Narbeleth
"Solange man keine Dinge gegen das Regime tut oder sagt, ist alles in Ordnung."

Interview

NARBELETH haben vergangene Woche ihr neues Album „Svmma Cvm Nox Arcana“ veröffentlicht. Aus diesem Anlass durften wir mit Bandkopf Dakkar ein kleines Gespräch über die kubanische Black Metal Band führen. Das Interview führte Tim Otterbeck.

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metal.de: Hallo! Zuallererst: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten! Wir hoffen, dass du diese unruhigen Zeiten gut überstanden hast?

Dakkar: Hallo Tim! Ja, zum Glück war das letzte Jahr trotz des ganzen Pandemie-Durcheinanders gut. Ich kann mich nicht beklagen.

Die immer noch andauernde Pandemie hat weltweit eine ganze Branche fast zum Erliegen gebracht. Wie sind NARBELETH (und ihre Mitglieder) mit dieser besonderen Situation zurechtgekommen?

Nun, abgesehen davon, dass wir einige Shows absagen mussten, mussten wir während des Lockdowns auch mit den Proben aufhören, was die Aufnahmen des neuen Albums verzögerte. Das war also die Hauptbeeinträchtigung, die Narbeleth durch diese Situation hatte.

Trotz der gegebenen Umstände waren NARBELETH in der Lage, ihr neues Full-Length-Album „Svmma Cvm Nox Arcana“ aufzunehmen, das am 11. Juni dieses Jahres über Folter Records erscheinen wird. Kann man die Veröffentlichung als ein klares Statement für das sehen, was in der Covid-Pandemie vor sich geht?

Wir haben das Album in diesem Jahr aufgenommen, und ich habe ein paar Songs sowie alle Texte während der Pandemie komponiert, aber dieses Ereignis spiegelt sich in keiner Form im Album wider.

Ursprünglich hattet ihr geplant, den Nachfolger des 2017er Albums „Indomitvs“ kurz darauf zu veröffentlichen. Letztendlich sind aber vier Jahre vergangen, bis ihr „Svmma Cvm Nox Arcana“ endlich veröffentlicht habt. Was hat zu dieser langen Verzögerung geführt?

Genau, ich hatte im Sinn, das auf „Indomitvs“ folgende Album irgendwo zwischen 2018 und 2019 zu veröffentlichen, und ich hatte Ende 2017 zwei oder drei Songs komponiert. Dann bin ich in den ersten Monaten des Jahres 2018 nach Spanien gezogen, und es verging einige Zeit, bis ich mich wohl genug fühlte, um die Stimmung, die ich zum Komponieren brauche, wiederzufinden. Dann, als wir regelmäßig die neuen Sachen probten, kam die Pandemie und wir stoppten für eine Weile. In dieser Zeit habe ich die Songs und Texte fertiggestellt.

Denkst du rückblickend, dass dieser lange andauernde Arbeitsprozess letztlich fruchtbar war?

Ja, das denke ich. Ich hatte genug Zeit, die Sachen, die ich vor 3 Jahren komponiert habe, zu überarbeiten. Wenn man das tut, landen sie nie genau so im Album, wie sie ursprünglich gemacht wurden. Selbst wenn es sehr kleine Details sind, werden sie immer verändert. Mir gefällt auch, dass das ganze Album aus Songs besteht, die in einem langen Zeitraum komponiert wurden, was Abwechslung in die Aufnahmen bringt. Gleichzeitig ist der Unterschied wohl nicht so groß, dass man das Gefühl bekommt, dass sie zu verschiedenen Perioden gehören würden.

NARBELETH in 2021 hat sich im Laufe der Jahre zu einer zweiköpfigen Black Metal Band entwickelt, die aus Spanien stammt. Aber ursprünglich wurde die Band von Dakkar in Kuba gegründet. Ein Land, das – gelinde gesagt – nicht als Metal-Nation bekannt ist. Dakkar, wie bist du überhaupt mit Metal-Musik in Berührung gekommen? Und welche Künstler würdest du sagen, hat deine Musik am meisten beeinflusst?

Ich bin in meinen Teenagerjahren mit Metal in Berührung gekommen. Kuba ist, wie du richtig gesagt hast, nicht dafür bekannt, Metal-Musik zu produzieren, aber tatsächlich ist die Metal-Szene für eine kleine Karibikinsel ziemlich beeindruckend, damals mehr als heute. Ich fing mit dem üblichen Rock und Heavy Metal an und kam schließlich in den Black-Metal-Bereich… der Rest ist Geschichte! Mein Haupteinfluss ist der skandinavische Black Metal der 90er Jahre; aber Namen wie ARCHKANUM, JUDAS ISCARIOT, TAAKE, DARKTHRONE, SATYRICON und NEHEMAH (neben vielen anderen) haben mich zu NARBELETH inspiriert.

Galerie mit 10 Bildern: Narbeleth – Under The Black Sun 2019

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Quelle: Narbeleth, Folter Records
26.06.2021

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3 Kommentare zu Narbeleth - "Solange man keine Dinge gegen das Regime tut oder sagt, ist alles in Ordnung."

  1. nili68 sagt:

    >Ja, es gibt kein Problem, Metal in Kuba zu konsumieren oder zu spielen. Solange man keine Dinge gegen das Regime tut oder sagt, ist alles in Ordnung.<

    Das ist doch ziemlich liberal für ein Regime. Es könnte ja auch als entartete Kunst deklariert werden..

  2. Interkom sagt:

    Wenn man den NSBM mal außen vor lässt, gibt es sowieso keinen Black Metal der an politischen Systemen zu rütteln vorgibt.

  3. Interkom sagt:

    Scheint mir auch cleverer als die DDR, die am Liebsten den Kosakenchor als Jugendmusik etabliert gesehen hätte.