Unzucht - Jenseits Der Welt

Review

Galerie mit 22 Bildern: Unzucht - Widerstand Tour 2017

UNZUCHT kommt immer gut an!

UNZUCHT haben auf metal.de anscheinend die hohen Wertungen für sich gebucht. Jede Platte erhielt bislang 8 oder 9 Punkte – da muss doch langsam mal ein Rohrkrepierer her! Nun, anscheinend müssen wir auf diesen auch im Jahre 2020 noch etwas warten, denn das neueste Werk “Jenseits Der Welt“ setzt den Siegeszug der Gothic Rocker nach den grandiosen Scheiben “Akephalos“ und “Neuntöter“ fort.

Die textliche Spitze des Genres?

Was UNZUCHT in all den Jahren besonders auszeichnete, war ihre textliche Versiertheit. Die angesprochenen Themen wurden stets in mehrdeutige Texte mit eleganter Wortwahl und wenig Pathos verpackt, sodass sich die Band deutlich von anderen Vertretern des Genres abgrenzte. Auch auf “Jenseits Der Welt“ bleiben UNZUCHT ihrem Ruf treu und überzeugen mit vielseitigen Lyrics. “Sonnentod“ eignet sich hierfür wohl als besonders gutes Beispiel: Geht es um Drogenmissbrauch, Größe in zwischenmenschlichen Beziehungen oder die Sehnsucht nach Geborgenheit? UNZUCHT lassen das hier gekonnt offen und spielen mit den Interpretationsmöglichkeiten. “Frieden“ setzt dem Ganzen die Krone auf und begibt sich auf eine lyrische Reise durch die menschliche Psyche, die durch ein packendes, choral unterstütztes Finale ihren Höhepunkt erfährt.

Ein klanglich positives Flair versprüht “Horizont“, welches durch seinen hymnischen Charakter und die ergreifenden Lyrics der Song der Platte ist, der einer Ballade am nächsten kommt. Die Botschaft, seinen eigenen Weg zu finden und sich gegen alle Widrigkeiten durchzusetzen, wird im nächsten Song “Misanthropia“ gekonnt gebrochen. Die Nummer, die mit Andy Dörner von CALIBAN einen hervorragenden Gastsänger bereithält, eignet sich wohl am besten, um angestaute Wut rauszulassen. Wenn es eben nicht funktionieren sollte, die angesprochenen Widrigkeiten durchzustehen, schickt man alle nervigen Menschen einfach weg. Spannendes Konzept, liebe UNZUCHT!

Musikalische Vielfalt wird hier groß geschrieben!

Der Rest des Albums ist erfreulich abwechslungsreich. Der Titelsong “Jenseits Der Welt“ bedient klassischen UNZUCHT-Sound (und erinnert textlich an das Finale der Serie “LOST“), “Chamäleon“ stampft sich düster durch den Gehörgang, “Nein“ eignet sich für die nächste NDH-Party, und “Monsterfreilaufgehege“ ist trotz des seltsamen Titels ein Garant für die Live-Shows: schnell, hart und laut! Einzig “Ich Und Du“ will nicht so richtig zünden. Auch nach mehrmaligem Hören bleibt nichts von der Nummer hängen, sowohl klanglich als auch textlich ist sie hochgradig unspektakulär. Glücklicherweise bleibt dies eine Ausnahme, sodass man lieber der Bonus-CD Beachtung schenken sollte. Diese beinhaltet neben ein paar energiegeladenen Remixen den Song “Kein Land In Sicht“, bei dem man sich aufgrund seiner hohen Qualität fragt, weswegen er nicht auf der Hauptplatte gelandet ist.

Tanzbar und wild, tiefgründig und emotional, nachdenklich und düster – UNZUCHT malen ihre Musik in den unterschiedlichsten Facetten. Freunde deutschsprachigen Gothic Rocks, für die es auch gern mal Industrial-Elemente und brettharte Gitarren geben darf, sollten “Jenseits Der Welt“ ihr Ohr leihen. Es wird sich lohnen!

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10.02.2020

Alles fließt, alles treibt, alles hat seine Zeit. Vergiss nie, dass wir Kinder des Augenblicks sind! Der Moment hält ein Leben grad eben bereit!

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12.09.20Unzucht - Jenseits Tour 2020Unzucht und GroovenomRatiopharm-Arena, Neu-Ulm
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7 Kommentare zu Unzucht - Jenseits Der Welt

  1. nili68 sagt:

    ’ne halbnackte sexy Frau mit Blut und Hörner auf dem Cover. Das kann nur gut sein..

  2. doktor von pain sagt:

    „UNZUCHT haben auf metal.de scheinbar die hohen Wertungen für sich gebucht. Jede Platte erhielt bislang 8 oder 9 Punkte – da muss doch langsam mal ein Rohrkrepierer her!“

    Mal abgesehen davon, dass es in diesem Fall anscheinend und nicht scheinbar heißen muss (Klugscheiß-Modus): Wenn ihr gerne ein Unzucht-Album niedrig bewerten wollt, lasst einfach mich ein Review schreiben. So einfach könnte es gehen.

    1. Eckart Maronde sagt:

      Danke für den Hinweis – scheinbar war die Formulierung richtig, aber anscheinend hat sich da der Fehlerteufel eingeschlichen.

      1. doktor von pain sagt:

        Oh, na ja, so dramatisch war’s jetzt auch nicht – scheinbar und anscheinend werden häufig verwechselt.

  3. Steppenwolf sagt:

    Ohne der Band ihr musikalisches Verständnis absprechen zu wollen… grauenhaft! Das hat mit Metal nichts zu tun.

  4. jupp64 sagt:

    Ich kann die hohe Wertung nicht nachvollziehen. Die letzten 3 Scheiben (inkl. Jenseits dieser Welt) wiederholen sich immer und immer wieder. Die ersten 3 Scheiben (Todsünde 8, Rosenkreuzer, Venus Luzifer – die EP nehm ich mal raus), da hat’s noch ordentlich gescheppert. Ich habe die Band mittlerweile unzählige mal live gesehen und Sie geniessen einen sehr hohen Sympathiefaktor, aber immer das Gleiche. DeClerq schreit sich einen ab, der Schulz pathetisch wie immer mit Vibrato im Schmelz, Kollege Fuhrmann ohne nennenswerte Nuancen im Geklöppel, tja und der Don..fällt überhaupt nicht auf, daß Blaschke nicht mehr dabei ist..auch hier am Bass, leider Wiederholspur…
    Okay, die die Scheibe ist somit kein hohes Risiko für die Jungens und wird Ihren Platz finden…

    Naja, das ist dann halt so, wenn man sich an eine Plattenfirma verkauft…Schade Schade

    5/10