Freedom Call - Master Of Light

Review

Galerie mit 18 Bildern: Freedom Call - Incorruptible Tour 2018

Wer seinen Metal lieber seriös oder bierernst mag, der kann die folgenden Zeilen getrost ignorieren und stattdessen lieber MANOWAR (“Die For Metal”) hören. Wer jedoch eine ordentliche Portion Humor, Ironie und Lebensfreude nicht verschmäht, der ist bei FREEDOM CALL auch nach wie vor an der richtigen Adresse. Denn auch auf ihrem neunten Studioalbum “Master Of Light” gehen die Nürnberger weiter unbeirrt ihren Weg im Namen des Happy Metal.

Ein bunter Strauß voller Fröhlichkeit

Und schon mit den ersten Takten vom herrlich klischeehaft betitelten “Metal Is For Everyone” steckt man mal wieder mittendrin im fröhlichen Sumpf von FREEDOM CALL. Die Jungs haben ganz einfach ein Gespür für mega eingängige Melodien mit einem nicht zu leugnenden Kitsch-Faktor und beschwören hier gleich mal erneut die “Union Of The Strong”. Da kann man nur entweder bereits nach wenigen Sekunden völlig entnervt abschalten, oder aber man lässt sich einfach auf eine Reise in diese plüschige Metal-Welt ein. Für eine solche Scheibe ist das auf alle Fälle schon mal ein prima Opener. Die Refrains sitzen mal wieder wie eine Eins, die kann man wie z.B. bei “Hammer Of The Gods” schon beim zweiten Mal problemlos mitträllern.

Aber nicht nur daran erkennt man FREEDOM CALL sofort, sondern auch an der penetrant ansteckenden Fröhlichkeit. Wer die Band schon mal live gesehen hat, kann dieses Phänomen sicher bestätigen: Da können sich auch todernste Zeitgenossen bereits nach wenigen Songs ein Lächeln kaum noch verkneifen. An der grundsätzlichen musikalischen Ausrichtung hat sich natürlich auch auf “Master Of Light” nichts geändert. Man tummelt sich nach wie vor im Umfeld von alten HELLOWEEN und STRATOVARIUS (“Kings Rise And Fall”, “Hail The Legend”, “Riders In The Sky”) oder aber auch alten RHAPSODY (“A World Beyond”). Eine waschechte Ballade darf da natürlich auch nicht fehlen und wird auch prompt mit dem an AVANTASIA erinnernden “Cradle Of Angels” abgeliefert. Aber die Band wagt auch durchaus Experimente, wenn auch logischerweise innerhalb der selbstdefinierten Grenzen, nachzuhören beim mit recht modernen Keys unterlegten “Ghost Ballet”. Außerdem führen Chris Bay und seine Mannen einen bereits auf den letzten Scheibe immer wieder mal unternommenen Ausflug fort und begeben sich auch mal in etwas ernstere Gefilde. Das sie auch dies beherrschen, zeigt man beim Titeltrack, der neben jeder Menge Bombast auch durchaus progressive Passagen zu bieten hat. Dennoch kann man auch hier nicht durchgängig ernst bleiben. Man beachte die “Master”-Shouts, kommen die möglicherweise noch jemandem irgendwie bekannt vor? Lobend sollte man auch unbedingt erwähnen, dass die Chöre wie beispielsweise bei “Emerald Skies” diesmal noch einen Tick opulenter als sonst sind, daran hat man definitiv gearbeitet. Gegen Ende liefert die Band ihren Gegnern nochmals reichlich Munition, denn “Rock The Nation” ist genauso, wie der Titel schon erahnen bzw. befürchten lässt: Klischeetriefend ohne Ende, aber es funktioniert bestens. Da hört man förmlich das Stöhnen der Kritiker, die überzeugt davon sind, dass der Metal nun wirklich nicht mehr tiefer sinken kann. Wirklich nicht? Oh doch, das geht, herzlich willkommen beim abschließenden “High Up”! Denn hier setzen FREEDOM CALL dann dem Ganzen absolut die Krone auf, mit einem dicken fetten Grinsen im Gesicht. Dieser Song schäumt vor Fröhlichkeit geradezu über und könnte auch ohne große Widersprüche in der Kategorie Schlager-Metal einsortiert werden. Love it or hate it, dazwischen gibt es nichts. Die Franken ziehen ihr Ding einfach konsequent bis zum fröhlichen Ende durch, ohne auch nur im Ansatz Rücksicht auf die Nörgler und Hasser zu nehmen.

Hier wird wieder mal ganz klar geklotzt und nicht gekleckert, denn wenn man schon auf Bombast und Klischees setzt, dann bitte auch so richtig aus dem Vollen schöpfen. Halbe Sachen sind definitiv nichts für FREEDOM CALL, und genau das merkt man “Master Of Light” überdeutlich an. Und falls jemand ernsthaft gedacht oder gehofft hatte, dass sich diese Band grundlegend wandeln würde, dann ist der hier sowieso an der falschen Adresse. Und jetzt alle: “Happy, happy FREEDOM CALL…”

Ein Interview mit den Jungs gibt’s hier.

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02.11.2016

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