Anathema
Satellites Over Europe Tour 2014

Konzertbericht

Billing: Anathema und Mother's Cake
Konzert vom 30.10.2014 | Postbahnhof, Berlin

Anathema

Anfang Juni 2014 veröffentlichten ANATHEMA ihr zehntes Album „Distant Satellites“, ein wunderschönes Album, das zum Entspannen und Fallenlassen einlädt. Mit diesem Album sind sie von Anfang Oktober bis Mitte November auf Europatour, in deren Rahmen die Briten am 30. Oktober im Berliner Postbahnhof spielten. Als Support haben ANATHEMA die drei Österreicher MOTHER’S CAKE dabei, deren Musik in starkem Kontrast zu den harmonischen Klangwelten ANATHEMAs steht.

Ohne Einleitung dröhnt der gutturale Bass von MOTHER’S CAKE um 20.00 aus den Boxen und bildet den Auftakt für eine dreiviertel Stunde voller markiger Riffs, abwechslungsreicher Rhythmen und hingebungsvollen Vocals. Der Band zuzuhören fordert heraus, denn die drei Österreicher halten sich wenig an gängige Strukturen wie Refrain-Strophe-Refrain, sondern durchbrechen, umspielen und machen vor allem das, was Ihnen Spaß macht. Leider ist der Bass hoffnungslos übersteuert und ein großer Teil des Publikums verbringt im Nebenraum an Bar und Merch-Stand die Zeit bis zum Headliner. MOTHER’S CAKE begeistern die Dagebliebenen mit einem Sound der irgendwo zwischen Jimi Hendrix, RED HOT CHILI PEPPERS und RAGE AGAINST THE MACHINE liegt. Leidenschaftlich, chaotisch, hart, kaum tanzbar, faszinierend – am besten selbst einmal hören!

Galerie mit 6 Bildern: Mother's Cake - Anathema - Satellites Over Europe Tour 2014

 

ANATHEMA sind nicht nur auf Platte sondern auch live „ein Garant für emotional ergreifenden, authentischen, hochklassigen Rock mit angenehmem und unaufdringlichem Pop-Appeal„. Selbst auf der Bühne gelingt es ihnen mühelos, einzigartige Klangwelten zu erschaffen, die das Publikum im Postbahnhof bereits ab den ersten Tönen von „The Lost Song, Pt. 1“ in den Bann ziehen.

Die Lautstärke der Musik ist jetzt etwas besser, die Instrumente sind ausgeglichener, so dass man die gesangliche und spielerische Qualität der Briten genießen und sich in ihrer Musik verlieren kann. Die Lichtshow ist den Songs angepasst und der Hauptakteur eines Parts wird meist hervorgehoben, so dass die mit offenen Augen genießenden auch visuell abgeholt werden. Vincent und Jamie Cavanagh sowie Lee Douglas interagieren oft, wohingegen Daniel Cavanagh meist auf seiner Bühnenseite bleibt und in sein Gitarren- oder Klavierspiel versunken scheint. Aber nicht nur Daniel wechselt sein Instrument, auch Schlagzeuger Daniel Cardoso wechselt während der Show zeitweilig zum Keyboard.

Galerie mit 18 Bildern: Anathema - Anathema - Satellites Over Europe Tour 2014

Als sich ein Besucher nach „Thin Air“ „Closer“ vom 2003 erschienenen „A Natural Disaster“ wünscht, antwortet Frontmann Vincent Cavanagh, dass ANATHEMA ein neues Album draussen haben und zu den Bands gehört, die gerne ihre neuen Songs spielt. Dementsprechend liegt der Schwerpunkt der Songauswahl auf „Distant Satellites“ und es folgen die drei aktuellen Songs „Ariel“, „The Lost Song Pt. 3“ und „Anathema“. Der „Closer“-Fan bekommt seinen Wunsch gegen Ende der Show aber doch noch erfüllt.

Es scheint widersinnig diese Bands aufeinander folgen zu lassen, die von ihrem Aufbau der Lieder, ihrem Sound und den erzeugten Stimmungen kaum verschiedener sein könnten allerdings haben die Konzertbesucher auf diese Weise ein wenig Abwechslung. Schade nur, dass die Anlage bei MOTHER’S CAKE zu laut eingestellt ist und es dadurch erschwert wird, sich auf die Musik einzulassen. ANATHEMAs Auftritt hat erwartungsgemäß keine Wünsche offen gelassen.

08.11.2014

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