Hatebreed
Kämpfen statt aufgeben

Interview

Denkst du, dass dieser Prozess der Selbstfindung jemals abgeschlossen ist? Oder siehst du es eher als lebenslange Reise, da man stetig Neues lernt, was einen verändert?

Je älter ich werde, desto mehr habe ich das Gefühl, dass das Leben und die Welt sich schneller verändert. Nächstes Jahr werde ich 50, die Zeit vergeht wie im Flug und was mir heute wichtig ist, ist nicht das, was mir vor 20 Jahren noch wichtig war. Deswegen denke ich, dass es schwierig ist, sich selbst zu finden, weil die Ansprüche sich ständig verändern.

HATEBREED verkriechen sich nicht

Einer meiner Favoriten auf der Platte ist „Let Them All Rot“. An wen ist dieser Song gerichtet? Wer sind die Menschen, die verrotten sollen?

Es geht um uns, die Arbeiterklasse, die sich gegen die großen Konzerne und Politiker wendet.

HATEBREED standen immer für eine positive Attitüde. In vielen Songs geht es darum, sich nicht in ein Loch aus Angst und Depressionen ziehen zu lassen. Viele Menschen haben angesichts der Pandemie Probleme damit, nicht in eine solches Loch zu fallen. Vor allem die, die zuvor schon an psychischen Krankheiten litten. Was machst du, um in der aktuellen Situation nicht den Verstand zu verlieren? Welchen Ratschlag kannst du Menschen geben, die unter solchen Problemen leiden?

Zurzeit genieße ich mein Leben in Florida, wo ich wohne. Ich bin superglücklich darüber, zu Hause zu sein, weil ich hier sonst nie Zeit wie ein normaler Mensch verbringen kann. Vergangenes Jahr habe ich zum ersten Mal geheiratet, ich weiß diese Zeit zu schätzen, weil wir irgendwann wieder da raus gehen werden. Mein Ratschlag wäre, sich bewusst zu machen, dass wir alle gemeinsam durch diese Zeit müssen und niemand allein damit ist. Und auch das wird vorei gehen. Wir verkriechen uns nicht, wenn es schwierig wird, sondern kämpfen.

Große Anspannung

Hier in Europa geht es in dem Medien oft darum, dass euer noch-Präsident Donald Trump die Pandemie nicht ernst genug nimmt. Viele denken, sein Verhalten sei der Grund für die hohen Zahlen an Corona-Toten in den USA. Wie nimmst du die Situation wahr?

Ich glaube sowieso kaum etwas von dem, was uns Medien und Politiker erzählen. Man muss frei denken und seinen gesunden Menschenverstand nutzen. Es scheint einfach zu sein, sich einer Seite anzuschließen und mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Kürzlich haben die USA einen neuen Präsidenten gewählt. Die knappen Wahlergebnisse zeigen, dass das Land gespalten ist. Denkst du es ist möglich für Joe Biden, die Dinge zum besseren zu wenden und wirklich eine Veränderung herbeizuführen? Nicht nur im Hinblick auf die Pandemie, sondern generell.

Man hofft immer, dass die Welt und das Land, in dem man lebt, ein besserer Ort werden. Die Zeit wird es zeigen, denke ich mal, aber hier herrscht derzeit zweifellos eine große Anspannung.

Galerie mit 19 Bildern: Hatebreed - European Apocalypse Tour 2018

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27.11.2020

"Irgendeiner wartet immer."

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