The Ocean - Collective Oblivion

Review

Galerie mit 18 Bildern: The Ocean - Pitfalls Tour 2019 in Berlin

Dass THE OCEAN immer wieder für Überraschungen gut waren, dürfte hinlänglich bekannt sein. So wird mit jedem neuen Album der eigene progressive Sound variiert, es gibt neue Nuancen, immer wieder Raum für reichlich Experimente und Weiterentwicklung. Aber nicht nur das, ihr besonderes Faible für monumentale Mammut-Alben ist etwas, das ihren besonderen Ruf eben auch ausmacht. In diese Reihe außergewöhnlicher Großprojekte reiht sich nunmehr „Collective Oblivion“ mit ein, welches kein neues Studioalbum nach dem diesjährigen phänomenalen „Pelagial“ ist, sondern eine randvoll gepackte Dreifach-DVD.

Die letzten Jahre von THE OCEAN gehören zu den aufregendsten ihrer Karriere. Die Band um Kreativkopf Robin Staps tourte extrem viel über den Globus, und lässt den Fan mit dieser DVD-Veröffentlichung epochalen Ausmaßes daran teilhaben.

Die erste DVD mit dem Titel „The Origin Of The Ocean – Band History“ beinhaltet die komplette Bandgeschichte von den Anfängen an und lässt dabei auch ehemalige Bandmitglieder zu Wort kommen. In den ca. 130 Minuten werden die Visionen, welche hinter THE OCEAN stecken, ebenso beleuchtet, wie die ursprüngliche Gründung der Band, die häufigen Line-Up-Wechsel sowie die Findung des eigenen Sounds. Dazu gibt es passenderweise frühe Live-Mitschnitte von Auftritten der Jahre 2006 bis 2009 sowie die drei Videoclips „Nazca“, „Queen Of The Food-Chain“ sowie „Dead On The Whole“. Weiter gibt es noch einen Auftritt aus Berlin vom Museum For Musical Instruments aus dem Jahr 2011, welchen die einzige Live-Darbietung des Stückes „Statherian“ enthält.

Den fröhlichen Live-Reigen eröffnet DVD 2. Den Anfang macht ein Live-Auftritt von 2010 aus dem schweizerischen La Chaux-De-Fonds im kleinen Club „Bikini Test“, dies war die „Heliocentric“ Record Release Show mit 13-köpfigem Line-Up, sowie weiter der Auftritt vom Summer Breeze 2011 im randvollen Partyzelt. Beim letztgenannten Festival stand ich damals selbst vor der Bühne und durfte miterleben, wie unglaublich intensiv die Experimental-Prog-Extremmetaller nicht nur ihre epischen Klangwelten live zelebrieren, sondern mit welcher unbändigen leidenschaftlichen Energie die Musiker ihre Musik emotional ausleben. Wer THE OCEAN also noch nicht gesehen hat – unbedingt nachholen! Und die DVD kaufen! Aber halt, es geht noch weiter. Bei den beiden enthaltenen Konzerten stehen natürlich die damals aktuellen Konzeptalben „Anthropocentric“ sowie „Heliocentric“ im Vordergrund, mit welchen damals auch der Durchbruch gelang.

Noch interessanter finde ich indes die dritte DVD „Shore To Shore“ mit einer Laufzeit von ca. 175 Minuten. So begleitete Regisseur Alex Kraudelt die Band zweieinhalb Jahre seines Lebens. Und wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Und THE OCEAN erzählen und erzählen und nehmen den Fan mit auf ihrem Trip – mit Videotagebüchern und Impressionen von Live-Auftritten. Wir sind dabei, wenn sie durch Nordamerika touren, in Russland (inklusive Sibirien!), Australien, Europa und China spielen! Die Reisepässe der Bandmitglieder müssen voll sein mit Stempeln der verschiedenen Staaten.

Letztkich ist die DVD ist eine sehr schöne und umfangreiche Retrospektive der Zeit vor „Pelagial“. Man sieht alle Facetten des Lebens auf Tour, die kulturellen Unterschiede werden beleuchtet, man wird Zeuge diverser Entbehrungen der Bandmitglieder – und es gibt natürlich Skurriles. Man erlebt, wie die Menschen unterschiedlich auf die Konzerte von THE OCEAN reagieren, bekommt Einblicke von örtlichen Promotern und vieles vieles mehr. Muss man selbst gesehen haben!

Abgerundet wird diese Veröffentlichung durch das schicke Hardcover mit Foliendruck und das über 30-seitige Booklet, welches mit Fotos, Texten und Tourtagebüchern ebenso randvoll gepackt ist wie die DVDs.

THE OCEAN setzen mit dieser außergewöhnlichen DVD, mit diesem unterhaltsamen und umfassenden Rückblick, neue Maßstäbe, was zukünftige ähnlich geartete Veröffentlichungen anbelangt. „Collective Oblivion“ ist eine wirklich gründliche und ausgedehnte Retrospektive mit epischen 500 Minuten Gesamtspielzeit.

04.11.2013

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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1 Kommentar zu The Ocean - Collective Oblivion

  1. Anton Kostudis sagt:

    Ja, Mann!

    10/10