Therion - Con Orquesta

Review

Galerie mit 14 Bildern: Therion - Therion Tour 2016

THERION haben wieder ein ordentliches Paket namens „Con Orquesta“ geschnürt. Eine opulente Präsentation, ganz im Sinne von Mastermind Christofer Johnsson.

THERION – eine opulente Präsentation

Klotzen, nicht kleckern. THERION haben in ihrer bald 40jährigen Karriere gerne immer mal wieder dick aufgetragen und im Verhältnis ihrer Möglichkeiten richtige Superlative geliefert. Angefangen beim Urvater des Symphonic Metals „Theli“ (1996), damals die teuerste Produktion des Labels Nuclear Blast, über das komplexe Doppel-Album „Lemuria“ und „Sirius B“ (2004) mit unglaublichen 170 beteiligten Musikern oder die monumentale dreistündige Rockoper „Beloved Antichrist“ (2018).

Dasselbe gilt für einige besondere Live-Auftritte von THERION. „Celebrators Of Becoming“ (2006) war die erste sehr umfangreiche Live-Dokumentation über 4 DVDs und 2 CDs, in deren Mittelpunkt ihr Konzert von Mexico City 2004 steht. Auch ihre Auftritte in Rumänien (2006) und Ungarn (2007) beim internationalen Opern Festival in Miskolc, mit 41-köpfigem Symphonie-Orchester wurden Klassiker wie Wagner und Verdi sowie eigene Stücke dargeboten, später unter „The Miskolc Experience“ (2009) veröffentlicht, sind Zeugnis der opulenten Vision Johnssons. Für die aktuelle Veröffentlichung hatten sich THERION wieder für eine monumentale Show entschieden.

Eine monumentale Show von THERION

Zurück nach Mexico City, spielten THERION 2024 in der gleichnamigen, ausverkauften Arena vor 11.000 Zuschauern. Im Gegensatz zum Auftritt vor 20 Jahren verpflichtete Johnsson aber ein vollständiges Orchester namens Orquesta Sinfónica Nacional de México. Der kreative Ansatz für die Zusammenarbeit mit einem Orchester war dieses Mal ein anderer. Wo früher vollständig orchestrierte Versionen von THERION-Songs entstanden, in einer Mischung aus 50% THERION-Material und 50 % klassischen Auszügen, wandte sich Christofer an den renommierten mexikanischen Dirigenten Rodrigo Cadet und Komponist Bernardo Lorentze. Die Aufgabe war, die eigenen Songs aus deren Perspektive klassisch zu interpretieren, neue Arrangements hinzuzufügen und die bestehenden Orchestrierungen zu erweitern. Dazu wurden neue Intros und kleine Zwischenspiele geschrieben. Das Unterfangen verschmelzt gekonnt und mit Feingefühl klassische Musik mit Symphonic Metal.

Klassische Musik verschmelzt mit Symphonic Metal

Der unverwechselbare Sound von THERION, der die Band deutlich im überfüllten Genre des Symphonic Metals abhebt, ist durch die klassische Orchestrierung erweitert, die Klanglandschaften reichhaltiger. Thomas Vikström (Tenor), Lori Lewis (Sopran) und Rosalia Sairem (Sopran) teilen sich den Gesang und sind so etwas wie die Hauptakteure der bombastisch-theatralischen Show. Unterstützt werden die drei durch einen großen Chor, der den ohnehin epischen Stücken zusätzliche Tiefe und Epik verleiht.

Die Musik erfährt durch den gegebenen Freiraum, die orchestralen Ausschmückungen ein Plus an Ambition und Extravaganz, natürlich auch an Spiellänge. Makellos ausgeführt, opulenter ausgeschmückt, majestätischer in der Inszenierung und dezent mit der kulturellen Identität und dem exotischen Charakter des Orquesta Sinfónica Nacional de México ausgeführt. So wirkt der nunmehr cineastische Anfang von „The Blood Of Kingu“ wie Filmmusik, ehe das Stück kraftvollen Metal mit theatralischem Bombast und opernhaftem Gesang kombiniert. In „Son Of The Slaves“ vertiefen die epischen Orchesterklänge die Dramatik des Stücks deutlich. „Lemuria“ wiederrum schreitet mit lateinamerikanisch angehauchtem Rhythmus subtil voran.

In der 20 Songs umfassenden Setlist finden sich viele unsterbliche Klassiker von THERION, Hitsong reiht sich an Hitsong. Wie eine Art Best Of ihres umfangreichen Schaffens, wobei nur Stücke ab „Theli“ enthalten sind. Fan-Lieblinge wie „To Mega Therion“, „The Birth Of Venus Illegitima“, „Sitra Ahra“ und „The Rise Of Sodom And Gomorrah“ sind selbstverständlich enthalten. Dazu auch aktuelleres Material wie „Asgård“ von „Leviathan III“ und einzigartige, unerwartete, mutige Beiträge wie ein Chanson in Form des Marie-Laforêt-Cover „Mon Amour Mon Ami“ und das Sylvie-Vartan-Cover „La Maritza“. Beide nacheinander gespielt, unterstreichen den besonderen orchestralen wie Genre-übergreifenden Charakter von „Con Orquesta“. Als Bonusmaterial gibt es noch einen Proberaummitschnitt. Der Sound ist amtlich und transparent.

Die filmische Umsetzung ist ebenfalls sehr gelungen und sehenswert. Da energiegeladene, euphorische Publikum werden ebenso wie die umfangreiche Bühnenpräsenz von THERION samt Orchester in scharfer Bildqualität gut eingefangen. Minimale Kritikpunkte gibt es für manche Kameraeinstellung in der Bühnendraufsicht und den selten blassen Eindruck in der Farbbrillanz.

Fazit

THERION bieten in Kombination mit der eigenwilligen Interpretation Orquesta Sinfónica Nacional de México auf „Con Orquesta“ eine selbstbewusste, vielschichtige Collage ihres Schaffens, das sich mit neuer orchestraler Pracht entfaltet. Eine bombastische, imposante Inszenierung!

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30.01.2026

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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