Unicorn - A Collection Of Worlds – Resurrection

Review

Das weiß man natürlich sogar als alter Todesblei-Fetischist: Längst nicht überall, wo Dan Swanö drauf steht, ist auch Death Metal drin. Und das UNICORN völlig andere Wege gehen als WITHERSCAPE, MOONTOWER oder gar EDGE OF SANITY sollte auch jedem bewusst sein, der sich mit diesem Projekt des Meisters einlässt. Hier steht seit 1988 in dicken Lettern Progressive Rock auf dem Beipackzettel, und der lügt ja bekanntlich nicht.

Nach einigen Demos und den zwei LP’s „Ever Since“ und „Emotional Wasteland“ wurde die Band ja 1995 aufgelöst, hatte sich jedoch genau 20 Jahre später wieder reformiert. Und nun stellt man die neue Scheibe „A Collection Of Worlds – Resurrection“ zur Diskussion. Wobei neu genau genommen natürlich nicht stimmt, schließlich handelt es sich hier um die Neuauflage bzw. Veröffentlichung des seinerzeit unveröffentlichten zweiten Demos von 1990.

Locker, flockig, proggig

Also, wenigstens einmal die Death-Metal-Scheuklappen abnehmen, und rein ins Vergnügen. Denn ein solches ist dieses neue Werk allemal, so viel kann man schon mal vorweg nehmen. Und das Mr. Swanö auch leicht folkig angehauchten Prog Rock kann, steht völlig außer Frage. Die Songs glänzen immer wieder mit regelrecht einschmeichelnden Parts, dazwischen wird geproggt und gefrickelt. Und die Mucke lebt natürlich vor allem auch von Dan’s Gesangsdarbietung, die einmal mehr über jeden Zweifel erhaben ist.

Zudem warten UNICORN immer wieder mit ganz eigenen Ideen auf. So macht beispielsweise „Times Of Change“ erstmal richtig Druck, bevor dann die Flöte sanft unterbricht, sich aber absolut stimmig ins Gesamtbild einfügt. Oder man führe sich einfach mal die regelrecht verrückten Parts am Ende von „The Dumb“ oder aber den Anfang von „Exhibition Of Souls“ genauer zu Gemüte. Wobei bei Letztgenanntem dann der plötzliche Bruch kommt und es richtig eingängig wird. Dann ist dieser Song schon fast so etwas wie ein Hit, wobei man die hier eigentlich gar nicht suchen sollte, jedenfalls nicht Hits im eigentlichen Sinne. Dafür ist die Mucke nämlich zu komplex und irgendwie verschroben, aber auf absolut charmante Art und Weise.

Auch die guten alten GENESIS kommen einem bei Tracks wie „The Dumb“ oder „Visage“ des Öfteren mal in den Sinn. Da wirken UNICORN teilweise sogar regelrecht zart und ziemlich relaxt. Etwas anders geht da „Lake Of Time“ zur Sache, der könnte so auch aus der Feder von THRESHOLD (abzüglich deren metallischer Power) oder aber ARJEN LUCASSEN stammen.

Swanö kann ganz einfach Songs schreiben. Und es ist immer wieder absolut beeindruckend, wie viele Ideen er in jedem einzelnen unterbringt, ohne dass das Ganze auch nur im Ansatz überfrachtet wirkt.

UNICORN schweben ohne Scheuklappen durch ihren eigenen Kosmos

UNICORN toben sich genüsslich aus und lassen den Instrumenten einfach freien Lauf. Und genau deswegen wirkt vermutlich alles so locker und natürlich, trotz der Vertrackheit. Die Herren proggen sich locker flockig durch ihren ganz eigenen Kosmos. Ohne Scheuklappen, einfach tun und musizieren, wonach einem gerade ist. Vielleicht ist genau das das Geheimnis, dass man sich selber in keinster Weise limitiert.

„Das ist eines der besten Projekte, an denen ich je beteiligt war.“ Da mag man dem guten Dan natürlich durchaus zustimmen. Trotzdem verweisen wir an dieser Stelle gerne nochmal (Achtung Schleichwerbung!) auf unser EDGE OF SANITY-Special, für mich nach wie vor die Referenz im langen und äußerst abwechslungsreichen Schaffen des schwedischen Ausnahmekönners.

Für einen Death-Metal-Head wie mich ganz sicher keine Mucke für jeden Tag, aber es hat absolut etwas, jede Menge sogar.

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06.11.2018

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