Skogen
"Macht es wie RUSH. Macht es wie SKOGEN." - Interview mit Sänger, Gitarrist und Bassist Joakim Svensson zum neuen Album "I Döden"

Interview

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Mit „I Döden“ haben die schwedischen Black Metaller SKOGEN nicht nur ihr viertes Album herausgebracht, sondern auch ihr erstes über ihre neue Labelheimat Nordvis Produktion – dazu und zu anderen Themen äußert sich Sänger, Gitarrist und Bassist Joakim Svensson im Interview mit metal.de:

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Hallo!
„I Döden“ ist euer viertes Album in fünf Jahren Bandbestehen – was, denke ich, ein ziemlich fixes Arbeitstempo ist, wenn man bedenkt, dass „I Döden“ keinesfalls nach einem Schnellschuss klingt. Was ist euer Geheimnis?

Nun, wir sind allzeit am Schreiben und haben auch seit „I Döden“ schon wieder eine Menge neues Zeug fertig. Vier Alben in fünf Jahren mag nach viel klingen, aber wir mögen es, häufig zu veröffentlichen – aber natürlich mit Qualität. Wir beeilen uns nicht nur um etwas zu veröffentlichen. Es muss sich auch richtig anfühlen. Aber in früheren Zeiten veröffentlichten Bands auch mal zwei Alben pro Jahr, und das in hoher Qualität. RUSH zum Beispiel, eine Band, die wir im SKOGEN-Lager bewundern. Die haben 1975 sowohl „Fly By Night“ als auch „Caress Of Steel“ veröffentlicht, „2112“ nur ein Jahr später. Und man findet keinen einzigen Moment auf diesen Alben, der so klingt, als hätten sie ihn nicht durchdacht. Damals hatte man auch nicht die Technik, die man heute hat, weshalb ich wirklich nicht verstehe, warum viele Bands nicht öfter qualitativ hochwertige Musik veröffentlichen können als sie es tun. Es ist den Fans gegenüber nicht fair, Alben mit fünf Jahren Abstand zu veröffentlichen. Macht es wie RUSH. Macht es wie SKOGEN.

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Wie würdest du den Songwriting-/Aufnahmeprozess von „I Döden“ im Vergleich mit euren früheren Releases beschreiben? Was habt ihr anders gemacht als bisher, was genauso?

Wir haben die Musik größtenteils genauso geschrieben wie immer, aber wir haben diesmal ein bisschen mehr geprobt. Wir nehmen normalerweise Demoversionen der Songs auf und schicken sie einander zu, dann proben wir und ändern was auch immer geändert werden muss. Und dann nehmen wir es auf. Wir fühlen uns als Musiker mit jedem Album ein bisschen näher aneinander, was man denke ich auch hören kann. Für „I Döden“ hatte Matthias [Nilsson, Gitarre, Bass, Keyboard, Gesang – Anm. d. Red] so viele großartige Ideen, dass er alleine fast das ganze Album schrieb.

Und kannst du „I Döden“ auch musikalisch bzw. stilistisch in Kontext mit euren früheren Veröffentlichungen bringen?

„I Döden“ ist wohl ein Schritt zurück zum Sound von „Vittra“ [2009 – Anm. d. Red.] und „Svitjod“ [2011 – Anm. d. Red.], mit mehr Atmosphäre und Harmonien. Aber dieses Mal fühlte es sich als Ganzes viel natürlicher an. Wir versuchten einen roten Faden auf dem Album zu haben, und als wir die Tracklist setzten, haben wir jeden einzelnen Aspekt betrachtet, sodass der Hörer das Feeling des Albums spüren kann ohne den Drang zu haben, einzelne Tracks zu skippen. Ich würde also sagen, dass dieses Album fokussierter und kohärenter als die vorherigen ist.

„I Döden“ ist euer erstes Album, das über Nordvis Produktion veröffentlicht wird. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Nordvis kontaktierten uns und hatten ein paar Ideen und Visionen. Wir redeten miteinander und erkannten, dass wir dieselben Visionen hatten, es war also keine besonders schwere Entscheidung. Zu dem Zeitpunkt hatten wir auch nicht die beste Kommunikation mit unseren früheren Label, und es ist alles auch schon sehr viel runder gelaufen seitdem wir uns mit Nordvis verbündet haben!

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Da die meisten Lyrics auf dem Album auf Schwedisch geschrieben sind, kannst du uns vielleicht einen kleinen Eindruck davon verschaffen, worum es auf „I Döden“ geht?

Nun, zwei der Songs sind auf Englisch, aber ja, der Hauptteil ist Schwedisch. Wir beschäftigen uns darin mit dem Tod als Essenz und Entität. Mit den dunklen Aspekten der Natur. Wir versuchen eine schaurige Atmosphäre zu erschaffen, was in deiner eigenen Sprache schwierig sein kann. Du musst immer darauf achten, dass du nicht zu hochgestochen klingst, speziell mit den Titeln. So wie VINTERSORG. Aber ich glaube, das passt bei uns. Die Lyrics spielen bei SKOGEN eine Hauptrolle.

Als ich meine Review geschrieben habe, konnte ich nicht widerstehen, ein bisschen Namedropping in Sachen norwegischen Old School Black Metal zu betreiben – zum Beispiel nannte ich BURZUM, EMPEROR und TROLL, weil ich finde, dass eure Musik eine Menge vom Spirit der frühen Werke dieser Bands innehat. Erst einmal, kannst du mir überhaupt zustimmen, dass Einflüsse dieser Bands auf „I Döden“ gehört werden können? Und zweitens, gibt es noch andere Bands, die du als Einflüsse nennen würdest?

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Vielen Dank! Alle drei Genannten sind für mich persönlich Inspiration. „Filosofem“, „Anthems To The Welkin At Dusk“ und „Drep De Kristne“ sind allesamt Meilensteine. Ich höre sie ziemlich oft. Ich spreche jetzt aber nur für mich selbst, und die Passagen, die wohl nach diesen Bands klingen, sind nicht von mir. Aber ja, die alten norwegischen Bands sind immer anregender als die schwedischen. Wir wollten dieses Mal auch ein Artwork im Stil von Kittelsen [Theodor Kittelsen, norwegischer Künstler, dessen Werke u.a. für die BURZUM-Alben „Hvis Lyset Tar Oss“ und „Filosofem“ verwendet wurde – Anm. d. Red.], damit es zur Musik passt.

Eine kurze und oberflächliche Internetsuche hat keinerlei Infos zu eventuellen zukünftigen Liveshows ausgespuckt – plant ihr denn noch, mit dem neuen Material live zu spielen? Oder zieht ihr es vor, nicht aufzutreten?

Wir haben vor kurzem angefangen live zu spielen und sind immer für gute Gigs offen! Aber da wir mit unseren anderen Projekten und Bands über die Jahre so viele Scheißshows gespielt haben, suchen wir uns die Shows aus, von denen wir glauben, dass sie gut für uns sind oder Vorteile für uns haben. Wir rufen nicht eifrig jeden lokalen Pub an, um vor Leuten zu spielen, die uns eh nicht hören wollen. Lieber wenige Qualitätsshows als viele schlechte. Trotzdem, wer ein Festival oder einen Veranstaltungsort betreibt, der oder das für SKOGEN richtig scheint, kontaktiere uns einfach! Wir wollen dir eine großartige Show bieten und unsere neuen Songs spielen.

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Um das Interview abzuschließen, was waren deine Top-Black-Metal-Alben im Jahr 2013? Und gab es 2014 schon ein Album, dass du empfehlen würdest?

Ich habe 2013 leider nicht allzu viele gute Black-Metal-Alben finden können, aber hier sind ein paar:

  • AOSOTH – „An Arrow In Heart“
  • SATYRICON – s/t
  • STILLA – „Till Stilla Falla“
  • WATAIN – „The Wild Hunt“
  • IRKALLIAN ORACLE – „Grave Ekstasis“
  • TRIBULATION – „The Formulas Of Death“

(Okay, IRKALLIAN ORACLE und TRIBULATION mögen an sich kein Black Metal sein, aber diese Veröffentlichungen haben viel mehr Black-Metal-Atmosphäre als viele andere Bands da draußen.) Und dann noch SOLITUDE’S SISTER. Das beste Album des Jahres. Not Black Metal, but I don’t care.

Das war’s soweit – vielen Dank für deine Antworten! Die letzten Worte gehören wie so oft dem Interviewten …

Danke! Kauft unsere Alben, bucht uns für Shows und supportet uns. Hell döden!

20.04.2014

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