The Black Crowes - Happiness Bastards

Review

„Happiness Bastards“ ist das 10. Studioalbum von THE BLACK CROWES und seine Veröffentlichung keine Selbstverständlichkeit. Die Robinson-Brüder, das Zentrum der Band, waren für einige Jahre zerstritten, rauften sich 2019 aber wieder zusammen. Mit diesem Release erhält die Reunion endlich eine Gestalt in Form neuer Musik.

1990 bekamen THE BLACK CROWES mit vielseitigen Blues-Rock-Songs vor allem in den USA viel Airplay und füllten bald ganze Stadien. Die Band stellte sich selbstbewusst in die Tradition von Bands wie THE ROLLING STONES und LYNYRD SKYNYRD und vereinte die Gegensätze ihrer Vorgänger in damals zeitgemäßer Weise. Dadurch wirkte die Gruppe ironischerweise frischer als ihre unter Haarspray und Exzessen ächzenden Zeitgenossen.

„Happiness Bastards“ bietet Blues und Feelgood-Stimmung

Dies mag auch an den Texten gelegen haben, in denen sich die Gruppe neben rockiger Feelgood-Stimmung auch Drogenmissbrauch und Armut widmete, wie der Ballade „She Talks To Angels“, die zu ihrem größten Hit wurde. „Happiness Bastards“ macht allein durch den Titel deutlich, dass es auf dem Album lockerer zugeht. Die dicken Bretter bluesigen Schwermuts werden trotzdem gebohrt, aber deutlich abstrakter („Wilted Rose“) und selbstironischer („Follow The Moon“).

THE BLACK CROWES blicken mit der Gelassenheit des Alters auf die Welt, wissen aber auch zu überraschen. Fängt „Cross Your Fingers“ wie  Radio-Balladen aus alten Tagen mit einem klagenden Akustik-Part an, setzt nach einigen Takten unvermittelt ein funkiges Riff ein. In solchen Momenten wird deutlich, dass die Robinson-Brüder trotz aller Hingabe zu altbewährten Standards mühelos neue Ideen unterbringen können.

THE BLACK CROWES finden zu sich selbst

„Happiness Bastards“ tut der langjährige Abstand zur bisherigen Diskographie hörbar gut. Denn so wie die Band in ihren Anfangstagen das musikalische Erbe der 1960er und 1970er zu einem eigenen Sound destillierte, fassen THE BLACK CROWES nun ihr eigenes Werk schlüssig zusammen.

Dadurch ist eines der besten Alben der Band entstanden, auch wenn die Hitdichte deutlich geringer ausfällt als in ihrem Frühwerk. Diese fehlende Nähe zum schnelllebigen Pop, die vor dreißig Jahren ein gigantisches Publikum erreichte, spricht aber auch für die Zeitlosigkeit der Musik. Denn „Happiness Bastards“ hat in jedem Fall genug Kraft, um in die Zukunft zu strahlen, wo es einst wieder als Anknüpfungspunkt dienen mag. Im Moment ist es aber eher die Bewahrung eines wertvollen Funkens, weniger die Entfachung eines neuen Feuers.

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25.03.2024

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