Therapy? - Disquiet

Review

Die Nordiren THERAPY? veröffentlichen mit „Disquiet“ Album Nummer 14 und feiern damit ihren Einstand beim neuen Label Amazing Record. Darin bietet die Band gewohnte Kost, Alternative Rock mit dem markanten Gesang von Frontmann Andy Cairns. Große Experimente werden nicht durchgeführt, stattdessen konzentriert sich die Band auf ihre Stärken und liefert ein solides Album ab. Insgesamt ist „Disquiet“ eine sehr zugängliche Platte geworden, die dank der Produktion von Tom Dalgety druckvoll und energisch klingt. Ein wenig machen sich noch die spacigen Einflüsse aus dem Vorgänger „A Brief Crack Of Light“ bemerkbar, wobei diese zu Gunsten eines erdigen Grundsounds zurückgefahren wurden.

Es beginnt mit der Single „Still Hurts“, die rasch auf den Punkt kommt und sich daher hervorragend als Dosenöffner eignet. Dem folgt ein typisches Alternative-Album mit allen Höhen und Tiefen. Zum einen gibt es richtig starke Nummern wie das grandiose „Good News Is No News“, bei dem man vergnügt mitwippen kann. Aber auf der anderen Seite gibt es eben auch nicht ganz so tolle Momente wie in „Helpless Still Lost“, das zwar mit einem vielversprechendem Riff beginnt, darüber hinaus jedoch nicht viel an Substanz zu bieten hat. „Tides“ geht ziemlich gut ab und hat das Zeug zum Live-Klassiker, „Words Fail Me“ ist eine wilde Nummer, bei der man richtig am Rad drehen kann, und „Torment Sorrow Misery Strife“ ist eine punkiger Song geworden, dem jedoch irgendwie die rotzig rohe Power fehlt.

Darüber hinaus kann Sänger Andy Cairns nicht immer ganz überzeugen, sein Gesang bleibt meist in der gleichen Stimmlage. Das geht für einen Großteil der Stücke zwar in Ordnung, dafür kommen dem Album die großen Emotionen abhanden. Und bei einer Band, die sich mit Themen wie Frustration, Isolation und dergleichen befasst, ist dieser Umstand schon ärgerlich.

Ein weiteres Problem ist, dass „Disquiet“ nicht sonderlich viel Abwechslung zu bieten hat. Die meist sehr simplen Riffs gehen zwar gut ins Ohr und eignen sich hervorragend für die Tanzbar, nutzen sich aber relativ schnell ab. Dadurch bleibt „Disquiet“ unterm Strich ein sehr kurzweiliges Album, das qualitativ leider nicht ganz homogen ist. Unterhaltsam ist es aber allemal und vor allem für entspannte Autofahrten geeignet. Man kann festhalten, dass sich THERAPY? kaum weiterentwickelt haben, sondern dort weitermachen, wo sie aufgehört haben, im Guten wie im Schlechten. Ein Klassiker wird „Disquiet“ wohl nicht werden, dennoch dürfen Fans der Band bedenkenlos zugreifen.

12.03.2015

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

Der metal.de Serviervorschlag

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