Vicious Rumors - LIVE You To Death

Review

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VICIOUS RUMORS waren Ende der Achtziger zusammen mit METAL CHURCH die große Hoffnung des US-Metal. Nach genialen Alben wie “Digital Dictator”, dem Debüt “Soldiers Of The Night” oder “Vicious Rumors” schien den Mannen Bandkopf Geoff Thorpe eine goldene Zukunft in Aussicht zu stehen. Wie in so vielen anderen Fällen auch, machte das Schicksal der Band aber einen Strich durch die Rechnung. 1995 verstarb Sänger Carl Albert und VICIOUS RUMORS verloren mit ihrem charismatischen Frontmann auch etwas die Orientierung. Viele Besetzungswechsel und einige durchschnittliche Platten waren die Folge. 2009 konnte mit Brian Allen ein angemessener Ersatz für Carl Albert gefunden werden und spätestens mit dem bärenstarken “Razorback Killers” konnten die Amerikaner auch die Kritiker wieder vollends überzeugen.

Zudem waren VICIOUS RUMORS beinahe permanent auf Tour in den letzten Jahren und legen in der Folge nun ihr drittes Livealbum “LIVE You To Death” vor. Das während der Tour mit HAMMERFALL mitgeschnittene Werk zeigt eine Band, die wieder an sich glaubt und den Spaß am Musizieren zurück gewonnen hat. Songs wie das göttliche “Don’t Wait For Me”, der Opener “Digital Dictator” oder “Soldiers Of The Night” sind zwar allesamt Klassiker der Band, werden von VICIOUS RUMORS aber derart intensiv dargeboten, dass man meint, man hätte es mit einem Newcomer zu tun. Die Band agiert sehr fokussiert und ist auf das Wesentliche konzentriert, was man “LIVE You To Death” deutlich anhört. Frontmann Brian Allen kann technisch zwar nicht ganz an die großen Taten von Carl Albert anknüpfen, aber er interpretiert die Songs besser, als alle anderen Frontmänner vor ihm. Auch Geoff Thorpe und seinem kongenialen Sidekick Kiyoshi Morgan hört man den Spaß, den sie haben absolut an. Die beiden ergänzen sich perfekt und gehören in der Form zu den besten Gitarrendoppeln in der Szene.

Erfreulicherweise überschneidet sich zudem die Setlist auch nur geringfügig mit der des ersten offiziellen Livealbums “Plug In And Hang On: Live In Tokyo”. Ebenfalls positiv erwähnen muss man die beiden Coverversionen, die sich quasi als (Studio-)Bonustracks auf dem Album befinden. “Sign Of The Southern Cross” von BLACK SABBATH und JUDAS PRIESTs “Running Wild” werden hier auch gekonnt interpretiert. Ein wenig zu meckern gibt es allerdings auch, denn zum einen finde ich es schade, dass VICIOUS RUMORS wieder nur wenige Livestücke ausgewählt haben. Da hätte es aufgrund der Headliner-Tour, die die Band zusätzlich gefahren hat, sicherlich noch Potential für einige weitere Nummern gegeben. Zum anderen haben die Amis es hörbar mit den Publikumsreaktionen übertrieben. Es hat den Anschein, dass nicht HAMMERFALL, sondern die Mannen um Geoff Thorpe Headliner der Tour gewesen wären.

Klar, das sind nur kleine Kritikpunkte und auch nörgeln auf hohem Niveau. Dennoch passen diese ‘Chöre’ nicht so wirklich zu einer hart arbeitenden Band, wie VICIOUS RUMORS. Fans dürfen trotzdem gerne zugreifen. Der Sound ist gut, die Band und ihre Songs sowieso.

01.12.2012

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