Therapy? - A Brief Crack Of Light

Review

Die Nordiren THERAPY? wurden lediglich kurzzeitig vom Ruhm heimgesucht, nämlich dann, als die Musik, die sie machten, angesagt war und die Charts dominierte. Das war großen Zeit des Alternative Rock Anfang bis Mitte der Neunziger, und der einzige wirklich große Klassiker ihrer Discographie, „Troublegum“ bediente sich der etwas poppigeren, positiveren Variante und platzierte die Band als europäische Enklave zwischen den Stühlen des ernsthaften Grunge und des nicht immer ernst zu nehmenden GREEN DAY-Punk-Revivals. Ungeachtet der Tatsache, dass ihre Musik heute nur noch von einer kleinen, aber treuen Horde alternativer Musikfans wahrgenommen wird, geht die Band mit dem Fragezeichen unbeirrbar ihren Weg. Auch „A Brief Crack Of Light“ treten die drei Herren den Beweis an, dass sie einmal eine große Band waren, denn ihr Alternative Rock ist heute bodenständiger und nachdenklicher, aber kaum weniger vorzeigbar und mitreißend.

 

THERAPY? gehen auf ihrem neuen Album stellenweise den Science Fiction-Weg, ohne es mit den futuristischen Space-Rock-Anliehen zu übertreiben. Die ruhige Schlussnummer „Ecclesiastes“ ist am ehesten in den unendlichen Weiten beheimatet, Sänger Andy Cairns roboterartige Alienstimme im Refrain sorgt im Verbund mit dem perkussiven Drumming und den spacigen Gitarren für das in den letzten Jahren von vielen Bands entdeckte Sehnsuchtsgefühl nach fernen Galaxien. „A Brief Crack Of Light“ ist aber trotz seiner anfänglich wahrzunehmenden Zurückhaltung ein sehr abwechslungsreiches Album. Der Opener „Living In The Shadow Of The Terrible Thing“ ist ein kantig produzierter Riffrocker im Stile der populärsten Bandgroßtaten, mit „Get Your Dead Hands Off My Shoulder“ befindet man sich so nahe am „Troublegum“-Klassiker wie lange nicht mehr. Den Zeitgeist trifft ein eingängiger Szene-Hit wie „Why Turbulence“, der jene Kombination aus unbekümmertem Punk und etwas dunkler, urbaner Atmosphäre aufwartet, die sich schonmal als Menümusik für EA-Sports-Games anbietet. „Ghost Trio“ überrascht mit Western-Anleiehen im Gitarrenbereich, ohne den ziemlich natürlichen Fluss des Albums zu stören. Die Instrumentalnummer “Marlow“ ist vielleicht eine halbe Minute zu lang, klingt jedoch auch ohne beschwörende Vocals frech und abgebrüht.

 

„The Buzzing“, im ersten Moment noch zerfahren und undurchsichtig, bringt mit seinen auf den zweiten Blick vollkommen richtgen Ecken und Kantden den Dampfer ein wenig ins Schwanken und verbreitet vermeintliche Hektik unter der ansonsten ständig vordergründigen Lässigkeit. „Stark Raving Sane“ hingegen bleibt auch nach mehreren Durchgängen ziemlich farblos und muss als einziger wirklicher Ausfall gewertet werden.

 

„A Brief Crack Of Light“ ist erwartungsgemäß kein Klassiker, kein Album, das Maßstäbe setzt und Standards neu definiert, aber es bedient die Kundschaft, die ihren Alternative Rock auch ohne ausufernde Arrangements gerne mit unterschwelliger Emotionalität gewürzt hat. Eine Band, die immer noch weiß, wie es geht.

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16.02.2012

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