Ghost - Opus Eponymus

Review

Galerie mit 30 Bildern: Ghost auf der Popestar Tour am 4.4.2017 in Luxemburg

In der Marketingsprache nennt man es ein Me-Too-Produkt. Ein Konkurrenzprodukt erschließt einen neuen Markt und eröffnet damit für das eigene Unternehmen die Chance, nachzurücken und in Konkurrenz mit dem etablierten Marktführer zu treten. Im Falle von GHOST ist die Konkurrenz definitiv THE DEVIL’S BLOOD und der Markt satanischer 60/70er-Jahre-Rock für Black-Metal-Fans.

Dieser Vergleich drängt sich im Falle von „Opus Eponymus“, dem 2010er Debüt der Schweden so unverschämt dringend auf, dass der erste Eindruck eigentlich nur durch Plagiatsverdacht getrübt sein kann. Gibt man GHOST allerdings ein Paar durchläufe Zeit, wird man feststellen, dass es zwar nach wie vor wenig Zweifel an dem Me-Too-Charakter der Band gibt, Urteile über die Qualität ihrer Musik allerdings nicht zu voreilig getroffen werden dürfen.

Songs wie das tolle „Ritual“ sind zwar viel weniger verspielt und auch deutlich weniger Psychedelic als die mitunter sehr ausladenden Kompositionen der niederländischen Konkurrenz, haben aber durch den staubig-trockenen Gitarrensound, das sparsame Riffing und den mehr als ein Mal an KING DIAMOND in tieferen Lagen erinnernden Gesang (der im Übrigen mit ziemlicher Sicherheit von REPUGNANTs Mary Goore ausgeführt wird) einen enormen Charme und besitzen bei aller spröden Gleichförmigkeit eine warme, düstere Authentizität.

Zwar fehlt GHOST die opulente Sinnlichkeit einer Farida Lemouchi, dafür sind sie aber ungleich kompakter. Die Nähe zu ganz alten MERCYFUL FATE (nebst sehr gemäßigtem Hardrock) kann man dabei eigentlich gar nicht oft genug betonen. Mit dem bereits erwähnten „Ritual“ und seinen ebenso hypnotischen Zwillingen „Stand By Him“ und „Satan Prayer“ befinden sich auch genug starke Stücke auf „Opus Eponymus“, um GHOST im neuen Marktsegment willkommen zu heißen. Hoffen wir jetzt, dass die häufig vollkommen zu Unrecht beschworenen Kräfte des Marktes noch bessere Blüten treiben.

09.11.2010

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