Stahlmann - Stahlmann

Review

Galerie mit 16 Bildern: Stahlmann - Rockharz 2017

STAHLMANN – zugegeben, etwas schmunzeln musste ich bei diesem Bandnamen schon, gehört doch „Stahl“ zu den wirklich überstrapazierten und stereotypischsten Kompositabestandteilen, die man für einen solchen Namen auswählen kann. Genauso wie „Eisen“, „Sturm“, „Front“, aber das wollen wir hier gar nicht ausbreiten. Auf jeden Fall ist so ein Name natürlich auch sehr unkryptisch und mitteilungsbedürftig. Von einem Stahlmann erwarte ich jedenfalls kein postmodernes Geplänkel, verschroben-progressive Strukturen oder leichtfüßigen Indie – wer so eine Visitenkarte vorlegt, muss doch ein harter Kerl sein!

Silber lackiert und in edlen Anzügen gekleidet fahren die Stahlmänner dann auch einige Härte auf der Bühne auf, wissen aber wohl durch sehr vertraute Klänge zu überzeugen. Ihre „Herzschlag“-EP, das erste Lebenszeichen, konnten sie jedenfalls gleich auf Platz 20 in den Alternative-Charts platzieren, nicht schlecht für einen Newcomer. Warum sie so erfolgreich sind, sollte man mich persönlich eigentlich nicht, sondern eher das Publikum fragen. In der Schnittmenge von Bands wie EISBRECHER, UNHEILIG, MEGAHERZ und – natürlich! – RAMMSTEIN setzt die Band auf erfrischend unkomplizierte Rocksongs nach NDH-Rezeptur und mit leichtem Gothic-Einschlag. Vers-Chorus-Vers, sehr übersichtlich, sehr eingängig. Titel wie „Hass Mich“, „Kaltes Herz“, „Stahlwittchen“ bewegen sich mit ihren Marschrhythmen und Dampfhammer-Riffs ganz eindeutig im Fahrwasser der Rammler, wenn auch der Hammer nicht so groß ausfällt und der Dampf nicht so heiß ins Gesicht bläst. „Marschieren“ macht zwar auf brachial, doch ganz so gewaltig will sich die Band gar nicht geben.

Das melodische Element ist hier nicht nur Akzent sondern ein wesentlicher Bestandteil. Die Gitarren bratzen nicht ganz so fett, das Schlagzeug hält sich zurück, dafür kommen immer poppige Synthsounds durch. Auch der Gesang versucht sich nicht am Lindemannschen Archetyp, sondern bietet klare, melodische Linien ohne Zungensalto. Rein lyrisch sind sie ebenfalls nicht so provokant und maskulin unterwegs wie die Kollegen, auch wenn Herr Stahl die Damen trotzdem mal auf die Knie bittet. Er will ja nur spielen, ist kein Eisklotz sondern quasi ein Stahlmann mit Herz. Fast sogar ein Stahl-Schwiegersohn.

Das Debüt wird voraussichtlich ähnlich erfolgreich sein. Den Erfolg würde ich auch nicht absprechen wollen, mir ist die Geschichte allerdings zu glattgebügelt, zu radiotauglich und ohne echte Ecken und Kanten.

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02.09.2010

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