The Neal Morse Band - The Great Experiment

Review

NEAL MORSE kam durch seine Tätigkeit bei SPOCK’S BEARD zu großen Ehren, konzentriert sich dieser Tage jedoch hauptsächlich auf seine christlich geprägte Solo-Karriere. „The Grand Experiment“ ist dabei sein neuester Streich. Das Album zählt fünf Songs bei einer Laufzeit von etwa 50 Minuten. Das Material erinnert dabei nicht selten an die Band, in der Morse einst noch seinen Bruder begleitete oder die Prog-Giganten DREAM THEATER, deren Ex-Drummer Mike Portnoy auf „The Grand Experiment“ die Stöcke schwingt. Und natürlich versteht auch NEAL MORSE sein Handwerk, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Sein aktuelles Werk ist dennoch beileibe kein Hexenwerk, trotz objektiver Qualitäten und abwechslungsreicher Long-Tracks.

Bei allen groß angelegten Liedverläufen ist „Agenda“ fast schon mit einem Augenzwinkern zu betrachten, klingt es doch nahezu nach einem punkig angehauchten Radio-Song. Nichtsdestotrotz besitzt der Track Ohrwurmqualitäten und beweist: In der Kürze liegt die Würze.

Ganz im Gegensatz zum folgenden, 26-minütigen „Alive Again“, in dem sämtliche Register gezogen werden. Ein Song mit allen Licht- und Schattenseiten progressiver Rockmusik. Auf der Habenseite stehen elegische Solo-Passagen, detailreiche Arrangements und hier und da blitzt ein virtuos instrumentiertes, rhythmisch vertracktes Segment auf. Dem gegenüber steht, dass sich die einzelnen Teile nicht immer zu einem homogenen Ganzen zusammenfügen, nichtssagende oder schlicht kitschige Passagen oft die Oberhand gewinnen und der Song daher nur selten mitreißt.

Das steht bis auf eine Ausnahme („Agenda“) paradigmatisch für das gesamte Album. Angefangen bei „The Call“, wo insbesondere das Keyboard-Solo arg deplatziert erscheint, dafür die wabernden VANGELIS-Gedächtnis-Synthis einen gelungenen Ruhepunkt bieten, ehe die Gitarren wieder geradlinig nach vorn treiben. Der Titeltrack zeigt Morse wiederum von seiner rockigen und weniger ausschweifenden Seite. Zudem geht hier der Refrain gut ins Ohr, auch wenn er nicht gerade einen Originalitätspreis gewinnt. „Waterfall“ ist hingegen eine klassische Ballade, die sogar ein wenig an OPETHs „River“ erinnert – im direkten Vergleich jedoch bei Weitem den Kürzeren zieht, da sich der Wasserfall recht farblos und behäbig ergießt.

Insgesamt ist „The Grand Experiment“ ein zweischneidiges Schwert. Zwar zeigt die Platte gute Ansätze und ist ausgesprochen abwechslungsreich, andererseits fehlen die wirklich großen Momente. Zudem trüben Kitsch und so manch belangloser Instrumentalausflug das Gesamtbild.

18.05.2015

Der metal.de Serviervorschlag

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