Sodomisery - The Great Demise

Review

Soundcheck Mai 2020# 19

Gleich beim erstmaligen Genuss von „The Great Demise“ schießen einem so einige Gedanken durch den Kopf. Sind SODOMISERY vielleicht so etwas wie die todesmetallische Antwort auf NAGLFAR, oder aber eine angeschwärzte Version von HYPOCRISY? Aber Bands wie GOD DETHRONED oder vor allem NECROPHOBIC hört man ja auch deutlich heraus, oder etwa doch nicht? Ist eigentlich ziemlich egal, die Qualität des hier vorliegenden Debüts überzeugt unabhängig von den möglichen Einflüssen und/oder Vorbildern so oder so in jedem Fall.

Mit dem Eröffnungsdoppel „Reapers Key“ und „Into The Cold“ kreieren die Jungs aus Stockholm gleich mal eine schöne finstere Atmosphäre. Und man hat das Gefühl, dass an jedem Song und jedem Part richtig lange gefeilt wurde, da sitzt alles bis in Detail. Feine Melodien, scharfe Riffs, gute Soli, richtig gutes Songwriting, viel mehr kann man von einem Debüt eigentlich kaum verlangen. Und immer wieder fräsen sich große Teile der Songs, vor allem die Refrains, verdammt schnell in die Lauscher ein.

Melodic Black Death in ziemlich vollendeter Form

Die Scheibe ist insgesamt unheimlich homogen, SODOMISERY haben ganz offensichtlich bereits ihren Pfad gefunden. Dadurch ähneln sich die Lieder schon irgendwie, aber das stört angesichts der Klasse naturgemäß nicht die Bohne. Außerdem nennt man so etwas ja auch nicht umsonst Trademark.

Tracks wie „Sacrifice“ und „Arise“ atmen eine ganze Menge schwarz angepinselter HYPOCRISY, und das nicht nur, weil sie mächtig catchy sind. Apropos, es macht sich natürlich generell richtig gut, wenn man gleich mal einen kleinen Hit wie „The Messenger“ vorweisen kann. Alleine schon diese genialen Riffs, wenn der Song richtig Fahrt aufnimmt, das ist Melodic Death in seiner glänzenden Form, da dürften Kapellen wie DARK TRANQUILLITY mehr als nur anerkennend nicken. Auch ansonsten passt hier wieder verdammt viel und wird sehr eingängig auf den Punkt gebracht.

SODOMISERY mit einem mächtig starken Einstand

Du brauchst für diese Scheibe ganz sicher kein Musik-Diplom, die verstehst du sofort, SODOMISERY wählen den einfachen und direkten Weg in die dem Schwarzen Tod zugeneigten Herzen. Es wirkt alles regelrecht durchgestylt, und das ist jetzt nicht negativ gemeint. Aber auf jeden Fall wurde hier jede einzelne Note ganz bewusst platziert und sitzt mit höchster Präzision. „The Great Demise“ besticht mit einer gewissen Perfektion und einer klaren und druckvollen Produktion, die perfekt zum Sound der Jungs passt.

Vielleicht fehlt dem Werk ein klein wenig Garstigkeit, so ein bisschen der Dreck unter den Nägeln. Das könnte man SODOMISERY schon ankreiden, wenn man mit Metal eher den Schmutz und das wirklich Böse assoziiert. Doch das ist bekanntlich nicht die alleinige Wahrheit, zum Glück, sonst wäre unser aller Mucke schließlich um einige feine Facetten ärmer.

SODOMISERY steigen mit „The Great Demise“ auf einem richtig guten Niveau ein, da hat man sich selber die Messlatte gleich mal ziemlich hoch gelegt. Dennoch stehen der Band mit dieser Scheibe sicher nun so einige Türen weit offen.

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13.05.2020

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