Vicious Rumors - Warball

Review

Galerie mit 4 Bildern: Vicious Rumors in Dornbirn 2016

VICIOUS RUMORS gehören zu den Bands, die im Fahrwasser von ANTHRAX, MEGADETH, TESTAMENT oder auch FLOTSAM & JETSAM Anfang der 90er versuchten, groß rauszukommen. VICIOUS RUMORS, die mit dem gleichnamigen Album und dessen Nachfolger „Welcome To The Ball“ Geschichte schrieben, konnten nichts dafür, dass ihre Karriere im Verlauf der 90er den Bach runterging (okay, vielleicht haben die Frisuren der Musiker damals etwas dazu beigetragen, hüstel). Jedoch muss man es den Musikern um Mastermind Geoff Thorpe hoch anrechnen, dass sie bis heute durchgehalten haben und immer noch gute Alben veröffentlichen. Vom grausigen „Sadistic Symphony“ einmal abgesehen.

Auf ihrem neuen Album „Warball“ greift die Band erneut auf ihre Tugenden zurück: kurze, knackige Riffs, ausgereifter Gesang (Dank James Rivera) und coole Melodien. Bereits beim Opener „Sonic Rebellion“ wird gezeigt, was die Band noch so alles kann. Die Speedhymne haut in die Vollen und James Kopfstimme weist alle Möchtegern-Kreischer in ihre Grenzen. Natürlich ist das Gitarrenspiel von Geoff mehr als markant, ähnlich wie Jeff Waters (ANNIHILATOR). „Mr. Miracle“ erinnert an das Debüt der Band. Typische US-Metal-Granate. Auch beim folgenden „Dying Every Day“ kommen die Erinnerungen an die frühen Glanzzeiten der Band zurück. Das Anfangs ruhige Stück ist im Midtempobereich angesiedelt und kann erneut durch seine hervorragende Gitarrenarbeit überzeugen. Das Solo gegen Ende des Songs solltet ihr euch auf jeden Fall anhören. Ganz im Stile von „Don´t Wait For Me“ erscheint „Immortal“. Dieses Stück lässt einen kalten Schauer den Rücken hochkommen und ist einfach ein nur guter Song. Das Titelstück „Warball“ hat eine gewisse Theatralik. James Rivera singt dermaßen klagevoll, dass der Inhalt des Textes, auch ohne ihn zu kennen, deutlich wird. Mit einer stärkeren Prise Power in der Stimme, tritt „Crossthreaded“ in Erscheinung. Teils stampfend, teils schnell schlägt sich dieser Song durch die Landschaft, während bei „Wheels Of Madness“ das Wort „Speed“ ganz groß geschrieben wird. Schöner Chorus. „Windows Of Memory“ hätte sich die Band schenken können. James singt hier teilweise sehr leiernd, so dass die Ballade einfach nur nervt. Mit „A Ghost Within“ ist der Band zwar wieder ein waschechter Metaltrack gelungen, doch handelt es sich meines Erachtens hier um einen Lückenfüller. Nach so viel Durchschnitt bietet die Band mit „Oceans Of Rage“ endlich wieder einen Kracher. Sowohl vom Gesang, von der instrumentalen Seite und Arrangement ist dieser Track gelungen.

VICIOUS RUMORS bieten auch anno 2006 die typischen Trademarks ihres Schaffens. Doch wie auch auf den meisten Alben der Bandhistory, treffen Knaller auf eher mittelmäßige Stücke. Das war schon immer so und wird wahrscheinlich leider auch so bleiben. Trotzdem: Fans von US-Metal der 80er und 90er müssen bei diesem Werk zugreifen, da die Band nahtlos an diese Zeiten anknüpft. Alle anderen können beruhigt zu ihrem Plattenschrank oder CD-Regal gehen und sich, wenn vorhanden, die frühen Werke der Band reinziehen.

07.11.2006

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