Hatebreed - The Concrete Confessional

Review

Galerie mit 18 Bildern: Hatebreed auf dem Elbriot 2017

HATEBREED sind eine starke Liveband. Punkt. Mit „The Concrete Confessional“ lässt sich aber endlich auch mal wieder eine gute Platte vorweisen. Wo der Vorgänger „The Divinity Of Purpose“ besonders mit übertriebenen Phrasen und vor sich hin dümpelnder Instrumentierung in Erinnerung blieb, haben HATEBREED nun wieder ein überzeugendes Gesamtwerk vorzuweisen, welches sich mit dicker Lippe etwas zurück nimmt und dafür musikalisch etwas greifbarer ist.

Routiniert wiegen HATEBREED ihre Zutaten ab, lassen die Waage im Opener „A.D“ Richtung Thrash kippen, gleichen dann mit etwas Beatdown aus und bedienen somit mehrere Geschmäcker wieder auf einem Album. Innovation ist nicht gerade das Steckenpferd des Genres und selbst große Bands tun sich damit schwer, frische Ideen zu entwickeln. HATEBREED setzen deshalb auf die Mischung, die macht es letztendlich auch. Unterstützt von Jastas Kampfgebrüll holt fast jeder Song mindestens einmal zum entscheidenden Schlag aus. Die Parolen sind gewohnt simpel, „Looking Down The Barrel Of Today“ kann schon mit gegrölt werden, noch bevor der erste Durchlauf erfolgt ist. Stumpfsinn kann man „The Concrete Confessional“ aber wahrlich nicht vorwerfen. HATEBREED knüpfen sich einiges vor, es geht nicht ausschließlich um die üblichen auf das Ego bezogenen Probleme. Nein, der Bogen wird etwas weiter gespannt, es wird fester getreten und konkreter in unterschiedliche Richtungen ausgeholt. Dem zugute kommt Jastas wiedergewonnene Variabilität im Gesang. Zuletzt klang Jasta fast immer gleich, das ständige Gebelle surfte sich zu oft auf den Riffwellen ab. „The Concrete Confessional“ zeigt ihn erstarkt, im Opener prescht er nach vorne wie der junge Tom Araya, jede Beatdown-Passage dominiert er und in „Slaughtered In Their Dreams“ erinnert er an Max Cavalera zu seinen besten Zeiten.

Mit „Slaughtered In Their Dreams“, „Us Against Us“ und „In The Walls“ skizzieren HATEBREED ihr Bild des Ist-Zustandes. Es ist hässlich, fies und beängstigend. Dominiert von Schwarz und Weiß, kaum noch Grautöne. Wer hat sich in den letzten Monaten, aufgrund der überwältigenden Flut an schlechten Nachrichten, nicht verängstigt wie ein in die Ecke gedrängtes Tier gefühlt? HATEBREED lassen euch zum befreienden Sprung ansetzen und selbst wenn „The Concrete Confessional“ sicher nicht allen Fans gefallen wird – live fegt euch die Platte an die Wand, gibt alles Fuchtlern, Two-Step-Fans und Mosheads das, was sie verdammt nochmal verdienen, wenn sie Geld für ein Konzert zahlen. Geht trainieren, es wird hart werden. Lediglich „Dissonance“ und „Something’s Off“ darf man eine gewisse Belanglosigkeit unterstellen, zu vorhersehbar und etwas lahmarschig schnappen sie sich die letzten beiden Plätze des Rankings.

Kompositorisch gibt es auf „The Concrete Confessional“ nichts zu meckern. Obwohl es nur minimale Aussetzer vom üblichen Strophe-Refrain-Muster gibt und die Scheibe ziemlich schnörkellos gestaltet wurde, machen HATEBREED unterm Strich alles richtig. Die Kalkulation wird live definitiv aufgehen und nichts als verbrannte Erde hinterlassen. Die Überraschung ist wohl eher, dass HATEBREED nichts grundlegend geändert haben und trotzdem eine Platte kredenzt haben, die sich im Gesamtergebnis, besonders durch Stimmigkeit, von den direkten Vorgängern abhebt. „The Concrete Confessional“ ist die beste HATEBREED-Platte seit sehr, sehr langer Zeit. Wer sich für eine grobe Track-by-Track-Besprechung interessiert, dem sei das entsprechende Special dazu ans pumpende Herz gelegt.

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05.05.2016

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