RAM
Interview mit Harry Granroth (Teil 1)

Interview

RAM

Dass es in Skandinavien einen extrem großen Fundus an guten und talentierten Bands gibt, ist kein Geheimnis. Gerade auch die traditionelle Heavy-Metal-Szene fördert anscheinend ohne Unterlass immer wieder neue Bands zutage. Eine von ihnen, die den Durchbruch durchaus schaffen könnte, ist sicherlich RAM. Die Schweden konnten bislang mit jedem Album sehr gute Kritiken einfahren. Dass sie aber mit ihrem aktuellen Werk “Death” einen derartigen Knaller abliefern würden, war ihnen vermutlich selbst nicht so wirklich klar. Wir haben uns mit Gitarrist Harry Granroth über das Album, die kommenden Liveaktivitäten und noch viel mehr unterhalten. Der esten Teil des Interviews könnt ihr im Folgenden lesen.

Hallo Harry, wie geht es Dir? Alles klar?

Hi Colin, mir geht es gut und ich bin sehr glücklich, dass die neue Platte jetzt draußen ist.

Glückwunsch zur neuen Scheibe nochmal. Wie zufrieden bist Du mit “Death”?

Danke! Wir sind sehr zufrieden mit dem Album und es scheint ja auch einige großartige Reviews zu bekommen. Es geht uns auch mit unserem neuen Label total gut, sie machen einen wirklich guten Job.

Ja, ich habe auch kein negatives Review gelesen. Einige waren schon fast überschwänglich. Ich habe beispielsweise geschrieben, dass “Death” für die heutige Szene eine ähnliche Bedeutung bekommen könnte, wie “Killers” für die NWoBHM. Hast Du mit derartigen Reaktionen gerechnet?

Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht wirklich welche Reaktionen wir zu erwarten hatten. Dadurch, dass “Lightbringer” schon so positiv aufgenommen wurde, dachte ich, wir wären nicht in der Lage das zu toppen. Natürlich dachten wir, dass wir cooles Material zusammen getragen haben, das auch in der Live-Situation funktionieren würde. Aber wie Reaktionen auf das gesamte Album ausfallen würden, war unmöglich im Vorfeld zu sagen.

Wann ist Dir klar geworden, dass “Death” eine so starke Scheibe werden würde?

Man denkt ja immer, dass man eine gute Platte abliefert und man sollte daher immer an sich selbst glauben. Es fängt mit dem Songwriting-Prozess an, da hat man ja noch nicht im Blick, wie die Scheibe im Endeffekt klingen soll. Erst mit den Aufnahmen entwickelt sich eine Idee, wie sich das Album anhören könnte. Ich denke, uns ist irgendwo zwischen Mixing und dem Mastern aufgegangen, dass wir da was ganz spezielles erschaffen haben.

Meiner Meinung nach ist ein großer Pluspunkt von “Death”, dass ihr euch bei der Produktion sehr an Veröffentlichungen aus den Achtzigern orientiert habt. Denkst Du eure Musik braucht diese Nähe zu traditionellen Produktionen um eure Musik ins richtige Licht zu stellen?

Genau. Ich denke, dass die Produktion zusammen mit den Songs diese ganz eigene Atmosphäre auf dem Album ausmacht. Wir haben an dieser Art Produktion schon seit der ersten Scheibe gesessen. Erst mit “Lightbringer” konnten wir aber unsere Ideen so realisieren, wie sie uns im Kopf herumschwirrten. Bei “Death” sind wir dann noch einen Schritt weiter gegangen und haben vieles von dem Material auf dem Album live eingespielt.

Welchen Einfluss hatte denn euer neuer Basser Tobbe Pettersen auf das Songwriting? Er scheint sich ja offensichtlich perfekt in das RAM-Line-Up zu integrieren.

Hmm…es ist echt schwer das genau zu bestimmen, aber Tobbe hat eine Menge Enthusiasmus zurück in die Band gebracht, nachdem wir ja Probleme hatten den Posten des Bassisten zu besetzen. Er gibt sich in der Band auch viel Mühe und nimmt an die Band betreffenden Aktivitäten teil. Aber er ist natürlich auch ein großartiger Musiker der perfekt zu RAM passt.

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Das ist doch schön zu hören. Ich drücke euch die Daumen, dass das Line-Up nun stabil bleibt. Wo siehst Du denn die Unterschiede zu den vorherigen Veröffentlichungen von RAM?

Als größten Unterschied würde ich den Aufnahmeprozess nennen. Das meiste Material wurde live eingespielt. Morgen hat Schlagzeug in einem Raum gespielt, während wir anderen in einem anderen waren und gespielt haben. Der Mix knallte dann förmlich aus den Boxen. Sehr ähnlich der Live-Situation. Der Songwritingprozess lief dann auch fast wie immer ab. Die meisten Songs wurden in meinem Haus geschrieben. Mit dem Unterschied, dass wir dieses Mal viel mehr Songs im Proberaum fertig gestellt haben. Unsere Musik hat sich, denke ich, nicht so sehr verändert. Ich sehe da keine so großen Unterschiede zu unseren vorangegangenen Alben und “Death”. Natürlich versuchen wir nicht zweimal den gleichen Song zu schreiben, aber es gibt wohl für viele unserer Songs einen entsprechenden Gegenpart bei unserer früheren Arbeit. Aber das ist meine Meinung.

Mit so einem großartigen Album im Rücken macht es natürlich auch Sinn die Platte entsprechend zu promoten. Habt ihr vor auf eine große Tour aufzuspringen, um noch mehr Fans erreichen zu können? Oder aber wollt ihr eine eigene Headliner-Tour spielen?

Wir stehen gerade in Verhandlungen mit verschiedenen Booking-Agenturen. Für irgendein Statement ist es aber sicherlich noch zu früh. Wir wollen natürlich so oft wie möglich live spielen und mich persönlich interessiert es nicht, ob wir einen Supportslot bekommen, eine Headliner-Tour fahren können oder nur auf Festivals vertreten sind. Wichtig ist, dass wir vor den richtigen Leuten spielen.

Wenn man sich “Death” so anhört, sticht euer eigener Stil natürlich heraus. Aber hier und da kann man auch Einflüsse von anderen Künstlern vernehmen. Welche Bands haben RAM Deiner Meinung nach beeinflusst? Oder versuchst Du sowas auszublenden, um euren Stil nicht zu verfälschen?

Unsere Einflüsse waren immer präsent, denke ich. Wobei ich persönlich jetzt nicht unbedingt bestimmte Einflüsse im Hinterkopf hatte, als wir das Album geschrieben haben. Bands wie ACCEPT, BLACK SABBATH, SCORPIONS, JUDAS PRIEST, MERCYFUL FATE oder IRON MAIDEN sind halt immer präsent. Neu ist, dass wir versucht haben Ideen, die wir in alten Horrorfilmen der Siebziger und Achtziger gefunden haben, an unseren Sound anzugliedern. Außerdem glaube ich, dass der Sound den wir spielen mittlerweile auch unser Songwriting beeinflusst.

…Fortsetzung folgt…

27.03.2012

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