Ghost - Ceremony And Devotion

Review

Galerie mit 30 Bildern: Ghost auf der Popestar Tour am 4.4.2017 in Luxemburg

GHOST geht ja eigentlich immer, aber wenn man es sich denn aussuchen dürfte, würde man doch instinktiv alle anderen Formate einem Livealbum wie dem jetzt veröffentlichten „Ceremony And Devotion“ vorziehen: Die Alben, weil sie bislang alle großartig waren, die EPs, weil sie neue Blicke auf die Band und die gecoverten Songs lieferten, Konzerte und Live-DVDs, weil die Wirkung von GHOST eigentlich erst durch die optische Komponente mit der Maskerade komplett ist.

Dennoch steht – Achtung, Spoileralarm! – unter dieser Review eine uneingeschränkte Empfehlung: Erstens bietet „Ceremony And Devotion“ GHOST pur. Auch wenn die 17 Songs auf den zwei CDs an verschiedenen Tagen und Locations in den USA aufgenommen wurden, erwecken sie doch den Eindruck eines kompletten Konzerts. Klar, wer schon einmal auf einem Konzert der schwedischen Maskenmänner war, weiß, dass sich Papa Emeritus III. aka Sir Toby zwischen den Stücken immer ausgiebig ans Publikum gewandt und seinen Nonnentrupp ‚Sisters Of Sin‘ in die erste Reihe geschickt hat. Entsprechende Stellen sind auf „Ceremony And Devotion“ gekürzt.

„We do relieve in happy endings!“

Nicht fehlen darf aber beim abschließenden „Monstrance Clock“ der Hinweis, dass dies ein Lied über den weiblichen Orgasmus sei – „in the name of Satan“ selbstredend! Und, osatanosatanosatan, die Aufforderung, später am Abend sich selbst und/oder seinem/r Liebsten zu einem Höhepunkt zu verhelfen. „We do relieve in happy endings!“ Glücklicherweise wurde das nicht zensiert, wie es ein schockierendes Detail des Coverartworks leider ereilt hat.

Zweitens – wir sind immer noch bei den Vorzügen – geht „Ceremony And Devotion“ ohne weiteres als Best Of durch, selbst wenn die Songsauswahl naturgemäß beim aktuellen dritten Album „Meliora“ einen Schwerpunkt setzt. Aber auch „Opus Eponymous“ mit drei und „Infestissumam“ mit fünf Stücken kommen nicht zu kurz. Und drittens ist die Klangqualität absolut klar und angemessen. Die Lieder wurden offensichtlich nicht übermäßig nachgebessert, ein paar Wackler sind hier und da zu vernehmen, aber das geht doch eher unter Livefeeling durch. Dass sich das Publikum durchgehend textsicher zeigt, verstärkt den Livecharakter nur noch.

„Ceremony And Devotion“ geht ohne weiteres als GHOST-Best Of durch

Wenn also Livealbum aus dem Hause GHOST, dann doch bitte so wie „Ceremony And Devotion“ – das Format kann ja nichts dafür, dass es keine Bilder liefert. Wen das letztlich anspricht, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Aber wer sich die Scheibe als Best Of zulegt, muss keinen Fehlkauf fürchten, selbst wenn man Livescheiben eher ablehnend gegenüber steht. Und als nächstes freuen wir uns dann auf neuen Stoff auf Album Nummer vier – mit Papa Nummer vier (und nicht Zero).

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15.02.2018

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11 Kommentare zu Ghost - Ceremony And Devotion

  1. DieBlindeGardine sagt:

    Schönes Live-Album mit umfangreicher und gelungener Setlist, charmantem Frontmann und großartigem Sound. Als DVD wär es natürlich noch geiler gewesen.

    9/10
  2. Doktor von Pain sagt:

    Dem Kommentar kann ich mich direkt anschließen.

    9/10
  3. Chris sagt:

    dto. Klasse Live-Album!!!

    9/10
  4. metalfreak sagt:

    Ghost ist auch so eine richtige Geldmaschine , jahrelang heissts es gibt bei jedem Album einen neuen Saenger wo man doch dann immer die gleiche Stimme hoert, irgendwann kommt raus das die Ex Musiker nur verarscht worden sind und nur der Forge die ganzen Millionen selber behalten hat, also solche Bands die nur mit dem Slipknot Syndrom zum Erfolg gekommen sind sehe ich halt sehr zwielichtig.

    7/10
    1. DieBlindeGardine sagt:

      Dass auf jedem Album der gleiche Typ gesungen hat wusste doch wohl jeder, der bis drei zählen kann. Klar ist fragwürdig, was da hintenrum gelaufen ist, hat mit der Mucke aber auch herzlich wenig zu tun. Für jemanden, der unter jedem zweiten Review Werbung für andere Bands postet und dabei die besprochene Band durch den Dreck ziehst hast du allerdings ein bemerkenswertes Moralempfinden.

      1. Sane sagt:

        Du gehst aber auch langsam etwas zu hart mit ihm ins Gericht finde ich.
        Diesmal hat er doch sachlich seine Meinung kundgetan und keine lahmarschigen fifibands promotet..
        Zur moralischen frage: Ghost sind die aktuell amtierende PR-kostümclown-Band aus der Kantine für aufgewärmtes und man wundert sich über deren Marketingeskapaden ??!

    2. DieBlindeGardine sagt:

      @Sane: Jaja, hast ja recht, aber er ist so nachhallend penetrant. Man ist halt wirklich überrascht, wenn er sich mal sachlich äußert ;).
      Aber ich stimme euch beiden bezüglich dem ganzen Drumherum bei Ghost schon irgendwo zu, klar ist das viel PR und Show, aber daraus wird andererseits ja auch kein Geheimnis gemacht. Der Band/dem Herrn Forge geht es ganz offenkundig um Entertainment und den größt möglichen Erfolg, was mit der poduzierten Musik und dem dazugehörigen Konzept scheinbar bestens klappt.
      Unterhalten fühle ich mich jedenfalls bestens und den Mummenschanz manch anderer Band nehme ich ehrlich gesagt auch nicht ernster, da mach ich Ghost jetzt bestimmt nicht zum Vorwurf, dass es bei ihnen besser klappt.

    3. Andi sagt:

      Da stimme ich dir großteils sogar zu.
      Ist natürlich ein großes Kasperle-Theater!

      Auf der anderen Seite ist es aber halt auch so, dass ich bisher jedes Ghost-Album eben vom musikalischen Aspekt her auch durchweg gut bis sehr gut finde! Das ist bei vielen anderen Hype-/ oder Show-Bands nicht so.

      1. Sane sagt:

        Und ich bin halt wie immer der Meinung dass andere Bands, denen es nur um die Musik geht und deren solches Kasperletheater zu Wieder ist leider nie die Aufmerksamkeit bekommen wie eine Band die sich blöd anzieht,schminkt oder Masken trägt..
        Naja, das war schon immer so und wird nur schlimmer..
        Trotzdem gebe ich zu, dass Ghost ihre Sache nicht schlecht machen und dass sie offen mit ihren Absichten umgehen finde ich auch gut.
        Für mich bleibt es dennoch ne hypeband.
        @Blindegardine: ja daran sollte man uns auch schonend gewöhnen,nen Goldfisch wirft man ja auch nicht einfach so in den Teich 😉

    4. DieBlindeGardine sagt:

      @Sane:
      Kann ich schon verstehen die Einstellung. Ich sehe es halt so: sobald man eine Band gründet, ein Logo entwirft, sich ein bestimmtes Image zulegt und letztlich mit seiner Musik an die Öffentlichkeit geht möchte man auch (bewusst oder weniger bewusst) Erfolg damit haben. Dann kommt es halt im Endeffekt nur darauf an, ob man eine sehr bestimmte Zielgruppe oder eben ein möglichst breites Publikum ansprechen will, aber letztlich ist Rockmusik halt auch zu einem Großteil Entertainment. Die Musiker wollen unterhalten, das Publikum unterhalten werden. Und wenn der Forge meint er müsste seine Ghule demnächst durch Bikini-Models in Corpsepaint ersetzen, dann soll mich das auch nicht stören solange die Mucke stimmt ;).
      Wegen der anderen Sache: Ich wünschte man könnte sich an vernünftige Kommentare von ihm gewöhnen, es kommt ja immer mal wieder vor…zwischen bergeweise Spam :/

      1. Sane sagt:

        Muss dir leider zustimmen, ich wünschte aber es wäre anders..
        Allerdings sind Logo und plattenvertrag Basisarbeit,wenn man schon überlegt welches Image man braucht um erfolgreich zu sein hat man den ersten Schritt zur kommerzband gemacht..
        Natürlich überspitzt ausgedrückt.
        Ich bin jetzt mal positiv und gehe davon aus dass metalfreak jetzt nur noch sinnvolle Kommentare abgibt.