Istapp
Wir greifen an, wenn die Not am größten ist! - Interview mit Fjalar zu "Frostbiten"

Interview

Dass mit ISTAPP auch fünf Jahre nach ihrem Debüt noch zu rechnen ist, beweist ihr jetzt erschienenes Zweitwerk „Frostbiten“. Darauf frönt die nunmehr aus Fjalar und Isar bestehende Band einmal mehr melodischem Black Metal in guter schwedischer Tradition, der qualitativ nichts anbrennen lässt – dafür stehen die beiden Permafrostfanatiker selbstredend mit ihrem Namen und ihrer Mission: Der Errichtung des Sveareiches unter dem Schneeflockenbanner. Klingt niedlich? Nicht doch, mit den Herren ist nicht zu spaßen, wie Bandboss Fjalar gleich erstmal klarstellt.

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Warum hat es ganze fünf Jahre gedauert, um „Frostbiten“ fertigzustellen?

Wir haben gegen die Armee der Sonne gekämpft und hatten mit einigen Rückschlägen durch Verräter in unseren Reihen zu kämpfen. Aber jetzt sind wir stärker denn je, und das Ergebnis ist „Frostbiten“! Um Perfektion zu erschaffen, braucht es halt seine Zeit. Ich überstürze nichts im Erschaffungsprozess, aber wenn die Notwendigkeit für den Winter und die Kälte am größten ist, schlagen wir mit dem tödlichsten Blizzard zurück, den die Welt je gesehen hat.

Du bist das einzige Bandmitglied, das aus dem 2010er-Line-Up übrig geblieben ist. Warum gab es so große Veränderungen?

Krieger haben im Kampf gegen den glühenden Himmelskörper ihr Leben gelassen, aber da ich selbst unsterblich bin, bin ich der einzige, der die Zeiten und den Tod überdauert hat. Ich rekrutiere Soldaten, die perfekt für ihre Aufgaben gewappnet sind, und deshalb durfte Isar die Vocals auf unserem Klangterror übernehmen.

Welche Botschaft verfolgt ihr mit „Frostbiten“? Geht es dabei immer noch um den Absoluten Nullpunkt?

Absolut! Der brennende Stern hat den einstmals so kalten und leblosen Schneeball Erde jetzt schon seit Milliarden von Jahren gepeinigt. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, diese Ära zu beenden und die abscheulichen Lichtstrahlen auszulöschen. Wir sind nicht eher zufrieden, bevor wir den Absoluten Nullpunkt erreicht haben und die Welt, wie wir sie kennen, aufhört zu existieren. Die Texte auf dem Album sind alte und vergessene Worte und aufschlussreiche Wahrheiten für die Menschheit, so dass sie endlich ihre Augen und Ohren öffnen und dem lügenden Quell des Bösen entgegentreten können, der sie seit Jahrhunderten versklavt hat. Am Ende wird Apep Ra besiegen, die Sonnenscheibe in Stücke zertrümmert werden und Skoll die Reste verschlingen, wenn die Ragnarök beginnt.

Das Album heißt zwar „Frostbiten“, aber als ganz so kalt empfinde ich den Klang des Albums nicht – der ist eher warm…

Ich hoffe, dass du nur einen Sonnenstich hast, denn andernfalls kannst du nur geistesgestört sein und stehst auf unserer Liste!

Hmm, nochmal zurück zu eurem Album „Blekinge“: Die schwedische Provinz Blekinge liegt ja weit vom nördlichen Polarkreis entfernt – was hat das mit Frost und dem Absoluten Nullpunkt zu tun?

Der nördliche Polarkreis wurde nach Blekinge gerückt, wodurch das jetzt der kälteste und tödlichste Platz auf Erden ist.

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Wer ist eigentlich verantwortlich für den Erscheinungstermin von „Frostbiten“ im August? – Wenn alle Menschen in Schweden in karierten Bermudashorts und bunten T-Shirts rumlaufen…

Wir greifen an, wenn die Not am größten ist, und dann ist ja wohl klar, warum der Sommer beendet werden muss, oder?

Auf dem Album befindet sich der Titel „Må Det Aldrig Töa“ (zu deutsch etwa „Möge es niemals tauen“ – Anm. Verf.), aber in Schweden scheint mir das angesichts des Treibhauseffektes eher bloßes Wunschdenken. Was sind eure Waffen gegen den Treibhauseffekt?

Schweden gehört jetzt zu Blekinge, und ISTAPP beherrscht es. Wir sind die neuen Herren des Sveareiches, und schon bald wird sich die ganze Welt dem Schneeflocken-Banner ergeben. Der Treibhauseffekt ist nicht das, was die Menschheit am meisten fürchten sollte!

Spielt ihr in naher Zukunft live?

Wir werden 2016 mit unseren gefürchtetsten Kriegern ein paar exklusive Liveauftritte bestreiten.

Danke für das Interview! Irgendwelche abschließenden Worte an unsere Leser?

Die Zeit ist gekommen zu wählen: Entweder kämpft ihr auf dem finalen Kriegszug auf unserer Seite, oder das Frostbanner wird die letzte Sache sein, die ihr seht, bevor der Tod auf die furchterregendste Weise zuschlägt.

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02.10.2015

- Dreaming in Red -

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5 Kommentare zu Istapp - Wir greifen an, wenn die Not am größten ist! - Interview mit Fjalar zu "Frostbiten"

  1. Andreas sagt:

    Was für ein Spinner…
    Da vergeht einem ja die Lust sich das Album mal zu Gemüte zu führen.

  2. Sunlight sagt:

    Also wenn dich das Posing eines Bandmitglieds davon abhält, neue Bands kennenzulernen, dann sollteste dich vielleicht fragen, was Äußerlichkeiten mit der eigentlichen Musik zu tun haben!? Posing und Rumgekacke gehört seit Anbeginn der kommerziellen Mucke zum Geschäft. Schau dir Niklas Kvarforth von Shining an, was der so für Psychotrips in Interviews hinlegt und Shining macht unglaublich geilen Metal! Bei Istapp verpasste dann mal eben eine der Topbands im Melodic Black Metal Bereich. Dein Pech, Leute ohne Oberflächlichkeiten sollten jedoch unbedingt mal reinhören!

  3. Andreas sagt:

    Wo ist das Problem? Ich kann ihn doch für einen Spinner halten? Oder hast Du den Eindruck, er hätte auch nur irgendwas sinnvolles in diesem Interview von sich gegeben? Von daher hätte man es sich auch besser ganz schenken können.
    Ich les mir eigentlich schon mal ganz gerne durch, gerade bei Bands die ich mag, was die denn so bewegt und was sie zu sagen haben. Ob man das jetzt für oberflächlich hält, wenn man auch gerne mal die Menschen hinter der Band sieht…
    Und keine Angst, in das Album hab ich trotzdem mal, rein aus Neugier, reingehört. Wie es eigentlich mit fast allen Neuerscheinungen mache, die sich so anhören als könnte es meinen Geschmack treffen.
    Ich wollte aber hier auch niemanden seine Lieblingsband schlecht reden. Mir war nur nach dem Lesen dieser Ergüsse danach es einfach mal kurz zum Ausdruck zu bringen, welche Wirkung das spontan auf mich hatte.
    Also nichts für ungut.

  4. Andreas sagt:

    Hab gerade mal ein älteres Interview von ISTAPP gelesen (http://www.metal.de/heavy-metal/interview/istapp/37344-istapp/).
    Lustigerweise kam das eher wie Satire rüber, was wahrscheinlich auch zum Großteil am Interviewer lag und hatte damit direkt eine ganz andere Wirkung und brachte mich sogar das ein oder andere Mal zum schmunzeln.
    Anscheinend muss man ISTAPP auch auf eine gewisse Art in Interviews behandeln und bei diesem aktuellen Interview waren die Fragen viel zu ernst und steif.

  5. Winterfrost sagt:

    also wer eine Band die sich Eiszapfen nennt bockernst nimmt, hält wahrscheinlich auch Finsterforst für authentischen Black Metal^^