Rock For Animal Rights 2021
Der Bericht zum tierwohlbejahenden Festival

Konzertbericht

Billing: Rage, Tanzwut, X-Ing, Dezibel Biest, Thundermother, Ohrenfeindt, Ancient Curse, HeadGear, Glutsucht, As I Am, D-Wall, MegaBosch, Nikki Puppet, Magistarium und Sober Truth
Konzert vom 13.08.2021 – 14.08.2021 | Festivalgelände, Sandstedt-Offenwarden

14.08.2021

Der zweite Festivaltag startet für die Menschen, welche in Hotels übernachteten oder aus anderen Gründen das Gelände verlassen haben mit dem erneuten Corona-Test. Ansonsten ist der Ablauf identisch und der Zeitplan für die Undergroundbands wird ebenfalls um ca. 30 Minuten vorgezogen.

D-WALL überraschen mit gutturalem Gesang

Galerie mit 11 Bildern: D-Wall - Rock For Animal Rights 2021
Ein unbeschriebenes Blatt sind D-Wall aus Hannover. Die Band existiert bereits seit Ende der 90er Jahre. 2008 war der Erstling „Godfood“ marktreif, 2015 erschien „Black Tree“ und zwei Jahre später eine EP Namens „Waste Of Bullet“. Nach eigener Beschreibung gibt es eine Mischung aus Heavy Metal und Thrash Metal zu erleben. Am frühen Nachmittag ist der Zuschauerzuspruch mehr als übersichtlich. Die Truppe um Sängerin Sandra Barclay weiß zu überraschen und so wechselt der Gesang zwischen klar und guttural. Bei gutturalem Gesang und Hannover fällt unweigerlich der Name Britta Görtz (CRITICAL MESS, HIRAES). Der Kreis schließt sich: Britta Görtz ist die Gesangslehrerin von Sandra Barclay. Das ca. 45-minütige Set zeigt durchaus Potential für eine Undergroundband. Musikalisch liegen die aktuellen Tracks eher zwischen Hard Rock und Heavy Metal, welche durch den gutturalen Gesang eine interessante Note erhalten.

Hannover dominiert den zweiten Festivaltag

NIKKI PUPPET stehen auf Outfits von Native Americans

Galerie mit 12 Bildern: Nikki Puppet - Rock For Animal Rights 2021
Eine Band, die ebenfalls bereits knapp 20 Jahre Geschichte auf dem Buckel hat, sind NIKKI PUPPET. Die Truppe war vor vielen Jahren sogar auf dem Wacken-Open-Air zu sehen. Die Diskografie ist bei aktuell sechs Werken angekommen und eigentlich sollte die Band mit ANVIL im September auf Tour gehen. Die Tour ist leider auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Musikalisch bewegt sich NIKKI PUPPET zwischen Hard Rock und Classic Rock mit gelegentlichen metallischen Ausflügen. 2020 wurde „Into The Wild“ veröffentlicht und so befinden sich fünf der neun Tracks des heutigen Sets auf dem aktuellen Album. Der kurze Streifzug durch die Diskografie beinhaltet ansonsten „Amazing Grace“ und “I Like To Drink“ vom 2015 Release „Disco Inferno“ sowie „Paralized“ aus dem Jahre 2007. Mit „Puppet On A String“ geht es in die Anfangszeit zurück und dem Titeltrack des Debütwerks. Nach ca. 45 Minuten endet der unterhaltsame Gig der Hannoveraner.

MIRACLE MAN wandern auf den Spuren von OZZY OSBOURNE

Coverbands gibt es wie Sand am Meer. Den größten Bekanntheitsgrad dürften THE AUSTRALIAN PINK FLOYD SHOW haben, welche ihre Vorbilder nahezu perfekt musikalisch doppeln. MIRACLE MAN versuchen sich am Erbe von OZZY OSBOURNE. Allerdings legt das Quartett primär Wert auf Attitüde und Show. So wird mit Kreuzen und Umhängen hantiert und auf Lord der Finsternis gemacht. Dabei fällt der musikalische Part leider ab. Ein Beispiel wäre „Centre Of Eternity“. Die Saitenarbeit ist einfach zu limitiert, als dass der Song mehr als nur unterhaltsame Bühnenshow darstellen könnte. Noch deutlicher wird es beim BLACK-SABBATH-Klassiker „Paranoid“. So darf sich das Publikum an dem herumtigernden Sänger erfreuen, die Musik bleibt leider hinter den Erwartungen.

Konzertfoto von Miracle Man - Rock For Animal Rights 2021

Miracle Man – Rock For Animal Rights 2021

MAGESTARIUM kommen aus dem Dunstkreis von Herman Frank

Galerie mit 10 Bildern: Magistarium - Rock For Animal Rights 2021
Der ehemalige ACCEPT-Gitarrist Herman Frank ist in Hannover eine sehr bekannte Größe. Seine weiteren Aktivitäten sind und waren THOMSEN oder auch VICTORY. Michael Pesin, welcher sowohl bei THOMSEN als auch bei der neuen Formation von VICTORY zu finden ist, agiert ebenfalls bei MAGESTARIUM, wo er seit der Gründung der Band 2005 die Saiten bearbeitet. So schließt sich der Kreis zwischen Herman Frank und MAGESTARIUM. Die Diskografie umfasst bisher drei Longplayer, 2019 erschien die aktuellste Veröffentlichung „War For All And All For Won“. Musikalisch ist das Quintett im symphonischen Power Metal unterwegs. Heute kommt das Keyboard jedoch vom Band. Volker Brandes ist beruflich verhindert und MAGESTARIUM agieren als Quartett. „Rising From The Ashes“ eröffnet den Gig gefolgt von „Break This Chain“ aus dem Jahre 2015. Ohne die Keyboardtöne machen die Songs einen besseren Eindruck und gewinnen einen gewissen Härtegrad. Die Setlist fokussiert sich auf die Outputs „5’55“ Till The End Of Days“ und „War For All And All For Won“. Mit “Higher And Higher” gibt es einen kurzen Vorgeschmack auf das in der Pipeline befindliche neue Release.

OHRENFEINDT und THUNDERMOTHER als Rock’n’Roll Doppelpack

OHRENFEINDT unterhalten mit deutschsprachigen Heavy Rock  

Galerie mit 12 Bildern: Ohrenfeindt - Rock For Animal Rights 2021
Einer der Headliner des Abends sind OHRENFEINDT, eine bereits seit den 90ern aktive Band aus Hamburg. Um Mastermind und Bandgründer Chris Laut formiert sich ein Trio, welches nach eigenen Angaben für Vollgas Rock’n’Roll mit deutschen Texten steht. Ein neuer Drummer ist heute auf der Bühne zu begutachten: Robert „Jöcky“ Jöcks übernimmt das Schlagwerk von Andi Rohde. Das Infield ist zum Gig gut gefüllt und der Opener heißt „Das Geld Liegt Auf der Strasse“ gefolgt von „Porschekiller“, welches den Hang zur Biker-Mentalität des Trios zeigt. Die Musik und die Texte sind einfach strukturiert, sodass sich ein hoher Mitsingfaktor einstellt. Unfreiwillig sorgt der Song „Strom“ für Situationskomik. Die Beleuchtung der Verpflegungsstände erlischt und die Forderung der Band nach „Strom“ wird irgendwann erhöht und das Licht geht wieder an. Der Titeltrack des 2005er Werks „Rock’n’Roll Sexgott“ und „Ohrenfeindt“ vom 2007er Langeisen „Mit Vollgas & Blaulicht“ beenden das Konzert. Der Ausklang ist der HEIDI-KABEL-Klassiker „In Hamburg Sagt Man Tschüss“ und nach ca. 90 Minuten verlässt das Trio die Bühne.

THUNDERMOTHER spielen vor vollem Haus

Galerie mit 26 Bildern: Thundermother - Heat Wave Release Tour 2021
Es gibt kaum eine Band, die derart die Bühnen unter Pandemiebedingungen bearbeitet wie die vier Damen von THUNDERMOTHER. Es wird jede sich bietende Gelegenheit genutzt, um sich dem Publikum zu präsentieren. Dabei werden Festivals wie das Rock For Animal Rights 2021 genauso bespielt wie kleine Gigs mit geringer Zuschauerzahl, die als Abstandskonzert durchgeführt werden. Die aktuelle Scheibe „Heat Wave“ kommt so auf die Bühne und die Band erarbeitet sich einen Namen bezüglich Hard Rock und Rock ‘n Roll. Der Soundcheck dauert etwas länger und mit leichter Verspätung geht das Konzert los.

THUNDERMOTHER nennen sich selbst die Enkelinnen von AC/DC. Schade, dass es nicht für die Sicht der Töchter auf die Werke der Australier gereicht hat. Songs wie „Dog From Hell“ oder „Loud And Alive“ erinnern tatsächlich an AC/DC im neuen Jahrtausend. Der ein oder andere Track des Abends würde mit Brian Johnson am Mikro auch gut auf den 2020er Output „Power Up“ passen. Zwischen den Tracks werden kurzer Cover-Jingles von AC/DC oder auch mal IRON MAIDEN zur Unterhaltung des Publikums eingestreut. Was für OHRENFEINDT galt, gilt auch für THUNDERMOTHER. Einfach gemachte Musik, welche das Publikum unterhält und ins Ohr geht. „We Fight For Rock ‘n Roll“ als Schlusspunkt des Gigs könnte kaum passender sein.

SOBER TRUTH sorgen für den metallischen Schlusspunkt

SOBER TRUTH lassen das Festival ausklingen

Galerie mit 10 Bildern: Sober Truth - Rock For Animal Rights 2021
Menschen, welche die letzten Stunden als zu wenig metallisch empfanden, werden von einer Underground-Institution aus dem Südwesten abgeholt. SOBER TRUTH um Sänger Torsten Schramm existieren seit 2007 und veröffentlichten bisher vier Longplayer. Werk Nummer fünf steht kurz vor der Veröffentlichung: „Laissez Faire, Lucifer!“ erscheint am 10.September.

Es ist spät geworden und erst weit nach Mitternacht steht das Quartett auf der Bühne. Die Truppe sprang kurzfristig für IVORY TOWER ein. Nach der Umbesetzung am Gesang war die Band aus Kiel noch nicht wieder in der Lage live zu spielen. SOBER TRUTH liefern ein Intro, bei dem die Saitenfraktion mit dem Rücken zum Publikum steht. „Imperfection“ als Opener greift ebenso in die Zukunft wie „Dizygotic Twins“ oder „Rebirth“. Einige Tracks des zur Veröffentlichung anstehenden Werks werden vorab live performt. SOBER TRUTH sind unabhängig von einem Label und die Entscheider über ihre Setlist. Aber auch „Dark Valley“ oder „Horizon“ vom 2019er Werk „Psychosis“ werden dargeboten. Der Style der Dame und der drei Herren ist schwer in eine Schublade zu packen. Brachiale Passagen wechseln sich mit sanftem Sound ab, schnelle, thrashige Elemente und progressive Parts sind ebenso zu finden wie ein Drumsolo. In der Diskografie wird etwas gekramt und mit dem 2010er Titeltrack „Outta Hell“ sowie „Soulless“ einige ältere Nummern auf die Bühne gebracht. „Leave The Locust In The Lunatic Asylum“ beendet das Set und das Rock For Animal Rights 2021.

Ein Festival mit Moshpit und Crowdsurfern ohne Abstandsregeln und Maske geht zu Ende. Der Veranstalter Andreas Zemke bedankt sich mehrfach bei Behörden, Künstlern, Helfern und Zuschauern für die Teilnahme an den zwei Tagen und die Möglichkeit ein solches Event durchführen zu können. Kann so ein sicheres Konzept für die Zukunft aussehen? Für die Beantwortung dieser Frage sind die Behörden zuständig. Die Menschen, welche die zwei Tage auf dem Rock For Animal Rights 2021 verbracht haben, konnten die Musik abfeiern und die Pandemie sowie den Alltag für ein Wochenende ausblenden. Menschen, die vor dem Festival veganer Kost skeptisch gegenüberstanden, hatten die Möglichkeit vegane Bratwurst oder einen veganen Döner zu testen.

Seiten in diesem Artikel

12
26.08.2021

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 36881 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Off Topic
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Rage, Tanzwut, Thundermother, Ohrenfeindt, Ancient Curse, HeadGear und Sober Truth auf Tour

26.07. - 27.07.24Burning Q Festival 2024 (Festival)Controversial, DOOL, Gama Bomb, Grand Cadaver, Groza, Haliphron, HeadGear, Intöxicated, Ivory Tower, Lik, Revel In Flesh, Scalpture, Schizophrenia (BEL), Seven Sisters, Slaughterday, Smoulder, Spearhead, SpitFire, Stallion, Terzij de Horde, The Night Eternal, Uada, Wrestlemaniacs, Cloak, High Command, New World Depression, Toxic Holocaust und Chapel Of DiseaseBurning Q Festivalgelände, Freißenbüttel
31.07. - 03.08.24Wacken Open Air 2024 (Festival)Accept, Alcatrazz, Alligatoah, Amon Amarth, April Art, Ankor, Architects, Armored Saint, Archaic, As Everything Unfolds, Asagraum, Asenblut, Asrock, Avantasia, Axel Rudi Pell, Aeonik, Baroness, Beast In Black, Beasto Blanco, Behemoth, Betontod, Blaas Of Glory, Black Sabbitch, Black Tooth, Blackbriar, Blind Channel, Blind Guardian, Blues Pills, Bokassa, Brutus (BE), Bülent Ceylan, Bury Tomorrow, Butcher Babies, Cherie Currie, Chuan-Tzu, Cradle Of Filth, Crisix, Crystal Viper, Dear Mother, Deimos' Dawn, Die Habenichtse, Dokken, Dragonforce, Drone, Einherjer, Embryonic Autopsy, Emil Bulls, Endstille, Equilibrium, Evile, Extrabreit, Exumer, Feuerschwanz, Fiddler's Green, Fleshless Entity, Flogging Molly, Flotsam And Jetsam, Future Palace, Gaupa, Gene Simmons, Girlschool, Half Me, Heidevolk, Hellripper, Hirax, Hitten, Ignea, In Extremo, Incantation, Infected Union, Info, Inherited, Insomnium, Jaya The Cat, Jesus Piece, Jet Jaguar, John Coffey, Jungle Rot, Karabiner, Kasck, KK's Priest, Knorkator, Koenix, Korn, Kupfergold, Liv Kristine, Massive Wagons, Mayhem, Messiah, Metaklapa, Misery Oath, Mister Misery, Motionsless in White, Mr.Big, Nachtblut, Necrotted, Objector, Oomph!, Opeth, Paddy And The Rats, Pain, Paramena, Persefone, Phantom Excaliver, Planet Of Zeus, Portrait, Prey For Nothing, Primal Fear, Primordial, Rage, Raven, Red Fang, Robse, S.D.I., Scorpions, Sebastian Bach, Shredhead, Sick Of It All, Skeletal Remains, Skiltron, Skyline, Soil, Sonata Arctica, Source Of Rage, Spiritbox, Sunken State, Suzi Quatro, Svartsot, Swartzheim, Sweet, Tankard, Testament, Textures, The 69 Eyes, The Amity Affliction, The Baboon Show, The Black Dahlia Murder, The Darkness, The Warning, Thyrfing, Tragedy, Trelldom, Tri State Corner, Uada, Uli Jon Roth, Unleash The Archers, Van Canto, Vanaheim, Varang Nord, Vio-lence, Vogelfrey, Vreid, Walkways, Wasted Land, Watain, Whitechapel, Wolf, Xandria und ZebraheadWacken Open Air, Wacken
16.08. - 17.08.24Jailbreak 2024 (Festival)Avantasia, Dragonforce, Firewind, Junkyard Drive, Eternal Champion, Pretty Maids, Mr. Big, Katatonia, Ugly Kid Joe, Thundermother, U.D.O., Royal Hunt, Brian Downey's Alive And Dangerous, Testament und BeastFÆNGSLET, Horsens
Alle Konzerte von Rage, Tanzwut, Thundermother, Ohrenfeindt, Ancient Curse, HeadGear und Sober Truth anzeigen »

Kommentare