Sorcerer
Interview mit Johnny Hagel zu "In The Shadow Of The Inverted Cross"

Interview

Sorcerer

Die meisten werden wahrscheinlich Johnny Hagel (ex-TIAMAT, ex-SUNDOWN, ex-LITHIUM, ORDER OF ISAZ) noch als ehemaligen Bassisten von TIAMAT in Erinnerung haben, welcher auf den Alben „Clouds“ und „Wildhoney“ mitwirkte. Davor hatte der Schwede allerdings bereits mit SORCERER eine eigene Band am Start, welche Epic Doom Metal spielte und seit der Bandgründung 1988 zwei Demos veröffentlichte. Die Band brach schließlich auseinander. Seit 2010 sind SORCERER wieder aktiv und veröffentlichen dieser Tage mit „In The Shadow Of The Inverted Cross“ ihr hervorragendes Debütalbum. Wir sprachen mit Johnny über die Geschichte von SORCERER sowie ihr erstes Album.

Sorcerer

SORCERER wurden 1988 gegründet und veröffentlichten zwei Demos, danach brach die Band auseinander. Wie waren damals die Reaktionen auf die Demos und was waren die Gründe für eure Auflösung?

Die Reaktionen waren wirklich gut. Das erste Demo verkaufte sich über 2000 Mal ohne irgendeinen Vertrieb und wir erhielten tonnenweise Post von überall auf der Welt. Mit dem zweiten Demo hatten wir einen ähnlichen Erfolg. Ich denke, die Gründe für unsere Trennung lagen hauptsächlich daran, dass unser Sänger Anders (Engberg, 220 VOLT, ex-DREAMS FALL, ex-LION’S SHARE, ex-TWILIGHT, Anmerk. d. Verf.)  immer mehr mit seiner anderen Band LION’S SHARE zu tun hatte und Peter (Furulid, Gitarrist, Anmerk. d. Verf.) und ich fühlten, dass die Zeit für uns vorbei wäre.

1995 wurden die beiden Demos von John Perez von SOLITUDE AETURNUS auf seinem Brainticket Records Label auf CD wiederveröffentlicht. Wie kam es dazu? Habt ihr damals nicht daran gedacht, mit SORCERER irgendwie weiterzumachen? Ist die CD noch erhältlich?

Ich denke John kaufte damals unser erstes Demo und schickte uns dann ein Demo von SOLITUDE AETURNUS. Dann kontaktierte er uns 1995 und fragte, ob wir daran interessiert wären, dass er die Musik auf CD veröffentlicht. Wir waren damit einverstanden da wir dachten, dass es nun eine passende Veröffentlichung wäre. Während dieser Zeit fühlte ich nie, dass wir mit SORCERER weitermachen sollten, das geschah erst nach dem Hammer Of Doom Festival, da dachte ich das erste Mal darüber nach. John hat die CD vor einigen Jahren zum zweiten Mal veröffentlicht, aber diese Version ist inzwischen ebenfalls ausverkauft, also werden wir sie vielleicht wieder veröffentlichen. 

15 Jahre später habt ihr dann auf dem Hammer Of Doom Festival 2010 gespielt. Wie kam es denn dazu? Wie war es, diese Songs mal wieder zu spielen?

Das Festival trat in Kontakt mit uns und zuerst wollten wir es nicht machen. Dann sprachen Anders und ich mehr darüber und stimmten darin überein, dass es Spaß machen würde. Zuerst fühlte es sich seltsam an, diese Songs wieder zu spielen, aber letzten Endes war es doch ein wirklich gutes Gefühl.

Für diese erste Show habt ihr mit Kristian Niemann (ex-THERION, DEMONOID), Ola Englund (FEARED, THE HAUNTED, SIX FEET UNDER) und Drummer Robert Iversen gespielt. Wie kam es denn zu diesem Line-Up? Was waren die Gründe, dass die ursprünglichen Mitglieder Peter Furulid, Mats Liedholm und Richard Evensand nicht mehr Teil von SORCERER waren?

Wir versuchten wirklich die alten Bandmitglieder Peter und Mats zu erreichen, schafften es aber nicht. Ich habe mit ihnen 10-15 Jahre nicht gesprochen wofür es keinen wirklichen Grund gibt. Manchmal entfernt man sich von Leuten. Richard lebte zu dieser Zeit in Australien daher funktionierte es aufgrund der Distanz nicht. Anders und ich kennen Kristian schon länger und er ist ein brillianter Gitarrist als auch eine großartige Person. Kristian empfahl Ola den er aus einem Gitarristenforum kannte. Ein Freund von Anders kam auf Robert, es war also ziemlich einfach, die richtigen Leute zu finden.

SORCERER sind nun zurück, und ihr habt ein Debütalbum namens „In The Shadow Of The Inverted Cross“ am Start! Wie fühlt ihr euch?

Es fühlt sich großartig an. Ich hätte mir das vor einigen Jahren nie vorstellen können. Ich bin auch sehr zufrieden wie das Album geworden ist, ich könnte mir kein besseres Album wünschen.

In welchem Zeitraum wurden die Songs geschrieben? Hattet ihr auch altes Material verwendet?

95% wurden nach der Hammer Of Doom Show geschrieben. Der Rest, einige Riffs wurden ein Jahr davor geschrieben und waren nicht wirklich für SORCERER gedacht, da ich jederzeit schreibe und das nicht immer für ein spezielles Projekt oder eine Band. Ich würde es lieben, für andere Bands Musik zu schreiben.

Worin siehst du selbst die Unterschiede zwischen „In The Shadow Of The Inverted Cross“ und euren vorherigen Demos?

Ich denke, das neue Album ist eher Metal mit einigen Doom Einflüssen, während die Demos mehr Doom mit Metal Einflüssen sind. Aber das ist meine Meinung und es ist immer schwierig über die eigene Musik zu urteilen. Aber eine Sache die wir wirklich versucht haben beizubehalten ist das epische Feeling und wir sind niemals Kompromisse eingegangen und werden das auch nie tun.

Was ist „In The Shadow Of The Inverted Cross“? Wovon handeln die Texte? Sind sie antichristlich?

Alle Texte sind fiktional und sollten nicht als Anti oder Pro für irgendwas genommen werden. Es sind einfach Geschichten wie bei den TV-Serien „Game Of Thrones“ oder „Vikings“. Wir werden niemals über politische Themen schreiben, da gibt es andere Bands die das viel besser könnten als wir jemals dazu in der Lage wären. 

Was kannst du uns von den Albumaufnahmen erzählen?

Das Album wurde in verschiedenen Studios aufgenommen. Das Schlagzeug und einige Akustikgitarren wurden im Studio von Robert aufgenommen, mein Bass und die Gitarren von Kristian bei ihm, Peters Gitarren in seinem und Anders Gesang ebenfalls in seinem eigenen Studio. Als alles aufgenommen war schickten wir das Material an Ronnie Björnström der es mixte und anschließend zum Mastern an Jens Bogren.

Was habt ihr in der nächsten Zukunft mit SORCERER geplant? Spielt ihr Konzerte in Deutschland?

Da das Album jetzt im März veröffentlicht wird, sind wir zu spät, um in diesem Jahr auf den Sommerfestivals zu spielen, da diese die meisten Bands während dem September buchen, und damals waren wir mit dem Album noch nicht fertig. Wir schauen also noch Auftrittsmöglichkeiten im Herbst und werden uns auf die Festivals 2016 konzentrieren. Wir sind nicht in Eile und planen weitere Alben zu machen, es wird uns also so lange geben wie die Leute und mögen.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

Danke dir, es war ein Vergnügen. Gebt dem Album eine Chance. Wenn ihr eure Musik heavy mögt kann es gut sein, dass es euch gefällt!

Galerie mit 15 Bildern: Sorcerer - Leafmeal Festival 2015
06.03.2015

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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