Wolvennest - Wolvennest

Review

Galerie mit 14 Bildern: Wolvennest - Invocation of Lightin European Summer Tour 2018

Was ist das für 1 Album? Das fragt nicht nur ihr euch bei so manchen Debüts – und das nicht immer mit positiver Intention. In WOLVENNESTs Fall könnt ihr etwaige negative Assoziationen aber getrost vergessen. Denn der erste Longplayer der Belgier ist gut. Er ist sogar sehr gut.

In Kollaboration mit DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND (Neofolk gone Kraut-/Acid-Rock) betreibt das Trio einen bunten – oder besser düsteren – Stilmix aus Ambient, Krautrock und Black Metal der norwegischen Sorte. Dass das optimal funktioniert, zeigt bereits der erste Song „Unreal“. Der ist gleichzeitig der stärkste Song auf einer Platte mit wenigen Schwächen. WOLVENNEST schaffen es, innerhalb von 10 Minuten WOLVES IN THE THRONE ROOM („A Looming Resonance“) mit TANGERINE DREAM und 70s-Occult-Rock zu kreuzen.

Die Vocals sind im Ambient-Bereich anzusiedeln und werden von Marthynna von DER BLUTHARSCH beigesteuert. Gemeinsam mit den repetitiven Gitarren-Loops entsteht ein dunkler Klangteppich, der bei Livegigs durch okkulte Ritualästhetiken visualisiert wird. Daher stammen wohl auch die Reminiszenzen an den Black Metal, den viele Musikmedien heranziehen. Daher und von dem stark verzerrten Tremolo-Riffing, z. B. speziell bei „Partir“ und „Tief Unter“. Der Sound erinnert stellenweise, insbesondere wenn Marthynna singt (Anspieltipps dafür „Unreal“ und „Out Of Darkness Deep“), an die Berliner Shoegaze-Black-Metal-Kombo (DOLCH), obwohl WOLVENNEST im Vergleich weniger träumerisch-sphärisch sind.

Der längste Song auf dem Album mit über 20 Minuten ist „Out Of Darkness Deep“. Er ist sozusagen WOLVENNESTs Signature-Track. Denn auf ihm kommen alle Elemente zusammen, die die Belgier auf ihrer wohlgemerkt ersten Scheibe kultivieren: Cleane Vocals, Tremolo-Riffing, schleppendes Tempo, wiederkehrende Riffs und Songstrukturen sowie Synthies, die beinahe an ein Theremin erinnern. Bei dem letzten Song „Nuit Noire De L’Ame“ sind am deutlichsten Neofolk-Einflüsse zu hören. Auf ihm kommen fast ausschließlich bedrohliche Synthie-Sounds vor, über die ein sich immer aufs Neue wiederholendes, mantrisches Sprachsample gelegt wurde – ein Genre-typisches Stilmittel und ein passender Abspann für ein in sich stimmiges Release.

WOLVENNEST mag für weniger Geduldige zu repetitiv sein, zu experimentell durch die stilistischen Grauzonen, in denen sich die Band bewegt. Aber für diejenigen, die es düster, verzerrt, rituell und versteckt melodiös mögen – also klassische Ván-Records-Follower und die, die es noch werden möchten – ist WOLVENNESTs „Wolvennest“ ein Pflichtkauf.

Text: Gordon Herenz

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21.01.2017

"Irgendeiner wartet immer."

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