Freedom Call - The Circle Of Life

Review

Galerie mit 18 Bildern: Freedom Call - Incorruptible Tour 2018

1999 machten sich FREEDOM CALL mit ihrem Debütalbum “Stairway To Fairyland” auf ins Märchenland. Dumm nur, dass sie seither den Ausgang nicht mehr gefunden haben. So legen sie uns mit “The Circle Of Life” eine Scheibe vor, die nur so vor Fantasie und Imagination strotzt; der Imagination, dass sich diesseits des Rabbitholes irgendjemand für derart simplen Happy Metal interessieren könnte. Wahrscheinlich hat ihnen die weise Eule aus dem Märchenwald aufgetragen, das Ding zu schreiben und es im kleinen Baumhaus vom kleinen Eichhörnchen aufnehmen zu lassen. Dass das kleine Eichhörnchen schon mit MODERN TALKING einige Erfolge feiern konnte, die irgendwann auch dachten, jenseits der Mauern des Märchenlandes würde sich einer für ihre Ergüsse interessieren, hört man auch “The Circle Of Life” an. Denn das beinhaltet plüschigen Keyboard-Metal ohne Ecken und Kanten, dafür mit Kulleraugen-Appeal, harmlosen Mitträllermelodiechen und stumpfen Reimetexten vom Gehalt eines “Geronimo’s Cadillac”, die niemandem wehtun. Damit die Keys und die Fistelstimme auch so richtig zur Geltung kommen, hat das kleine Eichhörnchen die Gitarren ganz dünn abgemischt und mit dem ebenso dünnen Schlagzeug, das manchmal von 80ies E-Drums (“Mother Earth”) “Verstärkung” bekommt, weit hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen versteckt.
Bei den Songs hat es auch ein bisschen geholfen. Ganz zeitgemäß hat es dabei das eine oder andere kleine Elektro-Element mit eingebaut, wie z.B. in “The Rhythm Of Life”, das am Anfang sogar mit RAMMSTEIN-Riffing überrascht. Ob das bei den zartbesaiteten Elfen am Märchensee so gut ankommt? Der Vorhersehbarkeit der Songs tut das jedoch keinen Abbruch. Jeder einzelne Track hat eine gar nicht mal so üble Bridge und ein paar nette Chöre spendiert bekommen. Aber weil man als Hit-Produzent im Märchenland ja einen Ruf zu verlieren hat, und man die anderen Einwohner musikalisch nicht überfordern sollte, darf man getrost einen Kaninchenfurz darauf lassen, dass jedes Lied in einem äußerst platten Kindergarten-Chorus gipfelt (besonders in “Mother Earth”, “Carry On”, “The Rhythm Of Life”, “Hunting High And Low”, “Starlight”, “Kings & Queens”, “Hero Nation”, “High Enough”, “Starchild”, “The Eternal Flame” und “The Circle Of Life”). Und der passt oft nicht einmal zum restlichen Song, sondern macht stimmungstechnisch ganz gern einmal ein neues Fass auf (“Mother Earth”, “The Rhythm Of Life”). Verrechnet haben sich das Eichhörnchen und die Eule allerdings mit “Hunting High And Low”, welches entgegen der Erwartung keineswegs eine Coverversion ist, sondern lediglich mit demselben Titel kokettiert. Sobald der Chorus erklingt ärgert man sich, denn der beginnt so ähnlich, dass man unweigerlich den STRATOVARIUS’schen Song im Ohr hat. Nun ja, hoffen wir, dass FREEDOM CALL trotzdem glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben und den Ausgang vielleicht doch noch irgendwann finden.

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27.04.2005

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Freedom Call auf Tour

14.04.18metal.de präsentiertDelta Metal Meeting 2018 (Festival)Freedom Call, Brainstorm und Mystic ProphecyMS Connexion, Mannheim

4 Kommentare zu Freedom Call - The Circle Of Life

  1. Anonymous sagt:

    Ich sag nur "Carry on, carry on, the chanting has begun; a hymn of fame and glory, forever" *kotz*

    2/10
  2. dalamar sagt:

    Eine Gute-Laune-Platte wie keine zweite in diesem Jahr!!! Danke, Freedom Call!

    Live und auf Konserve gibts nichts, das für mehr Lebensfreude sorgt. Keiner, der gern melodischen Metal hört, sollte sich durch die Rezension abgeschreckt fühlen. Denn neben dem Debut ist dies die beste und eigenständigste, teilweise sogar mit rockigen Versatzstücken angereicherte Platte der symphatischen Mannen.

    9/10
  3. Anonymous sagt:

    Von mir kriegt diese Platte 8 Gummipunkte. Wenn ich FC hör, verbreitet es gute Laune und baut einen auf. Sicher, manchmal geht’s ins "kitschige" und "popige" aber dennoch ist sie wie keine Zweite. Und diesen Stil – wie im zuunrecht beurteilten Review – schon erwähnt wurde, machen sie diese Musik von Anfang an und ich finde, dass sie sich auch von Anfang an gut bewehrt haben. Natürlich, es ist nichts für die "truen" unter euch, aber wenn man miese Laune hat ist die Platte, die ich finde die beste von FC wegen ihrer Abwechslung ist, einfach nur zum empfehlen.

    8/10
  4. Anonymous sagt:

    freilich ist diese scheibe kein nackenbrecher – aber allemal sauber abgemischt, auch, wenn noch so viele key-board-gedudel präsent ist. das ist eben ihr stil und der hat sich nunmal bewährt. anhänger andere genres sollten vielleicht lieber die finger von rezensionen lassen, bei denen das ergebnis schon nach dem ersten probehören festzustehen scheint – mich würde mal interessieren, welche flüche über mich ergehen, wenn ich die \’psychopatischen statanisten\’ von cradle of filth mit geschranze in die punkte-gruft schicke…
    wen interessiert es denn, wenn metal mal nicht vom aufschlitzen handelt? etwas mehr objektivität sollte man bei geistigen ergüssen erwarten, die als offizielle rezesnion hier ausgeschrieben werden. auf der richtige lautstärke drückt auch freedom call in den boxen

    5/10