
The Ocean
Die Macht des Zufalls
Interview
Tatsächlich, es ist schwer vorzustellen, dass THE OCEAN oftmals sehr viel einfach durch Zufall zu entstehen scheint. In der Presseinfo steht ja, eure aktuellen Sänger Lane Shi und Enrico Tiberi sind beide ebenfalls durch Zufall zu euch gekommen. Wie genau hat sich das entwickelt?
Ja, es ist tatsächlich so, dass ziemlich viel bei THE OCEAN zufällig und planlos passiert. Ich verstehe aber auch, dass das in der Wahrnehmung oft anders anders ist. Aber es ist tatsächlich so, es waren zufällige Begegnungen, die sich halt so ergeben haben, einfach im Laufe des Jahres 2025. Lane saß irgendwann bei mir im Wohnzimmer, weil ein Kumpel von ihr sie mitgebracht hatte zu einem unserer Hot Pot Feste, die wir mit Pelagic hier regelmäßig zelebrieren.
War sie zu dem Zeitpunkt schon in Berlin ansässig?
Ja, sie ist seit der Pandemie in Berlin gewesen und ich kannte sie aber vorher nicht. Und ja, sie landete irgendwie bei mir in der Wohnung, wir haben angefangen über Musik zu reden und dann stellte sich raus, dass ich ihre alte Band kannte und auch auf dem Roadburn gesehen hatte. Wir fuhren beide sogar zum Roadburn, allerdings aus verschiedenen Gründen: Sie kam dorthin, weil sie aufgetreten ist, und wir mit Pelagic fahren eigentlich jedes Jahr hin, um dort Platten zu verkaufen. Und insofern gab es da genügend Gesprächsstoff und wir hatten auch gewissermaßen eine ähnliche Geschichte, weil wir beide unsere Band verloren hatten, gewissermaßen, und an so einem Scheideweg standen irgendwie.
Und mit Enrico war es so, dass uns sein ehemaliger Gitarrist und Freund Marco [Gennaro, Anm. d. Red.] angeschrieben hat, weil er sich aktiv für THE OCEAN als Gitarrist bewerben wollte. Und ich hab mir dann seine Band, die er ja mit Enrico zusammen hatte, angehört und bin dadurch auf Enrico aufmerksam geworden. Das war ein super Album, ist völlig untergegangen weil in der Pandemie veröffentlicht. Das Projekt heißt DARKSIDE BRIGHTSIDE und da spielt Marco Gitarre und Enrico singt. und ich hab mir das wegen Marco angehört, weil er sich als Gitarrist vorgestellt hat und bin dann aber sehr schnell auf Enrico auch aufmerksam geworden und hab dann gesagt, ja, könnt ich mir gut vorstellen, mit dir an der Gitarre und bring mal deinen Sänger mit.
Und dann haben wir uns halt getroffen in der Bar der Falkensteinstraße, wo ich jetzt heute Abend wieder hingehe, und haben dann angefangen über Musik zu reden und so hat sich das gewissermaßen ergeben und zu diesem Zeitpunkt war es für mich auch tatsächlich so, dass ich eigentlich mir vorgestellt hatte, dass das nächste THE OCEAN-Kapitel instrumental passieren wird, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann konnte, jemanden zu finden, der dort ansetzt, wo Loïc [Rosetti] aufgehört hat, gesangsmäßig. Das war irgendwie schwer vorstellbar und als Lane und Enrico dann da waren, hat sich das schlagartig geändert. Dann war halt plötzlich irgendwie so eine Perspektive da, „Oh, das könnte interessant sein“. So, also mit Enrico, war es halt denkbar, auch alte Songs zu spielen, weil er das abliefern konnte.
Er hat dann halt viele alte THE OCEAN-Cover aufgenommen, letztendlich in den folgenden Wochen, nachdem wir uns getroffen haben. Und ich hab halt gesehen, OK, das funktioniert. Das ist anders. Natürlich ist es anders, ein anderer Sänger, ein anderer Mensch, aber irgendwie gab es auch gleichzeitig viele gute Anknüpfpunkte, sag ich mal, und es hat gut funktioniert. Und Lane hat halt gleichzeitig was völlig Neues reingebracht, was es vorher nicht gab und das war mir auch wichtig, dass man oder diese, diese, ja diesen, dieses Auseinanderfallen des Lineups zu nutzen, um auch irgendwie was Neues zu machen, was wir vorher so noch nicht gemacht hatten. Das war mir persönlich sehr wichtig.
Ich weiß nicht, wie ich genau das beschreiben sollte. Mönchsgesang ist, glaube ich, der falsche Ausdruck, aber sowas in in die spirituelle Richtung hat sie für mich meiner Meinung nach reingebracht und das finde ich ganz erfrischend.
Ja, sie ist hat einfach ’ne super eigenartige, einzigartige Stimme und auch Herangehensweise an Gesang und Performance und das ist genau die Schönheit daran.
Galerie mit 19 Bildern: The Ocean- Summer Breeze Open Air 2024

Mehr zu The Ocean
| Band | |
|---|---|
| Stile | Experimental, Post-Metal, Progressive Metal |
Interessante Alben finden
Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38787 Reviews und lass Dich inspirieren!
Michael
































Kommentare
Sag Deine Meinung!