Total Hate - Lifecrusher - Contributions To A World In Ruins

Review

Holla, da kommt was Krasses aus Nürnberg: TOTAL HATE sind zwar längst keine Neulinge in der Black-Metal-Szene mehr (das neue, im Februar bereits veröffentlichte Album „Lifecrusher – Contributions To A World In Ruins“ ist schon das dritte Album der Band), dem Verfasser dieser Zeilen sind sie bisher dennoch völlig entgangen. Und das, obwohl TOTAL HATE ihr Debütalbum „Depopulating Planet Earth“ anno 2008 sogar über Agonia Records herausgebracht haben. Aber egal – hier soll es um „Lifecrusher – Contributions To A World In Ruins“ gehen. Sprich: Wir sind acht Jahre und zwei Alben weiter, noch immer gehts bei TOTAL HATE darum, Welten und Planeten kaputt zu machen, mittlerweile allerdings wirkt das deutsche Black-Metal-Label Eisenwald Tonschmiede als Sprachrohr der Bayern. Inwiefern sich TOTAL HATE verändert haben, kann ich nun nicht beurteilen, aber ich wage zu behaupten: nicht viel, denn das neue Album des Quintetts ist so sehr aufs Wesentliche reduziert, dass vorher höchstens mehr gewesen sein kann.

Andere Old-School-Black-Metal-Bands entwickeln sich weiter oder bleiben stehen – TOTAL HATE finden die Mitte!

Das klingt jetzt negativ? Ist nicht so gemeint, denn TOTAL HATEs neues Album ist so unfassbar auf den Punkt komponiert, dabei aber gleichzeitig im Rahmen des Konzepts abwechslungsreich und schlicht fett, dass die Platte nicht genug Lob bekommen kann. Während andere Bands im rauen Old School Black Metal sich in den letzten Jahren entweder weiterentwickelt haben (siehe Finnen wie HORNA oder BAPTISM) oder auf der Stelle getreten sind ohne gute, funktionierende Songs zu schreiben (siehe Norweger wie TAAKE oder GORGOROTH), haben TOTAL HATE für sich den Mittelweg gefunden.

„Lifecrusher – Contributions To A World In Ruins“: raw, blutig, voller Höhepunkte

Denn die fünf Nürnberger spielen ihren Black Metal raw und blutig und völlig „old school“. Dabei stolpern sie jedoch nicht in die Falle, in die besagte norwegische Bands in den letzten Jahren getreten sind, sondern präsentieren ihre spezielle, reduzierte Art des Black Metals so funktionabel, dass es eine Freude ist. Fast überall begegnet der geneigte Hörer einer coolen Melodie, einem fetzigen Riff oder eine fies gekrächzten Textzeile – kein Song ohne markantem Höhepunkt, kein Song klingt wie der andere, jeder Song hat seinen eigenen Charakter, aber gleichzeitig wirkt „Lifecrusher – Contributions To A World In Ruins“ wie aus einem Guss. Bei TOTAL HATE passt anno 2016 einfach alles.

Besser kann man „Raw Old School Black Metal“ anno 2016 kaum machen.

Dieses Album ist ein Muss für jeden, der auf Black Metal der klassischen Tradition steht, in den letzten Jahren aber von deren ehemaligen Helden und Größen enttäuscht worden ist. Manche mögen behaupten, dass diese Art der Musik kaum noch Überraschungen und Qualität bieten kann, aber TOTAL HATE überzeugen so gekonnt vom Gegenteil, dass jedes Wort des Lobes gerechtfertigt ist. „Lifecrusher – Contributions To A World In Ruins“ ist ein wütendes, aggressives, aber an den richtigen Stellen melodisches Album, welches sofort in Ohr und Bein geht, aber genügend Details bietet, um auch Langzeitwirkung zu haben. Besser kann man diese Art von Black Metal anno 2016 kaum machen.

13.05.2016

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Total Hate auf Tour

12.08. - 14.08.21metal.de präsentiertParty.San Metal Open Air 2021 (Festival)Dismember, Carcass, Mayhem, 1914, Alcest, Anomalie, Asphyx, Benediction, Beyond Creation, Blockheads, Blood Incantation, Borknagar, Bound To Prevail, Bütcher, Carnation (BE), Crom Dubh, Fleshcrawl, Graceless, Heidevolk, High Spirits, Impaled Nazarene, Kadaverficker, Katatonia, Lunar Shadow, Malevolent Creation, Månegarm, Motorowl, Nocturnus AD, Nornír, Nyktophobia, Obscurity, Onslaught, Origin, Razor, Revel In Flesh, Sacred Reich, Saor, Scalpture, Shape Of Despair, Sinners Bleed, Space Chaser, Thron, Total Hate, Uada, Visigoth, Whoredome Rife und Wolves In The Throne RoomParty.San Open Air, Obermehler

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