Smoulder - Violent Creed of Vengeance

Review

Galerie mit 12 Bildern: Smoulder – Rip Tour 2023 in Hamburg

SMOULDER haben ein paar aufreibende Jahre hinter sich, weshalb es bis zur Fertigstellung des zweiten Albums „Violent Creed of Vengeance“ ein wenig gedauert hat. Nicht nur kam der Erfolg des 2019er Debüts „Times of Obscene Evil and Wild Daring“ ziemlich überraschend für das kanadische Epic-Metal-Gespann und brachte den dazugehörigen Marathon aus Proben und Shows mit sich. Der Ausbruch der Pandemie traf SMOULDER im März 2020 auch noch vollkommen unerwartet während ihrer Tour, so dass die Band sämtliche geplanten Gigs absagen musste und erstmal in Griechenland festsaß. Neben allerlei gesellschaftlichem und persönlichem Tumult kam dann 2022 auch noch der Umzug von Sängerin Sarah Ann und Gitarrist S. Vincent nach Finnland hinzu, was bei den Aufnahmen natürlich auch eine Rolle spielte.

SMOULDER servieren die blutige Rechnung

Das Warten hat sich allerdings gelohnt, denn „Violent Creed of Vengeance“ macht seinem Namen alle Ehre und toppt den Vorgänger problemlos. Die aufreibenden letzten vier Jahre merkt man auch der Musik an, denn die Songs sind insgesamt treibender, kommen klarer auf den Punkt und sind weniger Doom-lastig als auf dem Debüt, wodurch SMOULDER ihrem Epic Metal eine dringlichere und etwas aggressivere Note verleihen. Sprich: hier wird ordentlich das Schwert geschwungen, die Axt gewetzt und der Speer ins Herz des Feindes getrieben. Das deckt sich auch mit Sarah Anns Texten, in denen sie unter anderem mit Frauenfeinden, Vergewaltigern und ähnlichen Widerlingen abrechnet, verpackt ins angemessene Epic-Metal-Gewand versteht sich. Das grandiose Amazonen-Artwork von Michael Whelan könnte dazu passender nicht gewählt sein.

Von Anfang an zeigt Sarah Ann außerdem mal wieder bravourös, dass es keine perfekte Gesangstechnik braucht, um tiefe Emotionen und Gänsehaut verursachende Intensität zu vermitteln, man nimmt der Sängerin jede leidenschaftlich vorgetragene Note ab. Der Titeltrack offenbart sich zwar nicht sofort als absoluter Banger vom Format eines „Ilian of Garathorm“, eröffnet das Album aber dennoch mit ordentlich Schmackes und wächst mit jedem Durchlauf. Statt Tempo und Härtegrat wie beim Vorgänger erstmal zu drosseln, setzt „The Talisman and the Blade“ mit fantastischen Leads und jeder Menge Doublebass in Sachen Druck sogar nochmal einen drauf. Erst beim getragenen Epic Doomer „Midnight in the Mirror World“ geht es etwas gemächlicher zu, bevor sich SMOULDER mit „Path of Witchery“ noch kämpferischer als zuvor ins Schlachtengetümmel werfen.

Bei der Elric-Hymne „Victims of Fate“ konnte man sogar Autor Michael Moorcock höchstselbst ans Mikrofon locken, um ein paar Worte für ein atmosphärisches Intro mit starken 80er-Fantasy-Vibes einzusprechen. Von mächtigen Riffs und einem tollen Spannungsbogen begleitet wurde Tanerlorn das letzte Mal so mitreißend von ein paar Nerds aus Krefeld besungen. Das Highlight der Platte folgt jedoch mit dem überraschend eingängigen „Spellforger“, welches sich mit schwungvollem Beat und einem richtiggehend manisch vorgetragenen Refrain, bei dem sich Sarah Anns Stimme fast überschlägt, ruckzuck im Ohr festsetzt. Und beim abschließenden „Dragonslayer’s Doom“ ist der Name dann Programm; hier zeigen SMOULDER in knapp 10 Minuten, dass sie auch ausladende, teils schleppende Epik nach wie vor draufhaben und trotz des gemäßigten Tempos durchaus vielschichtig zu gestalten wissen.

„Violent Creed of Vengeance“ setzt in allen Belangen noch einen drauf

Das Epic-Metal-Jahr hat mit den neuen Alben von GATEKEEPER und GOAT EXPLOSION schon verdammt stark begonnen, SMOULDER setzen allerdings problemlos noch einen drauf und verbessern sich an allen Fronten. Abgerundet durch eine oldschoolige aber druckvolle Produktion und das bereits erwähnte Whelan-Artwork hat die kanadische Truppe ein Album abgeliefert, das sich zwar einen Teil seiner Schrulligkeit beibehält, dabei aber zu keiner Zeit unfreiwillig komisch wirkt.

Mit sieben Killer-Songs in knapp 43 Minuten und keiner Sekunde Füllmaterial ist „Violent Creed of Vengeance“ ein episches Traditionsstahl-Meisterwerk nach Maß geworden, an dem sich andere Genre-Veröffentlichung in nächster Zeit werden messen müssen.

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14.04.2023

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1 Kommentar zu Smoulder - Violent Creed of Vengeance

  1. EvilKnevil667 sagt:

    Klasse Album! Ich bin sehr erfreut darüber, dass es mittlerweile eine anständige Zahl an „Female Fronted“ (ich hasse diesen Begriff) Metal Bands gibt, die nicht versuchen wie Nightwish zu klingen, sondern einfach anständigen Meddl spielen.
    Smoulder gehören hier zu den Besten, wirklich starkes Material!

    9/10