Fiddler's Green
Fiddler's Green

Interview

Ich hab ja von FIDDLER’S GREEN einiges erwartet, aber dass die Truppe nach den letzten eher ‚back-to-the-roots‘-folkigen Touren urplötzlich so ein energetisches Folkrockbündel auf die Welt losließ, hat mich dann doch sehr positiv überrascht. Dass darauf notwendigerweise ein Interview folgen musste, verstand sich von selbst! Urmitglied Albi stand Rede und Antwort!

Fiddler's GreenHi Albi, Grüße aus dem Saarland! Wo seid ihr gerade?

Nachdem wir sechs Wochen auf Tour waren sind wir wieder in heimischen Gefilden – die Hälfte ist allerdings im Urlaub und lässt sich die Bäuche bräunen.

„Drive Me Mad!“ ist jetzt einen Monat draußen. Wie ist die Platte denn bei Fans und Presse angekommen? Seid ihr im Nachhinein noch zufrieden mit dem Material?

„Drive Me Mad!“ wurde außerordentlich gut von Presse und Fans aufgenommen- teilweise schon beängstigend gut! Die Plattenkritiken waren bis jetzt nahezu alle positiv, was uns natürlich sehr stolz macht, denn wir stehen alle voll hinter dem neuen Album und sind auch im Nachhinein äußerst zufrieden mit dem Material! Natürlich gibt es den einen oder anderen ‚gemäßigteren’ Folk-fan, dem es etwas zu rockig ausgefallen ist, aber wo gehobelt wird, fallen Späne.

Anfänglich sollte die Scheibe ja „Folk’s Not Dead“ heißen. Warum diese Namensänderung?

Die Platte sollte „Folk’s Not Dead“ heißen? Is uns neu! (lacht) Aber mal im Ernst – es standen natürlich mehrere Titel zur Auswahl, und „Folk’s Not Dead“ war einer davon. Wir wollten aber mit dem neuen Album eine Art Break machen, und da die beiden Vorgänger schon „Folk“ im Titel hatten, haben wir uns bewusst dagegen entschieden.

Als Redakteur hab ich wenig Informationen zu den einzelnen Songs. Kannst du ein paar Worte zu der Gewichtung der Eigenkompositionen im Verhältnis zu traditionellen Jigs sagen? Was sticht dieses Mal mehr hervor?

Es kommt wie es kommt – meistens liegt das Verhältnis bei 60% Eigenkompositionen. Wir haben diesmal aber das Gefühl daß das gesamte Album recht homogen geworden ist und somit eine Trennung in traditionell und eigen praktisch nicht vorkommt.

Wie werden die eigenen Songs geschrieben? Einige klingen schon fast theoretisch, andere einfach an der Gitarre komponiert. Welchen dieser Wege favorisiert ihr?

Je nachdem wer von uns die ersten Ideen hatte, ist die Entstehung auch anders. Die Gitarre ist natürlich meistens das Ursprungsinstrument – daneben gibt es aber auch Stücke bei denen das Schlagzeug oder das Akkordeon den Ursprung darstellen. Wir kommen mit allen Wegen gleichmässig gut zurecht! Je nach Ursprungsinstrument sind die Akkordfolgen anders – dem Akkordeonisten liegen andere Akkordwechsel „in der Hand“ als dem Gitarristen – das schafft im Endeffekt viel Abwechslung.

Das neue Album wirkt im Vergleich zum letzten sehr viel rockiger, allein schon wegen der gitarrenlastigeren Abmischung. War das die Entscheidung der Band, oder die des voreiligen Produzenten?

Ich glaube es war eine gesunde Mischung aus beiden ‚Parteien’. Wenn man mit einem Produzenten arbeitet, setzt man sich natürlich im Vorfeld der Produktion zusammen und unterhält sich über die Art und Weise der Aufnahmen, den Sound, das Feeling, das man rüberbringen will usw. Wir waren uns recht schnell darüber einig, dass es ‚live’ eingespielt werden soll, um eine Art Konzertfeeling auf Platte zu bannen. Die erdige Abmischung war dann der nächste logische Schritt dazu. Und Christoph hat, wie ich finde, fantastische Arbeit geleistet!

Werden die folgenden Platten dann genauso erdig abgemischt werden?

Die Linie wird definitiv fortgeführt werden!

Ebenfalls auffällig an „Drive Me Mad!“ ist die enorme Länge von fast 70 Minuten. Wie kam es zu so viel Material?

Wir hatten beim Songwritig eine Art Motivationsschub. Das lag wohl an der neuen ‚Chemie’ innerhalb der Band, die dabei aufkam. Jeder brachte sich in den Prozess mit ein und so ging das alles ziemlich leicht von der Hand. Ruck Zuck waren plötzlich viele gute Songs da, die einfach alle auf die Platte mussten.

Wie kam es zu der Idee, am Schluss nochmal „The Creel“ vom Debütalbum nochmal neu einzuspielen?

Diese neue Version spielen wir schon einige Zeit live. Irgendwann kam dann die Idee auf, es einfach neu zu recorden, als Bonustrack eben.

Im Endeffekt ist die Platte eindeutig stark genug, um auch mit dieser langen Spieldauer zu überzeugen. Aber gab es keine Diskussionen darüber, die Songanzahl zu reduzieren um den Hörer nicht zu überfordern?

Eigentlich nicht.

Bisher habt ihr auf Tour jede aktuelle Platte fast komplett live gespielt. Wird das bei der neuen auch wieder so sein?

Absolut. Ich glaube aktuell sond 17 Songs von der Platte im Programm.

Über die Veröffentlichung eurer DVDs des 1000sten Konzerts gab es ja einige Diskussionen. Wie kam es dazu, das im Endeffekt zwei DVDs rausgebracht werden mussten? Hätte man nicht von Anfang an eine Doppel DVD im Auge haben können?

Das hätte man – Dann wäre dieselbige aber sicher einiges teurer und „unhandlicher“, also länger geworden. Mit dieser Zweiteilung wollten wir zwei jeweils auch alleinstehend runde DVDs anbieten. Es ist auch unheimlich viel Bonusmaterial auf den DVDs – es hatte sich in den vielen Jahren sehr viel angesammelt.

Also seid ihr im Nachhinein zufrieden mit dieser Verkaufspolitik?

Ja – Es gab auch nur die erste der beiden im Handel – die zweite haben wir in einer kleineren Auflage hergestellt und ausschliesslich online oder live im eigenen Shop verkauft.

Kommen wir mal zur Trennung von eurem alten Songwriter Peter Pathos. Für viele Fans kam diese Entscheidung ja sehr überrumpelnd, gerade nach der erfolgreichen Tour. Hat sich diese Entwicklung abgezeichnet oder kam sie überraschend?

Abgezeichnet hat es sich in der Tat, da Peter schon immer auch andere Richtungen einschlagen wollte bzw sich verstärkt Solo-Aktivitäten widmen wollte. Der wirkliche Ausstieg kam dann allerdings etwas überraschend, obwohl er abzusehen war.

Gab es den Gedanken, die Band daraufhin komplett auf Eis zu legen, bzw. unter einem anderen Namen weiter zu führen?

Es war allen klar, dass es mit den Fiddlers weitergehen musste.

Wie sehen die Projekte aus, die auf die sich Peter jetzt konzentrieren will?

Die gehen aktuell eher in die Gothic-Richtung – zumindest ist das der letzte Stand der Dinge den wir kennen…

War es schwer, mit Pat einen Nachfolger zu finden?

Witzigerweise eigentlich gar nicht. Beppo – unser Tontechniker – kannte Pat schon, da er bei seiner alten Band zeitweise auch als Mischer tätig war. Er hat ihn dann angerufen, zum Vorspiel eingeladen und das wars eigentlich schon…

Nach welchen Kriterien werden eigentlich Musiker für Fiddler’s Green ausgewählt?

Wer für das wenigste Geld spielt, wird genommen. (lacht) Ne, es muß einfach alles passen.

Eine letzte Frage: Diesmal wurde das neue Album ja auch ordentlich über Myspace promoted. Was haltet ihr von dieser Möglichkeit, direkt in Bands reinzuhören? Waren einige von euch dagegen, Lieder im Vorfeld online zu stellen?

Nö, war niemand dagegen-wir fandens alle sogar ziemlich gut! Myspace ist eine gute Plattform, sich als Band international ‚vorzustellen’. In Deutschland ist sowas ja leider nicht möglich, da die GEMA da einen Riegel vor schiebt.

Okay, dann danke für das Interview! Die letzten Worte sind euch!

Vielen Dank an alle die bei unseren Konzerten der letzten Wochen waren – es hat uns außerordentlich viel Spaß gemacht und wir freuen uns darauf Euch schon bald wiederzusehen!

Galerie mit 18 Bildern: Fiddler's Green - Wacken Open Air 2019
02.03.2007

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