bei mir gemischte Gefühle aus und um auf die Eingangsthese zurückzukommen: Nein, wirklich im Schrank haben muss dieses Album niemand. Dazu sind SLEGEST, positive Ausnahmen ausgenommen, auf Dauer zu spannungsarm. Doch wer diesem Stil etwas abgewinnen kann und Bands wie ARABROT rauf und runter hört, oder gerne mal KYUSS-light inklusive Black-Metal-Vocals versuchen will, der könnte mit ihr ein nette, gute halbe Stunde vor sich haben.

30.01.2017

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1 Kommentar zu Slegest - Vidsyn

  1. Erwin sagt:

    Stimme dem Review grundsätzlich zu. Insgesamt einfach zu wenig…

    5/10